Valentin. Wart, ich besorg dir wem. (Will fort.)

Rosa. Du bleibst! An dir will ich mich rächen, du

verhängnisvoller Mensch. (Geht auf ihn los.)

Valentin. An mir? Das ging' mir ab. Ich hab ja gar nichts

gesagt als: Der Juwelier ist da.

Rosa. Still sei! oder--(Reibt auf und will ihm eine Ohrfeige

geben, wird aber plötzlich schwach.) Weh mir! mich trifft der

Schlag.

Valentin. Das ist ein Glück, sonst hätt er mich getroffen.

Rosa (springt). Der Juwelier soll hingehn, wo der Pfeffer

wächst.

Valentin. Das kannst ihm selber sagen. Ich weiß nicht, wo er

wächst.

Rosa. Schweig! ich weiß mich nicht zu fassen.

Valentin. Nu schimpf nur zu, der Juwelier wird dich schon fassen.

Rosa. Gleich geh mir aus den Augen (tut, als wollt sie ihm

die Augen auskratzen), du bist an allem schuld!

Valentin. Ich hab ja gar nichts gsagt als: Der Juwelier ist da.

Rosa. Das ist ja dein Verbrechen eben. Du hättest gar nichts

sagen sollen, wenn du siehst, daß meine Tugend auf dem Punkt

steht, ihre Rechte zu verteidigen. (Ab.)

Valentin. Das ist schrecklich. Da darf ja eine noch so viele

Untugenden haben, so kann man nicht soviel Verdruß haben als

wegen derer ihrer unglückseligen Tugend. Und ich weiß mich gar

nichts schuldig. Ich muß nur grad das Gesetzbuch aufschlagen

lassen, um zu erfahren, was denn das für ein Verbrechen ist:

Wenn einer sagt, der Juwelier ist da! (Ab.)

Der Verschwender · 第 40 / 102 题