Vorige. Wolf aus dem Kabinette rechts. Sein Betragen ist gegen
Diener sehr nobel stolz, gegen Höhere sehr demütig.
Wolf (hört die letzten Worte). Schon wieder Konferenz? Von wem
war hier die Rede?
Johann. Von einem guten Freund.
Wolf. Nu ihr seid solcher Freundschaft wert! Ist alles besorgt?
Die Gäste bedient?
Johann. Auf das pünktlichste!
Wolf. Der gnädge Herr läßt euch verbieten, von den Gästen
Geschenke anzunehmen. Ihr habt sie von seiner Freigebigkeit
zu fordern.
Beide. Dann haben wir dadurch gewonnen.
Wolf. Seid uneigennützig. Das ist eine große Tugend.
Johann. Aber eine sehr schwere--nicht wahr, Herr Kammerdiener?
Wolf. Wo ist der Valentin? Hat er die Quittung von der Sängerin
gebracht?
Fritz. Er ist noch nicht zurück, obwohl der gnädige Herr befohlen
hat, er müßte bei der Jagd erscheinen, damit die Herren auf der
Jagd etwas zu lachen hätten.
Wolf (lächelnd). Ein wahrhaft unschädlicher Bursche.
Johann. Da sollten doch der Herr Kammerdiener ein Werk der
Barmherzigkeit ausüben und den gemeinen Kerl aus dem Hause bringen.
Wolf. Gott bewahre mich vor solcher Ungerechtigkeit. Das wäre
gegen die Gesinnung meiner gnädgen Herrschaft. Der Bursche ist
zwar plump und roh, doch gutmütig und treu. Dann steht er in der
Gunst des Herrn, der seine Diener alle liebt wie eigne Kinder.
Ja das ist wohl ein seltner Mann, der in der Welt nicht
seinesgleichen findet. Und wollte man sein Lob in Büchern
schreiben, man würde nie damit zu Ende kommen. Drum dankt dem
Himmel, der euch in dies Haus geführt, denn wer ihm treu dient,
der hat sich wahrlich selbst gedient. Das Frühstück für den
gnädgen Herrn!