Dritter Auftritt

Vorige. Wolf aus dem Kabinette rechts. Sein Betragen ist gegen

Diener sehr nobel stolz, gegen Höhere sehr demütig.

Wolf (hört die letzten Worte). Schon wieder Konferenz? Von wem

war hier die Rede?

Johann. Von einem guten Freund.

Wolf. Nu ihr seid solcher Freundschaft wert! Ist alles besorgt?

Die Gäste bedient?

Johann. Auf das pünktlichste!

Wolf. Der gnädge Herr läßt euch verbieten, von den Gästen

Geschenke anzunehmen. Ihr habt sie von seiner Freigebigkeit

zu fordern.

Beide. Dann haben wir dadurch gewonnen.

Wolf. Seid uneigennützig. Das ist eine große Tugend.

Johann. Aber eine sehr schwere--nicht wahr, Herr Kammerdiener?

Wolf. Wo ist der Valentin? Hat er die Quittung von der Sängerin

gebracht?

Fritz. Er ist noch nicht zurück, obwohl der gnädige Herr befohlen

hat, er müßte bei der Jagd erscheinen, damit die Herren auf der

Jagd etwas zu lachen hätten.

Wolf (lächelnd). Ein wahrhaft unschädlicher Bursche.

Johann. Da sollten doch der Herr Kammerdiener ein Werk der

Barmherzigkeit ausüben und den gemeinen Kerl aus dem Hause bringen.

Wolf. Gott bewahre mich vor solcher Ungerechtigkeit. Das wäre

gegen die Gesinnung meiner gnädgen Herrschaft. Der Bursche ist

zwar plump und roh, doch gutmütig und treu. Dann steht er in der

Gunst des Herrn, der seine Diener alle liebt wie eigne Kinder.

Ja das ist wohl ein seltner Mann, der in der Welt nicht

seinesgleichen findet. Und wollte man sein Lob in Büchern

schreiben, man würde nie damit zu Ende kommen. Drum dankt dem

Himmel, der euch in dies Haus geführt, denn wer ihm treu dient,

der hat sich wahrlich selbst gedient. Das Frühstück für den

gnädgen Herrn!

Der Verschwender · 第 8 / 102 题