III. Für die Kunst- und Alterthumssammlung.

(Nr. 5657-5672.)

=Danzig.= +R. Bergau+, Architect: 9 profilierte Backsteine und 4 Ziegel

von alten Bauten zu Danzig. Photogr. Aufnahme der Kirche des Schlosses

Marienburg. -- =Dortmund.= Dr. +H. Becker+: 3 preußische Gutegroschen

von 1782-1786. -- =Erlau.= +Ipolyi Stummer+, Domherr: 4 Gypsabgüsse

von einer Kanne, zwei Becken und einem Sattel im Nationalmuseum zu

Pesth. =Karlsruhe.= +Frhr. Aug. von Gemmingen+, großh. bad. Kammerherr:

Gypsabguß vom Grabstein des Dietrich von Gemmingen. -- =Künzelsau.=

+Wunderlich+, Stadtpfarrer: 11 kleinere Silbermünzen vom 17. u. 18.

Jhdt. -- =Linz.= +Baur von Eyseneck+, k. k. General: 2 photogr.

Aufnahmen des Grabmonuments des Jacob Baur von Eyseneck zu Würzburg. --

=Madrid.= +A. Kleefeld+: 3 Proben spanischer Seidenweberei vom 17. u.

18. Jhdt. -- =München.= +Drey+, Antiquar: Taschenuhr mit durchbrochenem

Gehäuse von vergoldetem Tomback. Dr. +J. H. von Hefner-Alteneck+,

Direktor des National-Museums: Standbild des hl. Johannes Ev.,

Holz. 15. Jhdt. -- =Nürnberg.= +J. L. Kracker+, Bierwirth: 15

Silbermünzen verschiedenen Gepräges u. 1 röm. Kupfermünze. +Löffler+,

Magistratsrath: Eine Sammlung römischer Münzen. +Weiermüller+,

Rothgießermeister: Verzierter Dachziegel mit der Jahreszahl 1650. --

=Paris.= +Edwin Troß+, Antiquariatshandlung: Bleiabguß der vorgeblich

Pezold’schen Medaille auf A. Dürer mit der Jahreszahl 1561. Leinentuch

mit aufgedrucktem niederländ. Kupferstich. -- =Wien.= +Leitner+, k. k.

Hauptmann: Graviertes Steinschloß von Fernandes in Madrid, 1738.

Chronik der historischen Vereine.

+Beiträge zur Kunde Ehst-, Liv- und Kurlands+, herausgegeben von der

+Ehstländischen Literärischen Gesellschaft+ durch Eduard Pabst. Band I.

Heft I. Reval, 1868. Verlag von Lindfors’ Erben. 8.

Ueber die frühesten Zeiten der Schwarzenhäupter zu Reval. -- Die

Komturei Deutsches Ordens zu Bremen. -- Die Burg Rotala in der Wiek. --

21 kleinere Beiträge.

+Annales de la Société archéologique de Namur+. Tome neuvième. 4.

Livraison. Namur, 1867. 8.

Institutions namuroises: Cour du Bailliage des bois. Avocats au conseil

de Namur. Cour de la vénérie; par X. Lelièvre. -- La bibliothèque de

l’abbaye de St-Gérard au XII. siècle. -- Samson; par Alf. Bequet. --

Une émeute à Bouvignes en 1682; par le Comte de Villermont. -- La

couronne de la cathédrale de Namur et son écrin; par Aus’m Weerth

(Traduction). -- Observations sur l’origine de la couronne de Namur;

par R. Chalon. -- Notice sur quelques pierres légendaires. -- Hastedon

et son étymologie; par L. Torfs. -- Miscellanées namuroises recueillies

en province. -- Bibliographie namuroise. -- Mélanges.

+Rapport+ sur la situation de la société archéologique de Namur pendant

l’année 1866. 8. p. 201-208.

+Bulletin Monumental ou collection de mémoires sur les monuments

historiques de France+, publié sous les auspices de la +Société

française d’archéologie pour la conservation et la description des

monuments nationaux+, et dirigé par M. de Caumont. 4. Série, Tome 4,

34. Vol. de la Collection. Nr. 5. Paris et Caen, 1868. 8.

Essai sur les origines et les développements du Christianisme dans les

Gaules; par M. Tailliar. -- Mémoires sur les anciens autels, rétables,

tabernacles, chaires à prêcher et fonts baptismaux des églises de

Provence; par M. l’abbé Pougnet. -- Sceaux de la cour du Mans et du

Bourg-Nouvel; par M. Eugène Hucher. -- Périgueux en 1868; par M.

Roumejoux. -- La légende de saint Christophe; par M. R. Bordeaux. --

Excursions archéologiques recommandées aux archéologues qui visitent

Anvers et la Belgique; par M. le baron de Roisin. -- La tour de

Cenive; par M. Léon Marquis. -- Découverte de sépultures anciennes à

Louviers; par M. Anatole Caresme. -- L’église de Germigny et celle de

Beaulieu-sous-Loches; par M. Bouet.

+Der Geschichtsfreund. Mittheilungen des historischen Vereins der

fünf Orte Lucern, Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug.+ XXIII. Band.

Einsiedeln, New-York und Cincinnati, 1868. Druck und Verlag von Gebr.

Karl und Nikolaus Benziger. 8.

Eine Sammlung päpstlicher Briefe aus dem Stifts- und Stadtarchive

Lucern. (1249 bis 1489.) Von Jos. Schneller. -- Ueber das Alter

dreier undatierten urnerischen Maieramtsrödel aus Zürich. Von J. L.

Brandstetter. -- Visitatio Decanatus Surlacensis de 8. Nov. 1632.

Mitgeth. von J. Bölsterli. -- Zur Geschichte der Burgunderkriege.

Mittheilungen von F. Bell und J. Schneller. (Mit einer artistischen

Beigabe.) -- Das Leben des sel. Eremiten Nicolaus von Flue, beschrieben

vom Gerichtsschreiber Johannes Salat zu Lucern, im Jahre 1536.

Herausgeg. und eingeleitet von Frz. Schiffmann. -- Das geistliche

Drama vom 12.-19. Jahrhundert in den 5 Orten, besonders in Einsiedeln.

(Zusätze und Nachträge zum XVII. Bande des Geschichtsfreundes.) Von

P. Gall Morel. -- Die Urbarien des Chorherrenstiftes Beromünster.

a. Das Zinsbuch des Kelleramtes. Mitg. von J. Bölsterli. -- Die

Geschlechter der Stadt Zug, nach ihrem Ursprunge oder Herkommen.

Von Paul Ant. Wikart. -- Das Hexenwesen im Gebiete Lucerns, am

Ende des 16. Jahrhunderts. Von Jos. Schneller. -- Chronologische

Inhaltsverzeichnisse sämmtlicher Urkunden und Belege des XXIII. Bandes.

+Thurgauische Beiträge zur vaterländischen Geschichte.+ Herausgegeben

vom +historischen Vereine des Kantons Thurgau+. Neuntes Heft.

Frauenfeld. 1868. 8.

Joachim Brunschweiler, oder Lehr- und Wanderjahre eines Porträtmalers

am Ende des XVIII. und im Anfange des gegenwärtigen Jahrhunderts.

-- Ueber römische Niederlassungen im Thurgau und speziell über die

Ausgrabungen in Oberkirch. -- Alte Haus-Talismane (Bericht über einen

merkwürdigen Fund bei der Renovation des reformirten Pfarrhauses

Hüttweilen im Jahr 1854). Stiftungsbrief der Kaplaneipfründe Amrisweil.

Anno 1455. -- Das Brugger Armengut. -- Dr. Johann Heinrich Roth

von Keßweil. -- Bestand des Vereins im Janr. 1868. -- Katalog der

Bibliothek des Vereins.

+Geschichte der Gesellschaft zur Beförderung des Guten und

Gemeinnützigen in Basel.+ Einundneunzigstes Jahr. 1867. Basel.

Schweighauserische Buchdruckerei. 1868. 8. 280 Stn.

Der Vorstand des +Harzer Geschichtsvereins+ hielt am 7. Juli eine

Versammlung in der Waldmühle zu Michaelstein ab. Man besprach zunächst

einen Münzfund zu Rübeland, der Meißenische Groschen von ca. 1410 zum

Vorschein brachte, ferner einen Fund von Knochen des Höhlenbären,

eines jener Messingbecken aus Nürnberg, die noch immer so verschiedene

Deutung sich gefallen lassen müssen. Sodann wurden die Kreuzgänge und

sonstige Räume des alten Cistercienserklosters Michaelstein besichtigt.

Ueber die in diesem Jahre bisher gehaltenen Versammlungen des +Vereins

für hamburgische Geschichte+ berichtet eine Hamburger Zeitung, aus

welcher wir nachfolgend das Wesentlichste zusammenstellen. Am 17.

Januar hielt Dr. Karl Koppmann einen Vortrag über das Verhältniß

Hamburgs zu König Christian I. von Dänemark und dessen Bruder, Graf

Gerhard von Oldenburg, 1460-1470. Ein Resumé dieses Vortrages theilt

die erwähnte Zeitung mit. -- In der Versammlung vom 14. Februar sprach

Deichinspektor Hübbe „über den Entwickelungsgang der Verfassungen und

Verwaltungsformen in den verschiedenen Landschaften des hamburgischen

Marschgebietes“. -- Am 5. Juni fand eine allgemeine Versammlung statt,

in welcher Dr. Hübbe den Jahresbericht erstattete. Nachdem derselbe

die im abgelaufenen Jahre gehaltenen Vorträge, sowie die literarischen

Arbeiten des Vereins (unter den letztern verdient die beabsichtigte

Herausgabe der alten hamburgischen Stadtrechnungen, 1350-1562, in drei

Bänden, besondere Erwähnung) vorgeführt hatte, gedachte er des Verkehrs

mit den auswärtigen Vereinen und kam bei dieser Gelegenheit auch auf

das german. Museum zu sprechen, dessen Unterstützung er den Mitgliedern

des Vereins angelegentlich empfahl. Am Schlusse erwähnt der Vortragende

einer vorgenommenen Revision der Statuten. Hauptmann Gädechens

erstattete sodann noch Bericht über die Cassenverhältnisse des Vereins,

sowie Dr. Voigt über die Bibliothek.

+Philologische und historische Abhandlungen der Königlichen Akademie

der Wissenschaften zu Berlin.+ Aus dem Jahre 1866. Berlin. 1867. 4.

Das Friedegut in den Fehden des Deutschen Mittelalters. Von Homeyer. --

Ueber die Formel „der Minne und des Rechts eines Andern mächtig sein“.

Von dems.

+Jahresberichte und Mittheilungen des Historisch-Statistischen Vereins

zu Frankfurt a. O.+ Sechstes und siebentes Heft. Mit drei Tafeln

lithographischer Abbildungen. Frankfurt a. O. 1867. 8.

Vereinsangelegenheiten. -- Verzeichniß der Münzsammlung des Vereins

vom Ref. Bardt. Mit 1 Tafel Münzabb. -- Bruchstücke von Frankfurter

Urkunden aus dem 13. u. 14. Jahrh. Mitg. vom App.-Ger.-Rath Langerhans.

-- Die Hinrichtung des Hans Hermann von Katte in Küstrin, vom

Div.-Pred. Hoffbauer. Mit 1 lith. Strichzeichnung. -- Ueber die

ältesten Abbildungen der Stadt Frankfurt a. O., vom Oberl. Dr. Rasmus.

Nebst Abdruck mehrerer fliegenden Blätter von 1631. Mit 1 lith. Abb.

der Stadt Frankfurt a. O. aus d. J. 1548. -- Ueber die ältesten

Inschriften in Frankfurt a. O., von dems. -- Christoph Stummel,

ein Frankfurter Dichter der Reformationszeit, von dems. -- Aus dem

Reisejournal des Eberhard Heinrich Daniel Stosch, geführt in den Jahren

1740-42, vom Pror. Schwarze. -- Die Hänselgesellschaften im Oderbruch,

vom Privatlehrer Rubehn. -- Die Mordbrennerbande von Müncheberg vom

Jahre 1776, vom Kreisger.-Rath Kuchenbuch. -- Verzeichniß der Rectoren

der Universität Frankfurt, von 1706-1811, vom Dr. L. Streit. -- Die

erste Aufführung von Lessings Miß Sara Sampson in Frankfurt a. O.,

vom Dr. med. Löwenstein. -- Die Frobenschen Grabschriften in der

reformirten Kirche zu Frankfurt a. O., vom Pror. Schwarze. -- Die Wiege

der Beckerschen Weltgeschichte, vom Reg.-Rath Rudloff.

+Zeitschrift für die Geschichte und Alterthumskunde Ermlands.+ Im Namen

des +historischen Vereins für Ermland+ herausgegeben von Domcapitular

Dr. Eichhorn. Zehntes Heft. Braunsberg, 1867. Verlag von Ed. Peter. 8.

Der ermländische Bischof Martin Kromer als Schriftsteller, Staatsmann

und Kirchenfürst, von Domdechant Dr. Eichhorn.

+Monumenta Historiae Warmiensis.+ III. Abtheilung. Bibliotheca

Warmiensis oder Literaturgeschichte des Bisthums Ermland ... Hrsg. von

Dr. Franz Hipler. Zehnte Lieferung. Band IV. Bogen 1-6. Braunsberg,

1867. Verlag von Ed. Peter. 8.

+Pommer’sche Genealogien.+ Nach urkundlichen Quellen und den Sammlungen

von Balthasar, J. A. Dinnies und C. Gesterding, herausgegeben von

Dr. Theodor Pyl. Zweiter Band. Greifswald. Vereinsschrift der

+Greifswalder Abtheilung der Gesellschaft für Pommer’sche Geschichte

und Alterthumskunde+. 1868. 8.

Die +Greifswalder Sammlungen+ vaterländischer Alterthümer und die

Kunstwerke des Mittelalters und der Renaissance im Besitz der

Universität, der Kirchen und Behörden und der Greifswalder Abtheilung

der Gesellschaft für Pommer’sche Geschichte und Alterthumskunde.

Geordnet und beschrieben von Dr. Theodor Pyl. Greifswald. 1869. 8.

+Kirchenschmuck.+ Ein Archiv für kirchliche Kunstschöpfungen und

christliche Alterthumskunde. Herausgegeben unter der Leitung +des

christlichen Kunstvereins der Diöcese Rottenburg+. Redigirt von Pfarrer

Laib und Dekan Dr. Schwarz. XXIII. Band, zweite Hälfte. Zwölfter

Jahrgang 1868. Zweites Vierteljahrsheft. Stuttgart. 8.

Mainzer Domsagen. -- Zur Sitte und Sprache der Kirche. -- Vom Berill.

-- Alte Gebräuche im Dome zu Mainz.

+Sitzungsberichte des Münchener Alterthums-Vereins.+ Heft I. 1866-67.

Mit VI Tafeln und einem Holzschnitt. München. In Commission bei Theodor

Ackermann. 1868. gr. 8.

+Zehenter Rechenschaftsbericht, gelegt vom Ausschusse des Vorarlberger

Museums-Vereins in Bregenz+ über den zehnten Vereins-Jahrgang vor der

dazu berufenen Generalversammlung am 14. Juni 1868. Bregenz. 1868. 4.

Historischer Inhalt: Die gelehrte Familie Manlius oder Mennel im

XVI. Jahrhunderte. (Josef v. Bergmann.) -- Ausgrabungen auf der röm.

Begräbnißstätte von Brigantium. Von Dr. Samuel Jenny. Bundordnung (vom

21. Mai 1705).

+Mittheilungen der k. k. Central-Commission zur Erforschung und

Erhaltung der Baudenkmale.+ XIII. Jahrgang. -- Juli-August. Wien, 1868.

4.

Der Schatz des Westgothenkönigs Athanarich, gefunden im Jahre 1837 zu

Petreosa in der großen Walachei. Von Canonicus Dr. Fr. Bock. (Mit 9

Holzschnitten.) -- Studien über Befestigungsbauten des Mittelalters.

Von Schulcz Ferencz. (Mit 2 Tafeln und 12 Holzschnitten.) -- Die

alte Kirche des heil. Benignus zu Dijon. (Mit 3 Tafeln und einem

Holzschnitt.) E. Henszlmann.) -- Die Steinwälle Böhmens. (Mit 4

Holzschnitten und 1 Karte.) (Dr. E. Födisch.) -- Klapp-Altärchen

(pentaptychon) des XIV. Jahrhunderts, in Wallroßzahn geschnitten.

(Mit 1 Tafel in Farbendruck.) (Dr. Franz Bock.) -- Corvinischer Codex

in der k. k. Hofbibliothek. -- Unsere Zeit und die Restaurationen,

nebst specieller Behandlung des Restaurationsprojectes für die

Stadtpfarrkirche zum heil. Blut in Grätz. (Hans Petschnig.) -- Die

Gewölbegemälde im Läuthause der Stiftskirche zu Lambach. (Dr. P.

Pius Schmieder.) -- Der Evangeliencodex Karl des Großen. (Mit 1

Holzschnitt.) -- Die Thore der Stadt Hohenmauth. (Mit 1 Holzschnitt.)

+Az Erdélyi Muzeum-Egylet-Évkönyvei+ (des siebenbürgischen

Museums-Vereins Jahrbücher). IV. Kötet. Második Füzet. Szerkesztette

Brassai Sámuel. Három rajztáblával. Kolozsvárt, 1868. 4.

Nachrichten.

Literatur.

_Neu erschienene Werke._

25) +Die Grabsteine und Epitaphien adeliger Personen in und bei

den Kirchen der Altmark.+ -- Wortgetreue Copien der an denselben

befindlichen Inschriften und genaue Beschreibung der daran

angebrachten Wappen. Gesammelt von Ad. M. +Hildebrandt+, Mitglied

der Geschichts- und Alterthums-Vereine in der Altmark etc. -- Hft.

1. Die Kreise Salzwedel und Gardelegen umfassend. Gardelegen,

Druck von A. Keller 1868. 8. 123 Stn. und 8 Tafeln lithographierte

Abbildungen.

Der Titel gibt schon vollständig an, was in dieser Schrift zu finden

ist. Das Unternehmen, von solchen der Zerstörung mehrfach ausgesetzten

Denkmälern aus älterer -- zum Theil schon sehr alter -- und neuerer

Zeit genaue Beschreibung und überhaupt Kunde zu geben, ist ein

dankenswerthes, und seine Fortführung kann allen denen, welche sich

namentlich für Genealogie und Heraldik interessieren, nur recht

erwünscht sein. Ueber eine nicht geringe Anzahl alter Adelsfamilien,

die aus der Altmark ihren Ursprung herleiten, dort ansässig waren oder

noch sind, aber auch in den andern Marken und nach Hannover, Sachsen

etc. sich ausgebreitet haben, finden sich hier Aufschlüsse, die in

solcher Sicherheit schwerlich sonst irgendwoher zu erlangen sein

dürften. -- Der Verfasser ist sehr sorgfältig bei Aufzeichnung der

Inschriften und Beschreibung der Wappen verfahren und hat schätzbare

genealogische Notizen und Nachweisungen beigebracht, vornehmlich auch

in heraldischer Beziehung Alles gegeben, was zur Aufklärung dienen

konnte. Die beigefügten 7 Tafeln Abbildungen von alten Grabsteinen

(3 aus dem 13., 3 aus dem 14. und 1 aus dem 15. Jhdt.), wie auch das

Titelblatt mit dem Wappen der Altmark und den Wappenschildern der in

den behandelten zwei Kreisen jetzt ansässigen 12 Adelsfamilien, sind

gut gearbeitet, und da auch Druck und Papier zu loben sind, erscheint

der Preis von 25 Sgr. (wofür das Heft von dem Verfasser zu Mieste in

der Altmark zu beziehen ist) nur gering. R.

26) +Die Siegel der Mark Brandenburg nach Urkunden des königl. Geh.

Staatsarchivs, des Staatsarchivs zu Magdeburg, sowie städtischer

und anderer Archive.+ Lieferung I. Berlin in Commission bei J. A.

Stargardt. (1868.) (gr. 4., 28 Stn. Text und 12 Tafeln Abbildungen

in Holzschnitt).

Der bewährte Alterthumsforscher Voßberg, allen Freunden der Münzkunde

und der Sphragistik durch vortreffliche Werke längst bekannt, hat es

unternommen, zu dem großen Urkundenwerke des höchst verdienstvollen

brandenburgischen Historiographen Riedel, dem Codex diplom.

Brandenburgensis, eine schon vielfach vermißte und darum gewünschte

Ergänzung zu geben, indem er die in dem Codex selten berücksichtigten

alten Siegel in vollkommen treuen Abbildungen der Originale

herauszugeben beabsichtigt. Das Material dazu hat er seit vielen

Jahren in den ihm bereitwillig geöffneten Staats- und Privat-Archiven

angesammelt, und eine große Anzahl von Siegeln der Markgrafen,

Bischöfe, Städte, des Adels und der Bürger, der geistlichen Stifter,

der Gewerke und des alten Johanniterordens auf’s genaueste zeichnen

lassen, deren allmähliche Publicierung mit dieser ersten Lieferung,

die schon von allen vorerwähnten Abtheilungen Siegelabbildungen

enthält, begonnen ist. Auf den die Siegel der Markgrafen Albrecht

des Bären und Otto I. enthaltenden Tafeln hat der Herausgeber sehr

zweckmäßig auch Abbildungen von Münzen dieser Fürsten gegeben, welche

Münzen zur Erläuterung der Siegel beitragen; sodann ist eine besondere

Tafel vorangestellt mit Abbildungen der seltenen Münzen einiger

Wendenfürsten, die vor den Ascaniern Theile der Mark beherrschten,

und deren Darstellung ungemein interessant ist. -- Zu jeder

Abbildung der Siegel und Münzen ist eine Beschreibung, zum Theil mit

bezüglichen Erläuterungen, und zu den einzelnen Abtheilungen noch eine

geschichtliche Einleitung gegeben, -- alles kurz, aber doch vollständig

genügend und dem Zwecke entsprechend. --

Da der Herausgeber in dieser ersten Lieferung die Reihefolge der Siegel

weder nach dem Alter, noch nach dem Buchstaben geordnet, sondern nur

eine, wie es scheint, willkürliche und zufällige Auswahl getroffen hat

und auch wol in dieser Weise bei den folgenden Lieferungen fortfahren

wird, so beabsichtigt er wahrscheinlich, bei Vollendung eines Theiles

seines Werks oder bei dem Abschlusse desselben die wünschenswerthe

Uebersichtlichkeit des Inhalts durch ein vollständiges Namenregister zu

erhöhen, in welchem dann auch auf die betr. Urkunden des Riedel’schen

Codex Bezug genommen werden möchte. --

Von Forschern und Freunden des Alterthums, der Geschichte und

Genealogie wird dies Unternehmen mit eben so großer Freude aufgenommen

werden, wie von den Sphragistikern insbesondere, da es für Kunde der

Vorzeit im allgemeinen und insbesondere der Marken viel Interessantes

und zur Aufklärung Dienendes bringt. Die Ausführung im Holzschnitte --

für Siegel gewiß mehr zu empfehlen, als die freilich viel billigere

Lithographie -- ist musterhaft, insbesondere auch wegen der ungemeinen

Genauigkeit, von der sich Referent durch Vergleichung mit Originalen

überzeugt hat. -- Der Herausgeber hat es vorgezogen, ein sehr festes,

aber doch wegen der gelblichen Farbe nicht angenehm in’s Auge fallendes

Papier anzuwenden: sicherlich würde das durch vorzüglichen Druck

ausgezeichnete Heft im Aeußeren noch gewonnen haben, wenn dazu ein ganz

weißes Papier verwandt wäre. R.

27) +Alterthümer und Kunstdenkmale des Cisterzienserklosters St.

Marien und der Landesschule zur Pforte+, von W. +Corssen+. Mit XII

Tafeln und 99 Holzschnitten. Halle, Verlag der Buchhandlung des

Waisenhauses. 1868. gr. 4. 344 Stn.

Den Freunden mittelalterlicher Baukunst war die Kirche des

Cisterzienserklosters zur Pforte, der jetzigen Schulpforte, an der

Saale längst lieb und werth, seit Puttrich in seinem großen Werke über

die sächsischen Baudenkmale Abbildungen gegeben hatte. Die Bauwerke

Pfortes haben aber auch ein besonderes Interesse für die vielen

Angehörigen der Schule, und so wird wol das glänzend ausgestattete

Werk, das beiden Kreisen willkommene Mittheilungen und Abbildungen

bringt, allseitig freundliche Aufnahme finden.

Der Verfasser gibt zunächst die urkundlich belegte Geschichte des

Klosters, dann die der Fürstenschule und fügt daran eine Beschreibung

und Würdigung der Gebäude und sonstigen Kunstwerke, die durch gute

Abbildungen dem Auge des Lesers vorgeführt werden. Von besonderem

Interesse wird für das größere Publikum die Beschreibung der einzelnen

Theile des ehemaligen Klosters sein, durch die auch der Laie ein

übersichtliches Bild des Lebens und der Thätigkeit eines größeren

Klosters erhält; schon die Aufzählung der einzelnen Räume -- die leider

zum großen Theile nicht mehr, oder doch nicht in alter Weise vorhanden

sind -- zeigt, welch mannigfaltige Bedürfnisse vorhanden waren, und

wie das Kloster eine Welt für sich bilden konnte, in der für alle

leiblichen wie geistigen Bedürfnisse gesorgt war.

Die schönen und edeln Formen der Kirche, die guten Verhältnisse, die

schöne Ornamentik, ebenso die Gliederung und Verzierung der Abtskapelle

werden allen jenen besonders willkommen sein, die das Studium der

alten Baukunst mit Rücksicht auf ihre Wiederanwendung betreiben; die

Grabdenkmale, Skulpturen und manches andere haben Bedeutung für die

Kunstgeschichte und geben so in Verbindung mit der Architektur eine

Uebersicht über die Kunstgeschichte des Mittelalters.

Die schöne Ausstattung des Buches wird mit dazu beitragen, dasselbe

auch in Kreisen, denen sonst ernstere Studien ferne liegen, heimisch zu

machen.

_Aufsätze in Zeitschriften._

+Das Ausland+: Nr. 32, S. 751. Worsaa’s Erklärung der Moor- und

Erdfünde. -- S. 754. Tacitus und die rheinischen erloschenen

Vulkane. (Dr. Jacob Nöggerath.)

+Die Biene+: Nr. 23. Holzkirchen in Mähren.

+Börsenblatt f. d. deutsch. Buchh.+: Nr. 143. Aldus Manutius.

+Europa+: Nr. 29, Sp. 921. Tanzlieder und Pfeiferkönige. -- Nr.

30, Sp. 951. Der Wenden Untergang auf Rügen. -- Nr. 31. Sp. 977.

Zwei mittelalterliche Reisende. -- Sp. 983. Chiffrierschrift und

schwarze Kunst (Tritheim’s Steganographie.)

+Die Gartenlaube+: Nr. 31 f. Die Mutter unserer heutigen

Scheidekunst (über Alchemie). (Dr. O. L. Erdmann.)

+Die Grenzboten+: Nr. 29, S. 81. Der gegenwärtige Stand der

Runenkunde. -- Nr. 31, S. 161. Die alte Kunst und die Mode. (Otto

Jahn.)

+Jagd-Zeitung+: Nr. 12, S. 370. Die Moritzburg (bei Dresden).

+Danz. Kathol. Kirchenblatt+: Nr. 30. Eine Monstranz in Stuhm. (R.

Bergau.)

+Evang.-reform. Kirchenzeitung+: 18. Jahrg., Maiheft. Zur

Geschichte des Heidelberger Katechismus.

+Illustr. deutsche Monatshefte+: Aug., Nr. 47 (143), S. 473. Eine

hochberühmte Schatzgräbergeschichte (1715). (Moritz Müller.)

+Notes and Queries+: Nr. 28, S. 40. Calvin and Servetus.

+Revue des deux mondes+: 1. Juillet, 1. livr., p. 84. Le drame

religieux du moyen âge jusqu’à nos jours. (Nach Dr. K. Hase.)

+Rübezahl+: 5. Heft, S. 203. Bräuche und Sagen aus

Oesterreichisch-Schlesien. (Prof. A. Peter). -- S. 206.

Lerchenborner Sagen. (Pastor K. J. Th. Haupt.) -- S. 212. Geschichte

des Görlitzer Theaters (Ewald Schulz.) -- 6. Heft, S. 266. Ein Wort

über schlesische Mundart. (K. F. W. Wander.)

+Augsburger Sonntagsblatt+: Nr. 30. 31. Zur Geschichte der Rose.

+Sonntagsblatt+ (von E. Dohm): Nr. 29. Zur Geschichte des Hundes.

+Preuß. Staats-Anzeiger+: Beil. Nr. 150 ff. Alterthümer und

Kunstdenkmale des Erlauchten Hauses Hohenzollern. -- Zur Geschichte

der deutschen Handelsgesetzgebung. -- Nr. 174 ff. Die Kirchenbauten

der romanischen und der gothischen Periode in Preußen. -- Nr.

180. Das Leichenbegängniß des Kurfürsten Albrecht Achilles von

Brandenburg zu Frankfurt a. M. am 12. März 1486.

+Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg+: Nr. 32.

Zwei Lutherbriefe.

+Zeitschrift f. Protestantismus u. Kirche+: N. F. 55. Bd.,

6. Hft. Episoden aus der Kirchengeschichte der Grafschaft

Leiningen-Westerburg, besonders der Gemeinde Grünstadt. --

Reformationsgeschichtliches.

+Allgemeine Zeitung+: Beil. Nr. 221. Fund eines römischen

Militärdiploms bei Weißenburg in Mittelfranken. -- Nr. 227. Die

Restauration des Ulmer Münsters.

+Danziger Zeitung+: Nr. 4924. 4926. Wendlers Modell für die

Wiederherstellung des Hochaltars der Oberpfarrkirche St. Marien zu

Danzig.

Vermischte Nachrichten.

74) Der Bildhauer Wendler in Berlin hat ein sehr vortreffliches Modell

zur +Restauration des Hochaltars von St. Marien+ in +Danzig+ (Vergl.

Danz. Ztg. vom 3. u. 4. Juli 1868) gefertigt. Auf Grund desselben ist

ihm die Ausführung des Altar-Aufsatzes für den Preis von 10,000 Thlr.,

auf Kosten der Klose’schen Eheleute in Danzig, übertragen werden.

+R. Bergau.+

75) Die +Kapelle zu St. Bartholomä+ am Königssee war in der jüngsten

Zeit sehr baufällig geworden. Da die Pfarrkirchenstiftung St. Andrä

in Berchtesgaden, welcher der bauliche Unterhalt obliegt, absolut

leistungsunfähig ist, so sollte die Kapelle zum Abbruch gelangen.

Hiedurch würde jedoch der Königssee in historischer und ästhetischer

Beziehung eine schöne und eigenthümliche Zierde verloren haben; König

Ludwig II. von Bayern befahl daher, daß die Kapelle auf Kosten der

Kabinetskasse wiederhergestellt werde. Die desfalls vorgenommenen

baulichen Reparaturen sind nun vollendet, und am St. Jakobstage (25.

Juli) wurde in der renovierten Kirche der erste feierliche Gottesdienst

gehalten.

(Korr. v. u. f. D. Nr. 386.)

76) Am 26. Juli wurde in +Lüttich+ das +Monument Karl’s des Großen

enthüllt+, welches die Stadt und die Provinz diesem Kaiser errichtet

haben, den sie zu ihren speziellen Landsleuten zählen, weil die

Vorfahren desselben in dortiger Gegend Besitzungen hatten, nach welchen

sich einige derselben benannten, wie z. B. Herstall und Landen.

Uebrigens ist, wie bekannt, Karl’s Geburtsort mit Sicherheit nicht

zu ermitteln. Das Monument ist eine Reiterstatue in Bronze auf einem

Postamente von weißem französischen Sandstein; an dem Postamente

befinden sich sechs kleine Bronzestatuen, welche Karl’s Vorfahren

darstellen. Die Reiterstatue mißt 5 Meter in ihrer ganzen Höhe, das

Postament ist 7 Meter hoch. Das Denkmal ist das Werk des Bildhauers

Jehotte, Professors an der Brüsseler Akademie. Es ist in Brüssel

gegossen.

(Ders. Nr. 390.)

77) Am 10. Juli eröffnete, wie die Heidelb. Zeitung Nr. 163 und

die Bad. Landesztg. Nr. 163 u. 164 berichten, der Fabrikbesitzer

Karl Metz eine von ihm selber während einer langen Reihe von Jahren

zusammengebrachte +Sammlung von Alterthümern+ und andern Gegenständen

der verschiedensten Art, welche, aufgestellt im Hause Nr. 22 vor dem

Karlsthor (Hausacker genannt) der Stadt +Heidelberg+, namentlich

enthält: Kirchliches, Folterwerkzeuge und Richtschwerter, Waffen und

Rüstungen, musikalische Instrumente, Thür- und Schrankschlösser,

Porzellansachen, Münzen, Uhren, Autographen, Reliquien und

Curiositäten. Hervorzuheben ist eine in einem der höher gelegenen

Zimmer angebrachte Holzvertäfelung, welche zu Anfang des 17. Jahrh. die

Arbeitsstube des Bürgermeisters der Stadt Zürich schmückte.

78) Die erste Abtheilung der berühmten Ritter v.

+Schultheß-Rechberg’schen Münz- und Medaillensammlung+ ist im Juni in

+Dresden+ unter lebhafter Betheiligung fremder Käufer +versteigert+

worden. Viele der bedeutendern Stücke sind in Deutschland verblieben

und theils für öffentliche Sammlungen, theils von Privaten erworben

worden. Auch das kön. Münzkabinet in Dresden hat sich die Gelegenheit

zur Bereicherung nicht entgehen lassen, noch größere Summen verausgabte

das Berliner Museum zu Anschaffungen. Andere Stücke sind nach der

Schweiz, nach Frankreich, Italien, Schweden, Russland, England,

selbst nach Amerika gewandert. Es wurden bedeutende Gebote erzielt

und ein Thaler häufig mit 30-50, selbst mit 60-100 Thalern bezahlt,

wie der Thaler des Salzburger Erzbischofs Leonhard von Keutschach

vom Jahre 1504 mit 105 Thalern., ein Doppelthaler des Cardinals von

Dietrichstein, Bischofs von Olmütz, ebenso hoch etc. Die zweite

Hälfte der Sammlung, 4000 Stück, darunter viele Seltenheiten, wird

im Mai k. J. versteigert. Diese numismatische Sammlung hat vor ihrer

Zerstückelung eine wissenschaftliche Bearbeitung durch die Brüder

Erbstein erfahren und somit wenigstens auf dem Papiere den Charakter

der Untheilbarkeit erlangt.

(Ill. Ztg. Nr. 1309.)

79) Wie man aus Fronhofen bei Simmern schreibt, hat ein Arbeiter beim

Steinbrechen zu +Unzenberg+, in der Nähe des römischen Standorts

Dommissas bei Kirchberg, einen +Topf mit 840 Silbermünzen+ gefunden,

die sämmtlich etwas schwerer sind als ein 2½ Silbergroschenstück.

Diese Münzen tragen ein Bildniß mit der Inschrift: „Probus Marcus

Aurelius“ und sind ganz gut erhalten. Da der Deckel des Topfes fehlte,

so haben die Inschriften meist einen leichten Ueberzug.

(Dies. Nr. 1308.)

80) Bei +Trifail+ (Steiermark) stieß bei Urbarmachung eines Waldes der

Spaten eines Landmanns auf ein Gefäß, welches etwa 1 Fuß tief unter

der Oberfläche lag und mit etwa 300 großen, massiven, wohlerhaltenen

+Silbermünzen+, anscheinend keltischen Ursprungs, gefüllt war. (Dies.

Nr. 1309.)

81) Auf dem Gute +Wotrum+ bei Teterow (Meklenburg) wurden in

letzter Zeit mancherlei +Bronzealterthümer+ und daneben eine Anzahl

+mittelalterlicher Ofenkacheln+ gefunden.

(Dies. Nr. 1311.)

82) Beim Erweiterungsbau der Strafanstalt in +Zürich+ ist ein +Stein

mit altrömischer Inschrift ausgegraben+ worden. Dieselbe lautet: Deae

dianae et Silvano ursarii posuerunt ex voto. Die Römer gebrauchten die

Bären zur Jagd, und die Führer der Bären gehörten zum Jagdgefolge.

Auch noch weitere antiquarische Funde wurden an dieser Stelle gemacht.

Die Arbeiter stießen nämlich auf zwei Armbänder und sieben Ringe von

Gold; erstere laufen künstlich in Schlangenköpfe aus, letztere sind

theils ciseliert, theils fassen sie eine Gemme. Die Schmuckgegenstände

mögen nach dem Urtheil der Kenner des Fachs aus dem 2. oder 3. Jahrh.

stammen; sie sind von der antiquarischen Gesellschaft angekauft worden.

(Das.)

83) Auf dem Gute +Pölitz+ in Meklenburg sind im Laufe dieses Frühjahrs

und Sommers eine Menge uralter Wohnstätten, sog. +Höhlenwohnungen+,

entdeckt worden. Zwei, drei und vier Fuß unter der Oberfläche stieß

man beim Drainieren auf zahllose Glasscherben, Knochen von Thieren,

besonders von Schweinen, Rindern, Pferden und Hirschen, sowie auf

einzelne Geräthe. Nach der Beschaffenheit der Scherben und Geräthe

gehören diese ehemaligen Wohnstätten theils der letzten heidnischen und

zum Theil der Steinzeit an. Mehrere Kisten mit Knochen und Scherben

sind dem Schweriner Archiv übersandt worden.

(Korr. v. u. f. D. Nr. 401.)

84) Bei +Clermont+ im Oisedepartement hat man die +Ueberreste der

Brücke aufgefunden+, die Cäsar dort über die Sümpfe hatte schlagen

lassen, um die Bellovaker in ihrem Lager zu überraschen. Man hatte sich

bisher vielfach über die Oertlichkeit, wo diese Vorfälle stattgefunden

haben, gestritten.

(Ill. Ztg. Nr. 1311.)

85) Die werthvolle +Bibliothek+ des verstorbenen Sprachforschers

Franz +Bopp+ ist, wie man der Allgem. Ztg. aus Berlin schreibt, von

der Universität Ithaka in Amerika erworben worden. Die Doubletten hat

der Antiquar Stargardt in Berlin übernommen, mit andern werthvollen

Werken vereinigt und darüber ein Verzeichniß von etwa 1300 Nummern

veröffentlicht.

86) Von der Calve’schen k. k. Universitätsbuchhandlung in Prag ist

folgendes Schriftchen ausgegeben worden: „Diplomatische Abhandlung

über ein zu München aufbewahrtes Fragment eines +Sendschreibens des

Kaisers Glycerius an den Ostgothischen Feldherrn Widemir+, als die

einzige bisher bekannte occidentalisch-kaiserliche Urkunde etc. Von

J. C. Frhrn. v. Aretin. 8. 34 Stn.“ Ueber die in dieser Abhandlung

besprochene Urkunde war schon um 1759 ein Heft unter dem Titel: „Jo.

Adami E. B. de Ickstädt Observationes historico-criticae in epistolam

autographam Glycerii Imperatoris ad Widimerum Ostrogothorum Regem.

Monachii (prostat in Bibliopolio Elect. academico.) S. a. 4. 14 Stn.,

mit 1 Tafel.“ in zwei Auflagen erschienen, damals aber ziemlich

unbeachtet geblieben. Die betreffende, den Erben des kurfürstl.

Hofraths Frhrn. Widmer in München gehörige und schon seit länger als

einem Jahrhundert im Besitze der Widmer’schen Familie befindliche

Urkunde stammt aus dem J. 473 und ist nach v. Aretin’s Ausspruche

wegen ihres Alters sowohl, als wegen ihres Inhalts „eine der größten

Kostbarkeiten, mit welchen eine öffentliche Bibliothek geziert sein

kann.“

(N. Anz. v. Petzholdt, H. 8, S. 272.)

Mittheilungen.

Die den Freunden der älteren deutschen Literatur wohlbekannte

Bibliothek des verstorbenen Predigers +Kläden+ über deren Seltenheiten

(besonders der Schriften von Grimmelshausen) Holland, Keller u. A.

Mittheilungen gegeben, ist von dem Antiquar +Stargardt+ in Berlin

angekauft worden. -- Ein Verzeichniß derselben, das zugleich eine

Ergänzung zu +Heyse+’s Bücherschatz bildet, enthält ca. 2300 Nummern

zum Theil mit literarischen und bibliographischen Nachweisungen.

Auf Sp. 194 des diesjährigen Anzeigers ist durch Fortlassung eines

Komma ein Satz der Art entstellt, daß anzunehmen ist, es sei behauptet,

Luther habe die Stelle Sprüche Salomo’s 25,11 übersetzt: „Gold’ne

Aepfel mit silbernen Bildern.“ -- Richtig lautet der Satz aber: „In

der Vorrede ist das durch Göthe beliebt gewordene: Gold’ne Aepfel

in silbernen Schalen“ nach der lutherischen Bibelübersetzung, --

eigentlich: „mit silbernen Bildern“, -- benutzt.“

Der anscheinend auffallende Umstand, daß Sp. 196 bei der auf einen

Brief Dr. Suringar’s zu Leiden vom 25. Februar 1866 gestützten

Mittheilung über Sprengius die abweichende Ansicht Franck’s -- Anzeiger

1867, Sp. 10 und Herrig’s Archiv, Bd. 40, S. 91 -- nicht beachtet

ist, erklärt sich dadurch, daß mein Aufsatz im Anzeiger älter als der

Abdruck der Franck’schen Arbeit ist und +bereits im December 1866+[146]

nach Nürnberg abgesendet war.

+A. M. Ottow.+

An den Tagen vom 14.-21. September findet zu +Bonn+ ein von dem Verein

von Alterthumsfreunden im Rheinlande veranstalteter +internationaler

Congress für Alterthumskunde und Geschichte+ statt. Die Verhandlungen

werden, auf drei Sectionen vertheilt, Fragen aus der Urgeschichte, aus

dem heidnischen Alterthum und aus der christlichen Zeit zum Gegenstande

haben. Außerdem ist eine Ausstellung solcher Kunstwerke und Alterthümer

in Aussicht genommen, welche, in Privatbesitz oder Kirchen befindlich,

bisher wenig zugänglich waren, oder sich besonders als Material für die

vergleichende Kunstgeschichte eignen. Anmeldungen sind an den Vorstand

des obengenannten Vereins zu richten.

+Die Redaktion.+

Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (1868) Neue Folge. Fünfzehnter Band. · 第 100 / 150 题