An +Bethwerk+: Funff Einzlige Beth. Ein Pfulbe. Ein Kussen. An
+Geduchwerck+: Zwey vnd zwantzig Par leilach. Zwo Bethzichen. Zwo
Pfulbzichen. Sechsz Tischtücher. Zwey Newe Hemeder. Zwey Wameszer.
Zwey Par Hoszen. Ein Barchete Mutz. Drey Mahl Säck. An +Fasz+: 3
Fasz iedes ein Fuder. 2 halb Fuderige, 3 Dritthalb Eymerichs, ein
Anderthalb Eymerichs feszle. Ein Wage Zuber. Ein 10 Eimerige Kuffen.
Drey Butten. Ein hultzern Fasztrichter. Vier Gelden. Zween Kubel. An
+anderm Hauszgereth+: Drey Bethlade. Drey Truhen. Ein Backtrog. Ein
Verschlossener behalter. Noch ein langer verschlossener Behalter. Ein
Sumre. Zwo Halbe metze. Zween Nepf. Zween Flade schüssel. Ein ledern
Eymer. Zwo Höltzerne schüssel. Ein See Sodel[136]. Drey Dutzet Deller.
Ein Sieb. Ein Tisch. Vier Körb vnd Manne. An +Zin+: Vierzehen Zin
grosz vnd klein. Drey Mosz Kande. Drey Halbmosz Kande. Drey Viermosz
Kendle. Zwey kleine Fleschle. Ein Messener Han. Ein Liechtform. Zween
Leuchter. Zwo Scharre. Ein Stosz Eyszen. Drey Flegel. An +Eysenwerck+:
Zwo Pfannen. Ein Durchschlag[137]. Ein Trifuß. Zween Kessel. Ein
Kesselhole[138]. Ein Hewgabel. Ein Spiesz. Ein Ramkette. Ein Bindkette.
Ein Schnidmesser. Ein eissere Kette. Ein breite Hebe. Sechss Kerst. Ein
Bickel. Ein wisze Beihel. Ein Kuhkette. Zwey Beihel. Ein Wagen. Zween
Pflug. Ein Schar. Ein Seg. Ein bösz Aftergeschirr.
V. Inventarium über die in der Pfarrkirche zu Wertheim befindlichen
Silberkleinode, Gewänder u. s. w. 1525.
23 kelch silberen vnd vbergült, doran hat der prediger ein. 1 gros
silberen monstrantz vbergült zum sacramenth. 1 silberen vbergülte
monstrantz, dorin sant Kathera gebein ist[139]. 1 kleine silbere
monstrantz. 1 gros silberen krewtz. 1 berlein krewtzlein. 1 gros
silberen paten mit eim fusse. 1 silbere paten vbergült. 2 silberen
meszkennlich. 1 rothen samethen berlin mantel zum sacramenth. 1 gulden
kreutzlein nit gros. 1 vbergült Margen billein[140] vnd 1 vbergült
billein, die man an die gros monstrantzen hengkt, sein beyde klein. 1
schwartz samether beuthel. 1 bloen mantel zum sacramenth. 1 silberen
ketten mit etlichen kleinet daran hang. 1 silberen becher. 1 silberen
becher vbergült. 1 silberen buchsen vbergült, do das sacramenth in ist.
1 kron mit 7 perlenschappeln. 1 stuck bloer sameth bestickt mit berlin.
1 roden gulden ordenath. 1 weis ordenath mit 2 rocken. 2 silberen
schappelkron in der Sacristey. 5 dick schleyer. 2 schleyer mit gulden
leisten. 1 bloer damastat mantel, dran hangt 23 bar silberen schlos. 8
silberen ring. 1 großer silberer biesem apffell. 3 weis stein in silber
ring gefast. 8 korallen Pater Nr. 4 rocke vnser lieben frawen. -- Ein
Reihe diverser Caseln und Chormäntel von Seide, Sammt und Damast mit
Gold- und Perlenstickereien, Decken, Vorhänge, Grab- und Sargtücher,
Leuchter, Festival- und Ferialtücher u. A. Endlich befinden sich
noch „in der Begein[141] Haus und vff der Borkirchen“ verschiedene
nicht einzeln aufgeführte Gegenstände, wie Schleyer, Altartücher,
Handzwellen, Hungertücher, Untertücher, Kissen ins Grab, Fastentücher
für die Heiligen, u. s. w.
+Wertheim.+
+Dr. Alex. Kaufmann.+
Zur Geschichte der Feuerwaffen.
(Schluß.)
Eine Reihe interessanter Handfeuerwaffen bieten die Zeugbücher Kaiser
Maximilian’s in der k. k. Ambraser Sammlung in Wien, von denen das
german. Museum durch die gefällige Vermittlung des Herrn k. k.
Hauptmanns Quirin Leitner Durchzeichnungen erhalten hat. Wir geben
darnach verkleinert die der vorigen Nummer beiliegende Tafel.
Einen nicht unwichtigen Beitrag zur Geschichte der Handfeuerwaffen
bildet ein Gemälde im german. Museum vom Jahr 1502, welches den damals
vor Nürnberg stattgehabten Kampf der Nürnberger mit Markgraf Casimir
von Brandenburg darstellt. Das Bild ist 1,82 lang und 2,28 Met. hoch;
die einzelnen Figuren sind 16 Centim. hoch. Leider ist es jedoch nicht
miniaturartig ausgeführt, sondern mit Deckfarben auf Leinwand ziemlich
flüchtig gezeichnet, so daß das Detail der Gewehrformen nicht mit
Sicherheit entnommen werden kann. Fig. 3 zeigt zwei Mann aus diesem
Bilde, welches die Angaben Toll’s vollauf bestätigt, daß man nämlich
damals die Gewehre an der Wange angelegt habe. Ob ein Schloß am Gewehre
war, und auf welche Art die Entzündung stattfand, kann aus dem Bilde
nicht entnommen werden, obwohl der eine Krieger etwas in der Hand hat,
das einer Lunte ähnlich sieht.
Das Radschloß reicht bis in die ersten Jahre des 16. Jahrh. hinauf.
Nach Toll ward es schon 1506 in Geißlingen und noch 1533 in
Oesterreich verboten, da es lange für schädlich gehalten wurde.
Man sieht aber noch im 17. Jahrh. auf alten Abbildungen meist den
Luntenhahn. In Wallhausens Kriegskunst zu Pferdt (1616) hat die
Infanterie Luntengewehre, die Cavallerie aber Radschloßkarabiner.
Das german. Museum besitzt einige solche Gewehre, die dem 17. Jahrh.
angehören und zur Zeit des dreißigjährigen Krieges die allgemeine Waffe
des Fußvolkes gewesen zu scheinen.
[Illustration: Fig. 3.]
Auch an mehreren Hakenbüchsen des 16. und 17. Jahrh. kommt noch
der Luntenhahn vor, während die früheren blos Zündlöcher theils
oben, theils an der Seite zeigen. Ein Bruchstück eines schweren
Infanteriegewehres aus dem dreißigjährigen Kriege hat gar keinen Hahn,
sondern blos ein Zündloch mit Pfanne; ein anderes zeigt einen ungeheuer
langen Kolben von 0,90 Met., offenbar, um den Schützen vor der Flamme
der Pfanne zu decken.
Unter den Radschloßwaffen des german. Museums dürfte wol die älteste
eine Pistole sein, etwa aus der Mitte des 16. Jahrh., bei welcher sich
der Drücker nicht unten, sondern oben befindet, so daß man sich denken
könnte, er sei mit dem Daumen in Bewegung gesetzt worden, wenn nicht
der Drücker dem Daumen zu wehe gethan hätte, da er aus einem ziemlich
dünnen Blechstreifen besteht, dessen scharfe Kante angegriffen werden
müßte. Ein Loch in demselben läßt annehmen, daß eine Schnur daran
befestigt war, an welcher gezogen wurde, um die Pistole abzuschießen.
[Illustration: Fig. 4.]
Wenn wir einem der von Toll ausgesprochenen Sätze entgegentreten
möchten, so ist es der, daß das Luntenschloß erst nach dem Radschlosse
erfunden sein +könne+ und daß, weil das Kölner Einladungsschreiben von
1501 schon ein Luntenschloß zeigt, das Radschloß vor 1501 entstanden
sein +müsse+. Wir können uns recht gut die gleichzeitige, von einander
unabhängige Entstehung beider denken. Interessant ist, daß auch beide
an manchen Waffen gemeinsam zu finden sind, wie überhaupt eine doppelte
Vorrichtung nicht selten vorzukommen scheint; wenigstens sind solche an
mehreren Exemplaren des german. Museums combiniert. So unter Anderem
an einem einzelnen Schlosse unserer Sammlung, wo kein Zweifel bestehen
kann, daß hier nicht etwa eine spätere Abänderung vorliege, sondern
daß man die Absicht hatte, eine doppelte Vorrichtung anzubringen, um
auf jeden Fall sicher zu gehen. Hier wendet sich, wie gewöhnlich, der
Halter des Steins am Radschlosse gegen das Gesicht; ein Schwammschloß
steht da hinter und schlägt vom Gesichte weg gegen die Pfanne. Von
besonderem Interesse ist auch ein Gewehr mit der Jahreszahl 1571, das
eine doppelte Zündvorrichtung hat, nämlich ein schon ursprüngliches
Steinschloß und den Luntenhahn.
Wie hoch das Steinschloß hinaufgeht, sind wir augenblicklich nicht in
der Lage anzugeben.
[Illustration: Fig. 5.]
Wir geben unter Fig. 4 die Abbildung des Gewehres von 1571 und in Fig.
5 das Schloß in halber Naturgröße. Der Lauf hat eine Länge von 1,00
Met.; der Durchmesser an der Mündung im Lichten beträgt 0,015 Met., die
ganze Länge des Gewehres von der Mündung bis zum Ende des gekrümmten
Kolbens 1,40 Met. Zum Zielen ist bei O ein konisches Röhrchen auf den
Lauf aufgelegt, durch welches man das Zäpfchen P sieht. Der Lauf ist
unten achteckig; gegen die Mündung wird er rund; die Jahreszahl 1571
ist auf der Oberfläche des Laufes vor dem Röhrchen O eingegraben. Der
lange Hebel N setzt den Luntenhahn in Bewegung, der, wie gewöhnlich,
so eingerichtet ist, daß er sich von der Pfanne wieder entfernt,
sobald der Hebel losgelassen wird. Der Drücker M dient zur Bewegung
des Feuersteins. Wenn der Hahn gespannt ist, so steht er, wie in
Fig. 5, senkrecht. Dreht er sich bei Berührung des Drückers um seine
Achse, so schlägt der Stein gegen das Kreissegment H, welches fast die
Breite des Steines und, ähnlich wie das Rad des Radschlosses, an der
Cylinderfläche tiefe Rinnen hat. Zugleich bewegt sich jedoch der Ansatz
A am Hahn, welcher unten abgerundet ist, über das oben abgerundete
Ende B des Stängchens B C, dessen Ende B durch eine Feder von der
Unterlage weggedrückt wird, so daß das Ende C, welches rückwärts einen
Haken hat, den Stiel E K packt, welcher einen Deckel L auf der Pfanne
G hält. Bewegt sich nun A über B, so wird dieser Punkt gegen den Grund
gedrückt, C entfernt sich vom Grunde und das Häkchen läßt den Stiel E K
los. Die Feder D E drückt nun bei E den Stiel E K zurück, so daß sich
der Deckel L unter der Feder F weg von der Pfanne losschiebt und die
auf H sich bildenden Funken auf die Pfanne fallen.
Dem Schlusse des 16. Jahrhunderts gehört ein Falkonet an, das, von
Eisen geschmiedet, mit zwei Schildzapfen versehen ist und unmittelbar
bei den Schildzapfen zwei Handgriffe (Delphine) hat. Dasselbe hatte
offenbar seinen Platz in einem engen Gelasse, wo das 2 Met. lange Rohr
nicht zurückgeschoben werden konnte; um es zu laden, wurde daher der
hintere Boden herausgeschraubt, die Ladung von rückwärts eingeschoben
und mit einer tiefeingreifenden Schraube der Boden wieder befestigt.
Diese Art der Rückladung, die keineswegs rasch von statten gehen
konnte, ist verschieden von den Kammergeschützen. Die Festigkeit des
Verschlusses und die Sicherheit der Bedienungsmannschaft hängt dabei
natürlich von der Güte der Schraube ab.
Wie aus dem Aufsatze auf Sp. 262 ff. des vorjährigen Anzeigers nach
einem Manuscripte im germanischen Museum hervorgeht, hatte man die
Hinterlader blos der Raumersparniß wegen auf engen Thürmen, wo
nicht Spielung genug war, um die ganze Kanone von der Brustwehr
wegzuschieben und zu laden. Für solche Fälle ist auch ein Modell aus
dem 17. Jahrh. erdacht, das aus dem Dresdener Zeughause stammt, von
dem wir jedoch nicht wissen, ob es blos als Versinnlichung einer
Erfindung gemacht, oder ob es etwa Nachbildung eines bestehenden und
gebrauchten Geschützes ist, woran wir jedoch zweifeln möchten. Es ist
eine Doppelkanone; zwei mit dem Boden aneinander stoßende Röhren liegen
so auf einer Lafette, die dicht an der Brustwehr stehen kann, daß ein
Lauf nach vorn herausschaut, der zweite nach hinten. Der nach hinten
stehende Lauf wird wie eine gewöhnliche Kanone geladen, dann wird die
ganze Doppelröhre um die Mittelachse gedreht, so daß die geladene
Röhre nach vorn steht und losgeschossen werden kann, während sodann
die zweite Röhre gleichzeitig geladen wird. Das Umdrehen scheint eine
etwas merkwürdige Manipulation und das Zielen geradezu unmöglich,
da der Lauf sich gar nicht feststellen läßt, so daß kaum die Sache
praktische Bedeutung gehabt haben dürfte. Das Gleiche kann von einem
Modell in der Sammlung des german. Museums angenommen werden, das drei
unter einander communicierende parallele Kanonenläufe zeigt, so daß man
drei Schüsse auf einmal geben konnte. Auch die zierlichen Modelle der
Orgelgeschosse mögen zwar bestehenden Geschützen direkt nachgebildet
sein, wie man ja solche Höllenmaschinen schon in sehr alten Zeiten
hatte; allein eine große Verwendung, die wirklich auf die Kriegsführung
Einfluß gehabt hätte, fanden sie niemals. Zwei Modelle unserer Sammlung
von Kanonen mit den Jahreszahlen 1625 und 1695 haben nicht runde,
sondern flachliegende oblonge Röhren, so daß sie nach der Meinung
einiger Sachverständigen dazu dienten, Kartätschen zu schießen, um sie
möglichst horizontal zu zerstreuen.
Ein schön gearbeitetes Steinschloßgewehr, mit der Inschrift: „Du
Vivier Würtzburg“ bezeichnet, gehört dem 18. Jahrh. an. Es ist zur
Hinterladung eingerichtet; der Kolben dreht sich um ein Scharnier
herab, so daß metallene Patronenhülsen, an denen sich zugleich die
zugedeckte und mit Pulver versehene Pfanne befindet, eingeschoben
werden konnten, und man somit sehr rasch feuern konnte, wobei jedoch
der Schütze eine ziemliche Anzahl der schweren geladenen Patronen (man
kann sie als förmliche Kammern betrachten) im Bandelier vorräthig haben
mußte. Etwas jünger ist ein dreiläufiges Revolvergewehr (Drehling)
mit Steinschloß, sowie ein anderes Hinterladungsgewehr, das schon
in den Schluß des vorigen oder in den Beginn unseres Jahrhunderts
fällt; endlich ein dritter Hinterlader, der als Modell für Napoleon I.
verfertigt worden war.
Wir ergreifen diese Veranlassung, eine frühere Mittheilung unseres
Anzeigers zu berichtigen. Im Jahrg. 1862, Sp. 261 ist nämlich von
der Bombarde Sigismunds von Tirol die Rede, welche in jener Zeit als
Geschenk des regierenden Sultans von Rhodus, wo sie stand, nach Paris
in die Sammlung des Kaisers gelangte. Die Inschriften darauf lauten
nach einer uns vorliegenden genauen Zeichnung und Gypsabgüssen, die wir
der Freundlichkeit des Hrn. Oberstlieutenants Köhler in Danzig danken,
folgendermaßen: