IV. Fahrende Habe des Bauern Velten Fischer zu Unterwittbach. 1633.

An +Bethwerk+: Funff Einzlige Beth. Ein Pfulbe. Ein Kussen. An

+Geduchwerck+: Zwey vnd zwantzig Par leilach. Zwo Bethzichen. Zwo

Pfulbzichen. Sechsz Tischtücher. Zwey Newe Hemeder. Zwey Wameszer.

Zwey Par Hoszen. Ein Barchete Mutz. Drey Mahl Säck. An +Fasz+: 3

Fasz iedes ein Fuder. 2 halb Fuderige, 3 Dritthalb Eymerichs, ein

Anderthalb Eymerichs feszle. Ein Wage Zuber. Ein 10 Eimerige Kuffen.

Drey Butten. Ein hultzern Fasztrichter. Vier Gelden. Zween Kubel. An

+anderm Hauszgereth+: Drey Bethlade. Drey Truhen. Ein Backtrog. Ein

Verschlossener behalter. Noch ein langer verschlossener Behalter. Ein

Sumre. Zwo Halbe metze. Zween Nepf. Zween Flade schüssel. Ein ledern

Eymer. Zwo Höltzerne schüssel. Ein See Sodel[136]. Drey Dutzet Deller.

Ein Sieb. Ein Tisch. Vier Körb vnd Manne. An +Zin+: Vierzehen Zin

grosz vnd klein. Drey Mosz Kande. Drey Halbmosz Kande. Drey Viermosz

Kendle. Zwey kleine Fleschle. Ein Messener Han. Ein Liechtform. Zween

Leuchter. Zwo Scharre. Ein Stosz Eyszen. Drey Flegel. An +Eysenwerck+:

Zwo Pfannen. Ein Durchschlag[137]. Ein Trifuß. Zween Kessel. Ein

Kesselhole[138]. Ein Hewgabel. Ein Spiesz. Ein Ramkette. Ein Bindkette.

Ein Schnidmesser. Ein eissere Kette. Ein breite Hebe. Sechss Kerst. Ein

Bickel. Ein wisze Beihel. Ein Kuhkette. Zwey Beihel. Ein Wagen. Zween

Pflug. Ein Schar. Ein Seg. Ein bösz Aftergeschirr.

V. Inventarium über die in der Pfarrkirche zu Wertheim befindlichen

Silberkleinode, Gewänder u. s. w. 1525.

23 kelch silberen vnd vbergült, doran hat der prediger ein. 1 gros

silberen monstrantz vbergült zum sacramenth. 1 silberen vbergülte

monstrantz, dorin sant Kathera gebein ist[139]. 1 kleine silbere

monstrantz. 1 gros silberen krewtz. 1 berlein krewtzlein. 1 gros

silberen paten mit eim fusse. 1 silbere paten vbergült. 2 silberen

meszkennlich. 1 rothen samethen berlin mantel zum sacramenth. 1 gulden

kreutzlein nit gros. 1 vbergült Margen billein[140] vnd 1 vbergült

billein, die man an die gros monstrantzen hengkt, sein beyde klein. 1

schwartz samether beuthel. 1 bloen mantel zum sacramenth. 1 silberen

ketten mit etlichen kleinet daran hang. 1 silberen becher. 1 silberen

becher vbergült. 1 silberen buchsen vbergült, do das sacramenth in ist.

1 kron mit 7 perlenschappeln. 1 stuck bloer sameth bestickt mit berlin.

1 roden gulden ordenath. 1 weis ordenath mit 2 rocken. 2 silberen

schappelkron in der Sacristey. 5 dick schleyer. 2 schleyer mit gulden

leisten. 1 bloer damastat mantel, dran hangt 23 bar silberen schlos. 8

silberen ring. 1 großer silberer biesem apffell. 3 weis stein in silber

ring gefast. 8 korallen Pater Nr. 4 rocke vnser lieben frawen. -- Ein

Reihe diverser Caseln und Chormäntel von Seide, Sammt und Damast mit

Gold- und Perlenstickereien, Decken, Vorhänge, Grab- und Sargtücher,

Leuchter, Festival- und Ferialtücher u. A. Endlich befinden sich

noch „in der Begein[141] Haus und vff der Borkirchen“ verschiedene

nicht einzeln aufgeführte Gegenstände, wie Schleyer, Altartücher,

Handzwellen, Hungertücher, Untertücher, Kissen ins Grab, Fastentücher

für die Heiligen, u. s. w.

+Wertheim.+

+Dr. Alex. Kaufmann.+

Zur Geschichte der Feuerwaffen.

(Schluß.)

Eine Reihe interessanter Handfeuerwaffen bieten die Zeugbücher Kaiser

Maximilian’s in der k. k. Ambraser Sammlung in Wien, von denen das

german. Museum durch die gefällige Vermittlung des Herrn k. k.

Hauptmanns Quirin Leitner Durchzeichnungen erhalten hat. Wir geben

darnach verkleinert die der vorigen Nummer beiliegende Tafel.

Einen nicht unwichtigen Beitrag zur Geschichte der Handfeuerwaffen

bildet ein Gemälde im german. Museum vom Jahr 1502, welches den damals

vor Nürnberg stattgehabten Kampf der Nürnberger mit Markgraf Casimir

von Brandenburg darstellt. Das Bild ist 1,82 lang und 2,28 Met. hoch;

die einzelnen Figuren sind 16 Centim. hoch. Leider ist es jedoch nicht

miniaturartig ausgeführt, sondern mit Deckfarben auf Leinwand ziemlich

flüchtig gezeichnet, so daß das Detail der Gewehrformen nicht mit

Sicherheit entnommen werden kann. Fig. 3 zeigt zwei Mann aus diesem

Bilde, welches die Angaben Toll’s vollauf bestätigt, daß man nämlich

damals die Gewehre an der Wange angelegt habe. Ob ein Schloß am Gewehre

war, und auf welche Art die Entzündung stattfand, kann aus dem Bilde

nicht entnommen werden, obwohl der eine Krieger etwas in der Hand hat,

das einer Lunte ähnlich sieht.

Das Radschloß reicht bis in die ersten Jahre des 16. Jahrh. hinauf.

Nach Toll ward es schon 1506 in Geißlingen und noch 1533 in

Oesterreich verboten, da es lange für schädlich gehalten wurde.

Man sieht aber noch im 17. Jahrh. auf alten Abbildungen meist den

Luntenhahn. In Wallhausens Kriegskunst zu Pferdt (1616) hat die

Infanterie Luntengewehre, die Cavallerie aber Radschloßkarabiner.

Das german. Museum besitzt einige solche Gewehre, die dem 17. Jahrh.

angehören und zur Zeit des dreißigjährigen Krieges die allgemeine Waffe

des Fußvolkes gewesen zu scheinen.

[Illustration: Fig. 3.]

Auch an mehreren Hakenbüchsen des 16. und 17. Jahrh. kommt noch

der Luntenhahn vor, während die früheren blos Zündlöcher theils

oben, theils an der Seite zeigen. Ein Bruchstück eines schweren

Infanteriegewehres aus dem dreißigjährigen Kriege hat gar keinen Hahn,

sondern blos ein Zündloch mit Pfanne; ein anderes zeigt einen ungeheuer

langen Kolben von 0,90 Met., offenbar, um den Schützen vor der Flamme

der Pfanne zu decken.

Unter den Radschloßwaffen des german. Museums dürfte wol die älteste

eine Pistole sein, etwa aus der Mitte des 16. Jahrh., bei welcher sich

der Drücker nicht unten, sondern oben befindet, so daß man sich denken

könnte, er sei mit dem Daumen in Bewegung gesetzt worden, wenn nicht

der Drücker dem Daumen zu wehe gethan hätte, da er aus einem ziemlich

dünnen Blechstreifen besteht, dessen scharfe Kante angegriffen werden

müßte. Ein Loch in demselben läßt annehmen, daß eine Schnur daran

befestigt war, an welcher gezogen wurde, um die Pistole abzuschießen.

[Illustration: Fig. 4.]

Wenn wir einem der von Toll ausgesprochenen Sätze entgegentreten

möchten, so ist es der, daß das Luntenschloß erst nach dem Radschlosse

erfunden sein +könne+ und daß, weil das Kölner Einladungsschreiben von

1501 schon ein Luntenschloß zeigt, das Radschloß vor 1501 entstanden

sein +müsse+. Wir können uns recht gut die gleichzeitige, von einander

unabhängige Entstehung beider denken. Interessant ist, daß auch beide

an manchen Waffen gemeinsam zu finden sind, wie überhaupt eine doppelte

Vorrichtung nicht selten vorzukommen scheint; wenigstens sind solche an

mehreren Exemplaren des german. Museums combiniert. So unter Anderem

an einem einzelnen Schlosse unserer Sammlung, wo kein Zweifel bestehen

kann, daß hier nicht etwa eine spätere Abänderung vorliege, sondern

daß man die Absicht hatte, eine doppelte Vorrichtung anzubringen, um

auf jeden Fall sicher zu gehen. Hier wendet sich, wie gewöhnlich, der

Halter des Steins am Radschlosse gegen das Gesicht; ein Schwammschloß

steht da hinter und schlägt vom Gesichte weg gegen die Pfanne. Von

besonderem Interesse ist auch ein Gewehr mit der Jahreszahl 1571, das

eine doppelte Zündvorrichtung hat, nämlich ein schon ursprüngliches

Steinschloß und den Luntenhahn.

Wie hoch das Steinschloß hinaufgeht, sind wir augenblicklich nicht in

der Lage anzugeben.

[Illustration: Fig. 5.]

Wir geben unter Fig. 4 die Abbildung des Gewehres von 1571 und in Fig.

5 das Schloß in halber Naturgröße. Der Lauf hat eine Länge von 1,00

Met.; der Durchmesser an der Mündung im Lichten beträgt 0,015 Met., die

ganze Länge des Gewehres von der Mündung bis zum Ende des gekrümmten

Kolbens 1,40 Met. Zum Zielen ist bei O ein konisches Röhrchen auf den

Lauf aufgelegt, durch welches man das Zäpfchen P sieht. Der Lauf ist

unten achteckig; gegen die Mündung wird er rund; die Jahreszahl 1571

ist auf der Oberfläche des Laufes vor dem Röhrchen O eingegraben. Der

lange Hebel N setzt den Luntenhahn in Bewegung, der, wie gewöhnlich,

so eingerichtet ist, daß er sich von der Pfanne wieder entfernt,

sobald der Hebel losgelassen wird. Der Drücker M dient zur Bewegung

des Feuersteins. Wenn der Hahn gespannt ist, so steht er, wie in

Fig. 5, senkrecht. Dreht er sich bei Berührung des Drückers um seine

Achse, so schlägt der Stein gegen das Kreissegment H, welches fast die

Breite des Steines und, ähnlich wie das Rad des Radschlosses, an der

Cylinderfläche tiefe Rinnen hat. Zugleich bewegt sich jedoch der Ansatz

A am Hahn, welcher unten abgerundet ist, über das oben abgerundete

Ende B des Stängchens B C, dessen Ende B durch eine Feder von der

Unterlage weggedrückt wird, so daß das Ende C, welches rückwärts einen

Haken hat, den Stiel E K packt, welcher einen Deckel L auf der Pfanne

G hält. Bewegt sich nun A über B, so wird dieser Punkt gegen den Grund

gedrückt, C entfernt sich vom Grunde und das Häkchen läßt den Stiel E K

los. Die Feder D E drückt nun bei E den Stiel E K zurück, so daß sich

der Deckel L unter der Feder F weg von der Pfanne losschiebt und die

auf H sich bildenden Funken auf die Pfanne fallen.

Dem Schlusse des 16. Jahrhunderts gehört ein Falkonet an, das, von

Eisen geschmiedet, mit zwei Schildzapfen versehen ist und unmittelbar

bei den Schildzapfen zwei Handgriffe (Delphine) hat. Dasselbe hatte

offenbar seinen Platz in einem engen Gelasse, wo das 2 Met. lange Rohr

nicht zurückgeschoben werden konnte; um es zu laden, wurde daher der

hintere Boden herausgeschraubt, die Ladung von rückwärts eingeschoben

und mit einer tiefeingreifenden Schraube der Boden wieder befestigt.

Diese Art der Rückladung, die keineswegs rasch von statten gehen

konnte, ist verschieden von den Kammergeschützen. Die Festigkeit des

Verschlusses und die Sicherheit der Bedienungsmannschaft hängt dabei

natürlich von der Güte der Schraube ab.

Wie aus dem Aufsatze auf Sp. 262 ff. des vorjährigen Anzeigers nach

einem Manuscripte im germanischen Museum hervorgeht, hatte man die

Hinterlader blos der Raumersparniß wegen auf engen Thürmen, wo

nicht Spielung genug war, um die ganze Kanone von der Brustwehr

wegzuschieben und zu laden. Für solche Fälle ist auch ein Modell aus

dem 17. Jahrh. erdacht, das aus dem Dresdener Zeughause stammt, von

dem wir jedoch nicht wissen, ob es blos als Versinnlichung einer

Erfindung gemacht, oder ob es etwa Nachbildung eines bestehenden und

gebrauchten Geschützes ist, woran wir jedoch zweifeln möchten. Es ist

eine Doppelkanone; zwei mit dem Boden aneinander stoßende Röhren liegen

so auf einer Lafette, die dicht an der Brustwehr stehen kann, daß ein

Lauf nach vorn herausschaut, der zweite nach hinten. Der nach hinten

stehende Lauf wird wie eine gewöhnliche Kanone geladen, dann wird die

ganze Doppelröhre um die Mittelachse gedreht, so daß die geladene

Röhre nach vorn steht und losgeschossen werden kann, während sodann

die zweite Röhre gleichzeitig geladen wird. Das Umdrehen scheint eine

etwas merkwürdige Manipulation und das Zielen geradezu unmöglich,

da der Lauf sich gar nicht feststellen läßt, so daß kaum die Sache

praktische Bedeutung gehabt haben dürfte. Das Gleiche kann von einem

Modell in der Sammlung des german. Museums angenommen werden, das drei

unter einander communicierende parallele Kanonenläufe zeigt, so daß man

drei Schüsse auf einmal geben konnte. Auch die zierlichen Modelle der

Orgelgeschosse mögen zwar bestehenden Geschützen direkt nachgebildet

sein, wie man ja solche Höllenmaschinen schon in sehr alten Zeiten

hatte; allein eine große Verwendung, die wirklich auf die Kriegsführung

Einfluß gehabt hätte, fanden sie niemals. Zwei Modelle unserer Sammlung

von Kanonen mit den Jahreszahlen 1625 und 1695 haben nicht runde,

sondern flachliegende oblonge Röhren, so daß sie nach der Meinung

einiger Sachverständigen dazu dienten, Kartätschen zu schießen, um sie

möglichst horizontal zu zerstreuen.

Ein schön gearbeitetes Steinschloßgewehr, mit der Inschrift: „Du

Vivier Würtzburg“ bezeichnet, gehört dem 18. Jahrh. an. Es ist zur

Hinterladung eingerichtet; der Kolben dreht sich um ein Scharnier

herab, so daß metallene Patronenhülsen, an denen sich zugleich die

zugedeckte und mit Pulver versehene Pfanne befindet, eingeschoben

werden konnten, und man somit sehr rasch feuern konnte, wobei jedoch

der Schütze eine ziemliche Anzahl der schweren geladenen Patronen (man

kann sie als förmliche Kammern betrachten) im Bandelier vorräthig haben

mußte. Etwas jünger ist ein dreiläufiges Revolvergewehr (Drehling)

mit Steinschloß, sowie ein anderes Hinterladungsgewehr, das schon

in den Schluß des vorigen oder in den Beginn unseres Jahrhunderts

fällt; endlich ein dritter Hinterlader, der als Modell für Napoleon I.

verfertigt worden war.

Wir ergreifen diese Veranlassung, eine frühere Mittheilung unseres

Anzeigers zu berichtigen. Im Jahrg. 1862, Sp. 261 ist nämlich von

der Bombarde Sigismunds von Tirol die Rede, welche in jener Zeit als

Geschenk des regierenden Sultans von Rhodus, wo sie stand, nach Paris

in die Sammlung des Kaisers gelangte. Die Inschriften darauf lauten

nach einer uns vorliegenden genauen Zeichnung und Gypsabgüssen, die wir

der Freundlichkeit des Hrn. Oberstlieutenants Köhler in Danzig danken,

folgendermaßen:

Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (1868) Neue Folge. Fünfzehnter Band. · 第 91 / 150 题