A. E.

7) +Joseph Eutych Kopp+ als Verfasser, Dichter, Staatsmann

und Geschichtsforscher, dargestellt von +Alois Lütolf+. Erste

Abtheilung. Luzern. Verlag von Franz Jos. Schiffmann. 1868. 8. 192

Stn.

Wenn unter den schweizerischen Geschichtsforschern, nächst Gilg Tschudi

und Johannes v. Müller, irgend einer eine ausführliche Biographie

verdiente, so ist es gewiß J. E. Kopp, dessen Name eine neue Epoche

schweizerischer Geschichtsforschung bezeichnet; und diese Biographie

ist in gute Hände gekommen, da Herr Lütolf, dermal Subregens am

bischöfl. Seminar in Solothurn, selbst tüchtiger Geschichtsforscher,

auch viele Jahre hindurch mit Kopp in nahem, vertrautem Verhältnisse

stand und nach dessen Tod über ein reiches, sehr interessantes Material

zu einer solchen Arbeit verfügen konnte. Die ziemlich einläßliche

Schrift weist in klarer, bündiger Weise nach, wie Kopp allmählich

zum gründlichen und immer gründlicheren Geschichtsforscher sich

heranbildete, wie wahrheitsliebend, gewissenhaft, scharfsinnig und

unermüdet er dabei verfuhr, und wie das, was er zunächst für die

Geschichte der eidgenössischen Bünde leistete, auch auf die neuere

Geschichtschreibung unverkennbare Rückwirkung ausübte. Die Darstellung

gewinnt sehr dadurch, daß Lütolf meistens seinen Helden selbst reden

läßt. Die Ausstattung des Buches ist vortrefflich; der Preis billig.

8) +Das monumentale Rheinland.+ Autographische Abbildungen der

hervorragendsten Baudenkmale des Mittelalters am Rhein und seinen

Nebenflüssen, von +Dr. Fr. Bock+. Cöln u. Neuß. Verlag von L.

Schwann. 8.

Der fleißige Herausgeber hat sich in diesem Werke auf das Gebiet

der Architektur begeben und hat es unternommen, eine Anzahl der

interessanten Kirchen, an denen das Rheinland so reich ist und die

theilweise unbekannt, theilweise nicht genügend bekannt waren, in

trefflichen Zeichnungen des Architekten Schneider in Aachen, eines

Schülers Ungewitters, zu veröffentlichen; die Abteikirche zu Lorch, die

Liebfrauenkirche zu Oberwesel, Kirche und Wernerskapelle zu Bacharach

und die Stiftskirche zu Andernach bilden den Inhalt der ersten vier

Lieferungen.

_Aufsätze in Zeitschriften._

+Katholische Blätter aus Tirol+: Nr. 34. Ein Beitrag zur Geschichte

der Wiedertäufer in Tirol. (Aus dem Gerichtsarchiv in Sarntheim.)

Malefiz-Recht der Erharte Yrscher.

+Blätter f. liter. Unterhaltung+: Nr. 4, S. 62. Die Quelle zu

Gottfried’s „Tristan“.

+Europa+: Nr. 4, Sp. 119. Geschichtliches über unsere Hausthiere.

+Die Gartenlaube:+ Nr. 5, S. 68. Die Inselburg (Pfalz) im Rhein. --

S. 75. Ein Bild deutscher Volkslust (Sichelhänget und Hahnentanzen

im Steinlachthal in Schwaben).

+Deutsche Kunst-Zeitung+: 1868, Nr. 1, S. 6 ff. Das Bayerische

National-Museum in München. (Erwin Förster.)

+Schles. Provinzialblätter+: Decbr. 1867, S. 708. Polizeiordnung

des Magistrats zu Neustadt, betreffend die Feier bei Verlöbnissen,

Hochzeiten und Taufen, aus dem Jahre 1589. Mitgetheilt von Pfarrer

A. Weltzel. -- S. 728. Zur Kritik der ersten schlesischen Bischöfe.

(Ulfilas.) -- S. 731. Oberschlesische Liebeslieder.

+Sonntagsblatt+ (von E. Dohm): Nr. 1 f. Barbarossa und die Sage von

seiner Wiederkehr.

+Ueber Land und Meer+: (1868) Nr. 17. Das alte Heidelberg und das

Heidelberger Schloß vor seiner Zerstörung. -- Nr. 19, S. 306.

Schloß Triefenstein am Main.

+Volksblatt f. Stadt u. Land+: Nr. 9. Odenwälder Briefe. III.

(Ueber Melanchthon.)

+Zeitschrift des Anwaltsvereins f. Bayern+: VIII, 2 ff.

Gutsanheiratung im Bayerischen.

+Zeitschrift f. bild. Kunst+: 3. Heft, S. 63. Weberei und Stickerei

bei den Alten, vom Standpunkte der Kunst. (Jak. Falke.)

+Allgemeine Zeitung+: Beil. Nr. 15 u. 17. Aus dem Isarwinkel. II.

Linguistische Fündlingsblöcke. (Dr. Sepp.) -- Nr. 24. Zur Gudrun.

Von Konrad Hofmann. (Mythische u. histor. Bestandtheile der Sage.)

-- Nr. 26 f. Neue Forschungen aus Alt-Tirol. -- Nr. 29. Wiesbadener

Kur- und Kunststudien. II. (I: 1867, Nr. 284.)

+Illustrirte Zeitung+: Nr. 1280. Die Grabplatten-Abdrücke im

Alterthums-Museum zu Freiberg. -- Ein norwegisches Fahrzeug aus

der Wikinger Zeit. Die Wappen der Cantone der schweizerischen

Eidgenossenschaft. -- Nr. 1281. Die Reismühle, angebliche

Geburtsstätte Karl’s des Großen. -- Nr. 1283, S. 83. Glasmalereien

für den Chor des Kölner Doms (im Stile des 14. Jahrhunderts).

Vermischte Nachrichten.

11) Innerhalb des großen Baukörpers der +Marienkirche zu Danzig+,

deren Mauern, wie Th. Hirsch überzeugend nachgewiesen, der Zeit von

1403-1502 angehören, entdeckte ich kürzlich -- was von allen andern

Forschern bisher übersehen worden ist -- noch sehr +bedeutende+,

vortrefflich erhaltene Ueberreste der älteren, 1343-59 erbauten Kirche,

welche Basilikenform hatte. Einen Theil der Grundmauern derselben

hatte Hirsch, auf alte Tradition fußend, nachgewiesen. Es sind aber

noch 2 Joche der beiden Seitenschiffe, das zugehörige Stück des

Mittelschiffes und ihre Mauern, Gewölbe mit Consolen edelster Bildung,

Fenstern, incl. Maßwerk etc. vollständig vorhanden. Ich bin nun im

Stande, die alte Kirche nach allen Dimensionen genau zu zeichnen. Durch

diese für die Baugeschichte Danzigs wichtige Entdeckung -- diese Theile

dürften die +ältesten+ bedeutenderen Architekturtheile in Danzig sein

und zu den schönsten derselben gehören -- werden die von Th. Hirsch und

J. C. Schultz gegebenen Nachrichten nicht nur bestätigt, sondern auch

bedeutend erweitert. Sobald die Jahreszeit eingehenderen technischen

Untersuchungen günstiger sein wird, werde ich solche ausführen und dann

in diesen Blättern genaueren Bericht darüber erstatten.

+Danzig.+

+R. Bergau.+

12) Der Westflügel des ehemaligen +Franziskaner-Klosters+ in +Danzig+

wird gegenwärtig zum Local für die Gewerbeschule umgebaut. Die 1793

eingeschlagenen Zellen- oder Netz-Gewölbe (von Büsching in Kugler’s

Museum 1835, S. 107 und 118, „Zuckerhut- oder Mützengewölbe“, von E.

Strehlke im Organ für christliche Kunst 1855, S. 167, „Kuffengewölbe“

genannt) im Westflügel des Kreuzganges sind in trefflichster Weise und

nach dem Muster der alten (Ende des 15. Jahrhunderts erbauten) Gewölbe

hergestellt worden.

+Danzig.+

+R. Bergau.+

13) Herr Major Köhler in Danzig, welcher eifrigst und mit bestem

Erfolge die Geschichte der Befestigung Danzigs im 15. und 16.

Jahrhundert studiert und in Folge dessen höchst interessante und sehr

wichtige Ergänzungen und Berichtigungen zu dem etwas mangelhaften

ersten Abschnitt der Geschichte der Festungswerke Danzigs von K. Hoburg

(Danzig 1852) zu liefern im Stande ist, hat kürzlich im Stadt-Archiv

zu Danzig eine bisher nicht genügend beachtete, große +Zeichnung+

gefunden, welche den Zustand der westlichen Hälfte der +Danziger

Stadtmauern+ im Jahre 1520 mit allen Einzelheiten klar darstellt und

das hellste Licht auf den Zustand der Befestigung während dieser

besonders interessanten Periode wirft.

Sie ist demnach für die Geschichte der Befestigung von der höchsten

Wichtigkeit.

+Danzig.+

+R. Bergau.+

14) König +Ludwig+ II. von +Bayern+ hat genehmigt, daß zum Zwecke der

+Erhaltung+ der in Beziehung auf Kunst und Geschichte merkwürdigen

+Denkmale+ und +Alterthümer+ im Königreiche eine Kommission von

Sachverständigen gebildet werde, welche unter der unmittelbaren Leitung

des Staatsministers des Innern für Kirchen- und Schulangelegenheiten

steht, und daß dieser Kommission ein Generalkonservator als Mitglied

beigegeben werde, welcher nach näherem Auftrage des Ministers

alljährlich einzelne Theile des Königreiches zu bereisen, die in Bezug

auf Architektur, Skulptur, Malerei und Kunstindustrie denkwürdigen

Werke zu verzeichnen und bezüglich der Erhaltung oder Nutzbarmachung

derselben geeignete Vorschläge zu machen hat. Die Funktion eines

Generalkonservators für diese Zwecke ist in widerruflicher Weise

dem Professor und Konservator des Kupferstichkabinets, Dr. v.

Hefner-Alteneck, übertragen.

(Korr. v. u. f. D. Nr. 57, Frk. Kur. Nr. 31.)

15) In +München+ wird am 16. März die +Kunstsammlung des Bildhauers J.

O. Entres+ durch den Kunsthändler J. Aumüller +versteigert+ werden,

welcher soeben den Katalog versendet hat. Entres, ein alter Sammler

und tüchtiger Kenner, legte den Grund zu seiner schönen Sammlung noch

zu einer Zeit, wo nur Wenige Sinn für die Denkmäler des Mittelalters

hatten, und so kam es, dass sich nach und nach alle verfügbaren Räume

seines Hauses mit kostbaren Gemälden, Skulpturen, Antiquitäten,

Kupferstichen, Holzschnitten u. s. w. füllten. Besonders sollen die

Gemälde alter Meister aus den verschiedenen Schulen und die Skulpturen

sehr interessant sein. Der Katalog umfaßt nicht weniger als 3940

Nummern; auch einige neuere Meister auf dem Gebiete der Malerei sind

vertreten.

(Korr. Nr. 71, nach d. A. Abdztg.)

16) In +Heidelberg+ sind bei dem Neubau einiger Häuser am Westende der

Stadt neulich die +Fundamente des alten Speierer Thores aufgefunden+

worden. Auch wurden zu gleicher Zeit mancherlei Rüstungen und Waffen

ausgegraben, die wahrscheinlich aus der Zeit des dreißigjährigen

Krieges herrühren, wo bei der Belagerung der Stadt und des Schlosses

Heidelberg durch Tilly an dem Thore heftige Kämpfe vorgefallen sein

mögen. Endlich ist ein Theil eines unterirdischen Ganges entdeckt

worden, der vom Schloß auf den Marktplatz führte.

(Korr. Nr. 74.)

17) Die Resultate verschiedener +Ausgrabungen+ in der +norddeutschen

Tiefebene+ sind von dem Baron von Dücker der Geographischen

Gesellschaft in Berlin vorgelegt worden. Die Gräber, aus welchen die

Funde herstammen, lagen meistens auf Inseln in der Mitte norddeutscher

Landseen, wie namentlich auf einer Insel des Sees bei Königswalde,

desgleichen auf einer andern im Plönes-See, 3½ Meilen von Stargard,

und auf zwei kleinen Inseln im Scharmützelsee bei Fürstenwalde.

Die Urnen, welche Hr. v. Dücker mit den in ihnen aufgefundenen

Gegenständen vorzeigte, befanden sich in einer auf dem nordwestlichen

Ufer des Scharmützelsees sich erstreckenden Hügelreihe aus gelbem

Diluvialsande, in welchem sie 2-3 Fuß unter der Oberfläche zwischen

Feldsteinen gebettet waren. Sie enthalten außer Schmucksachen von

Bronze vornehmlich Reste menschlicher Gebeine. Bisweilen wurden auch

rohe Feuersteinmesser in der Nähe gefunden. Merkwürdigerweise sind die

Knochen, Schädelstücke und Zähne häufig von außerordentlich kleinen

Dimensionen.

(Ill. Ztg. Nr. 1282.)

18) In der Feengrotte zwischen St. Aubin und Vaumarcus im Canton

+Neuenburg+ wurden zwei +Armspangen von Glas+, von blauer und violetter

Farbe, acht römische Medaillen und Spangen von Bronze, sowie eine

Agraffe von demselben Metall gefunden.

(Dies. Nr. 1288.)

19) In der +Londoner Vorstadt Highbury+ wurde beim Umgraben eines

Streifens Wiesenland eine +Vase mit etwa 7000 Silbermünzen+

verschiedener englischer, irischer und schottischer Grafschaften

nebst einer Anzahl von auswärtigen Stücken, darunter venetianische

und +deutsche+, zwei Goldmünzen aus der Zeit Eduard’s III. und ein

Rosenkranz aus Bernstein gefunden. Man vermuthet, daß der Schatz,

der an die Krone abgeliefert wurde, den Rittern des Johanniterordens

gehörte und von ihnen im Jahre 1381, als die Rebellen unter Wat Tyler

die bei dem Fundorte gelegene Priorei des Ordens angriffen, stürmten

und verbrannten, vergraben wurde.

(Korr. Nr. 67.)

20) Unter den +Preisaufgaben+, welche die +Société Dunkerquoise pour

l’encouragement des sciences+ etc. für das Jahr 1868 ausgeschrieben

hat, befinden sich folgende historische: eine populäre Geschichte von

Dünkirchen (für Elementar- und Sonntagsschulen) und eine Abhandlung

(étude) über das Leben und die Werke des Malers Jean de Reyn von

Dünkirchen. Für 1869 ist ausgeschrieben: eine gedrängt (succinctement)

abgefaßte Geschichte der Industrie des Alcohols im nördlichen

Frankreich. Der Preis für jede gekrönte Schrift besteht in einer

goldenen Medaille, unter Hinzufügung von 100 Frcs. für die Lösung

der erstgenannten Aufgabe. Die Arbeiten sind vor dem 1. Juli jeden

Concursjahres an den Secretär der Gesellschaft, bei welchem auch nähere

Auskunft zu erholen ist, einzusenden.

Mittheilungen.

Im Verlage von +Ferdinand Enke+ in +Erlangen+ ist soeben erschienen:

=Gengler, Dr. Heinrich Gottfried, Codex juris municipalis

Germaniae medii aevi.= Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und

Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter. Erster Band,

3. u. 4. Heft. Lex. 8. geh. Preis 2 Thlr. 16 Sgr. oder 4 fl. 20 kr.

Preis des nun vollständigen ersten Bandes, enthaltend A-D, 5 Thlr.

14 Sgr. oder 9 fl. 20 kr.

=Einladung zur Subscription=

auf eine

=Geschichte von Eysölden und Umgegend=.

Die Burg und die Ruine Stauf mit dem angrenzenden Landeck schauen nach

allen Seiten weit in’s Land hinein und ziehen die Aufmerksamkeit des

Wanderers schon von ferne auf sich. Jeder, der sie ansieht, möchte

aber auch gerne etwas Näheres über sie wissen und erfahren: wer früher

daselbst gehauset, wer sie erbaut, bewohnt und zerstört hat. Um diese

beiden Berge herum liegen die Ortschaften Thalmessing, Aue, Gebersdorf,

Ruppmannsburg, Schwimmbach, Offenbau, Pyras, Mindorf, Eysölden,

Alfershausen u. a., die dem ehemaligen Amte Stauf und Landeck untergeben

waren, und deren Vorzeit reich an wichtigen Begebenheiten ist.

Man glaubt einem allgemeinen Wunsch und Bedürfniß zu entsprechen, wenn

man eine Geschichte von Eysölden und den übrigen genannten Orten und

Burgen der Oeffentlichkeit übergibt und zum Kaufe anbietet.

Der Umfang dieser Schrift kann 8 bis 10 Bogen stark werden und soll

broschiert den Preis von 1 fl. 15 kr. nicht übersteigen. Sobald die

zur Deckung der Kosten erforderliche Zahl von Abnehmern vorhanden ist,

wird mit dem Drucke begonnen und der Subscriptionspreis erst bei der

Ablieferung bezahlt.

+Mkt. Eysölden.+

=Dr. Hübsch=, Pfr.

Verantwortliche Redaction: A. +Essenwein+. Dr. G. K. +Frommann+. Dr. A.

v. +Eye+.

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in

Nürnberg.

Sebald’sche Buchdruckerei in Nürnberg.

Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (1868) Neue Folge. Fünfzehnter Band. · 第 26 / 150 题