Unter andern Eigenschaften, welche den Charakter der Danae schätzbar
machten, war auch diese, daß sie eine vortreffliche Freundin war. So
gleichgültig sie, bis auf die Zeit da sich Agathon ihres Herzens
bemeisterte, gegen den Vorwurf der Unbeständigkeit in der Liebe auch immer
gewesen war: so zuverlässig und standhaft war sie jederzeit in der
Freundschaft gewesen. Sie liebte ihre Freunde mit einer Zärtlichkeit,
welche von Leuten, die bloß nach dem äußerlichen Ausdruck urteilen, leicht
einem eigennützigern Affekt beigemessen werden konnte; denn diese
Zärtlichkeit stieg bis zum wirksamsten Grade der Leidenschaft, sobald es
darauf ankam, einem unglücklichen Freunde Dienste zu leisten. Es war kein
Vergnügen, welches sie nicht in einem solchen Falle den Pflichten der
Freundschaft aufgeopfert hätte.
Eine Veranlassung von dieser Art (wovon die Umstände mit unsrer Geschichte
in keiner Beziehung stehen) hatte sie auf einige Tage von Smyrna abgerufen.
Agathon mußte zurückbleiben, und die gutherzige Danae, mit dem Beweise
zufrieden, den ihr sein Schmerz bei ihrem Abschied von seiner Liebe gab,
versüßte sich ihren eigenen durch die Vorstellung, daß die kurze Trennung
ihm den Wert seiner Glückseligkeit weit lebhafter zu fühlen geben werde,
als eine ununterbrochene Gegenwart. Ruhig über den Besitz seines Herzens
empfahl sie ihm desto eifriger, sich während ihrer Abwesenheit den Freuden,
welche das reiche und wollüstige Smyrna verschaffen konnte, zu überlassen,
je gewisser sie war, daß sie von dergleichen Zerstreuungen nichts zu
besorgen habe.
Allein Agathon hatte bereits angefangen, den Geschmack an diesen
Lustbarkeiten zu verlieren. So lebhaft, so manchfaltig, so berauschend
sie sein mögen, so sind sie doch nicht fähig einen Geist wie der seinige
war, lange einzunehmen. Als eine Beschäftigung betrachtet, können sie es
nur für Leute sein, die sonst zu nichts taugen; und Vergnügungen bleiben
sie nur so lange als sie neu sind. Je lebhafter sie sind, desto bälder
folgen Sättigung und Ermüdung; und alle ihre anscheinende Manchfaltigkeit
kann bei einem fortgesetzten Gebrauch das Einförmige nicht verbergen,
wodurch sie endlich selbst der verdienstlosesten Klasse der Weltleute
ekelhaft werden. Die Abwesenheit der Danae benahm ihnen vollends noch den
einzigen Reiz, den sie noch für ihn gehabt hätten, das Vergnügen sie daran
Anteil nehmen zu sehen. Er brachte also bei nahe die ganze Zeit ihrer
Abwesenheit in einer Einsamkeit zu, von welcher ihn das beschäftigte Leben
zu Athen und die wollüstige Muße zu Smyrna schon etliche Jahre entwöhnet
hatten. Hier ging es ihm anfangs wie denen welche aus einem stark
erleuchteten Ort auf einmal ins Dunkle kommen. Seine Seele fühlte sich
leer, weil sie allzuvoll war; er schrieb dieses der Abwesenheit seiner
Freundin zu; er fühlte daß sie ihm mangelte, und dachte nicht daran, daß
er sie weniger vermißt haben würde, wenn die Nerven seines Geistes durch
die Gewohnheit einer wollüstigen Passivität nicht eingeschläfert worden
wären. Die ersten Tage schlichen für ihn in einer Art von zärtlicher
Melancholie vorbei, welche nicht ohne Anmut war. Danae war beinahe der
einzige Gegenstand, womit seine in sich selbst zurückgezogene Seele sich
beschäftigte; oder wenn seine Erinnerung in vorhergehende Zeiten zurück
ging, wenn sie ihm das Bild seiner Psyche, oder die schimmernden Auftritte
seines Republikanischen Lebens vorhielt, so war es nur, um den Wert der
unvergleichlichen Danae und die ruhige Glückseligkeit eines allein der
Liebe, der Freundschaft, den Musen, und den Göttinnen der Freude geweihten
Privatlebens in ein höheres Licht zu setzen. Seine Liebe belebte sich
aufs neue. Sie verbreitete wieder diese begeisternde Wärme durch sein
Wesen, welche die Triebfedern des Herzens und der Einbildungs-Kraft so
harmonisch zusammenspielen macht. Er entwarf sich die Idee einer
Lebens-Art, welche (Dank seiner dichterischen Phantasie!) mehr das Leben
eines Gottes, als eines Sterblichen schien. Danae glänzte darin aus einem
Himmel von lachenden Bildern der Freude und Glückseligkeit hervor.
Entzückt von diesen angenehmen Träumen, beschloß er bei sich selbst, sein
Schicksal auf immer mit dem ihrigen zu vereinigen. Er hielt sie für
würdig, diesen Agathon glücklich zu machen, welcher zu stolz gewesen wäre,
das schimmerndste Glück aus der Hand eines Königs anzunehmen. Dieser
Entschluß, welcher bei tausend andern eine nur sehr zweideutige Probe der
Liebe sein würde, war in der Tat, nach seiner Art zu denken, der Beweis,
daß die seinige auf den höchsten Grad gestiegen war.
In einem für die Absichten der Danae so günstigen Gemüts-Zustand befand er
sich, als Hippias ihm einen Besuch machte, um sich auf eine
Freundschaftliche Art über die Einsamkeit zu beklagen, worin er seit der
Entfernung der schönen Danae lebte. Danae sollte zu frieden sein, sagte
er in scherzhaftem Ton, den liebenswürdigen Callias für sich allein zu
behalten, wenn sie gegenwärtig sei; aber ihn auch in ihrer Abwesenheit der
Welt zu entziehen, das sei zuviel, und müsse endlich die Folge haben, die
Schönen zu Smyrna in eine allgemeine Zusammenverschwörung gegen sie zu
ziehen. Agathon beantwortete diesen Scherz in dem nämlichen Ton;
unvermerkt wurde das Gespräch interessant, ohne daß der Sophist eine
besondere Absicht dabei zu haben schien. Er bemühte sich seinem Freunde
zu beweisen, daß er Unrecht habe, der Gesellschaft zu entsagen, um sich
mit den Dryaden von seiner Liebe zu besprechen, und die Zephyrs mit
Seufzern und Botschaften an seine Abwesende zu beladen. Er malte ihm mit
verführischen Farben die Vergnügungen vor, deren er sich beraube, und
vergaß auch das Lächerliche nicht, welches er sich durch eine so seltsame
Laune in den Augen der Schönen gebe. Seiner Meinung nach sollte ein
Callias sich an einer einzigen Eroberung, so glänzend sie auch immer sein
möchte, nicht begnügen lassen; er, dem seine Vorzüge das Recht geben,
seinem Ehrgeiz in dieser Sphäre keine Grenzen zu setzen, und der nur zu
erscheinen brauche um zu siegen. Er bewies die Wahrheit dieser
Schmeichelei mit den besondern Ansprüchen, welche einige von den
berühmtesten Schönheiten zu Smyrna auf ihn machten; seinem Vorgeben nach,
lag es nur an Agathon, seine Eitelkeit, seine Neubegier und seinen Hang
zum Vergnügen zu gleicher Zeit zu befriedigen, und auf eine so
mannichfaltige Art glücklich zu sein, als sich die verzärteltste
Einbildung nur immer wünschen könne.
Agathon hatte auf alle diese schöne Vorspieglungen nur Eine Antwort--seine
Liebe zu Danae. Der Sophist fand sie unzulänglich. Eben diese Ursachen,
welche seine Liebe zu Danae hervorgebracht hatten, sollten ihn auch für
die Reizungen andrer Schönen empfindlich machen. Seiner Meinung nach
machte die Abwechselung der Gegenstände das größeste Glück der Liebe aus.
Er behauptete diesen Satz durch eine sehr lebhafte Ausführung der
besondern Vergnügungen, welche mit der Besiegung einer jeden besondern
Klasse der Schönen verbunden sei. Die Unwissende und die Erfahrne, die
Geistreiche und die Blöde, die Schöne und die Häßliche, die Kokette, die
Spröde, die Tugendhafte, die Andächtige--kurz jeder besondere Charakter
beschäftige den Geschmack, die Einbildung, und so gar die Sinnen (denn von
dem Herzen war bei ihm die Rede nicht) auf eine eigene Weise--erfordre
einen andern Plan, setze andre Schwierigkeiten entgegen, und mache auf
eine andre Art glücklich. Das Ende dieser schönen Ausführung war, daß es
unbegreiflich sei, wie man so viel Vergnügen in seiner Gewalt haben, und
es sich nur darum versagen könne, um die einförmigen Freuden einer
einzigen, mit romanhafter Treue in gerader Linie sich fortschleppenden
Leidenschaft bis auf die Hefen zu erschöpfen.
Agathon gab zu, daß die Abwechselung, wozu ihn Hippias aufmuntre, für
einen müßigen Wollüstling ganz angenehm sein möge, der aus dieser Art von
Zeitvertreib das einzige Geschäfte seines Lebens mache. Er behauptete
aber, daß diese Art von Leuten niemalen erfahren haben müßte, was die
wahre Liebe sei. Er überließ sich hierauf der ganzen Schwärmerei seines
Herzens, um dem Hippias eine Abschilderung von demjenigen zu machen, was
er von dem ersten Anblick an bis auf diese Stunde für die schöne Danae
empfunden; er beschrieb eine so wahre, so delikate, so vollkommene Liebe,
breitete sich mit einer so begeisterten Entzückung über die
Vollkommenheiten seiner Freundin, über die Sympathie ihrer Seelen, und die
fast vergötternde Wonne, welche er in ihrer Liebe genieße, aus, daß man
entweder die Bosheit eines Hippias oder die freundschaftliche
Hartherzigkeit eines Mentors haben mußte, um fähig zu sein, ihn einem so
beglückenden Irrtum zu entreißen.
"Die Reizungen der schönen Danae sind zu bekannt", versetzte der Sophist,
"und ihre Vorzüge in diesem Stücke werden sogar von ihrem eigenen
Geschlecht so allgemein eingestanden, daß Lais selbst, welche den Ruhm hat,
daß die Edelsten der Griechen und die Fürsten ausländischer Nationen den
Preis ihrer Nächte in die Wette steigern, lächerlich sein würde, wenn sie
sich einfallen lassen wollte, mit ihr um den Preis der Liebenswürdigkeit
zu streiten. Aber daß sie jemals die Ehre haben würde, eine so ehrwürdige,
so metaphysische, so über alles was sich denken läßt erhabene Liebe
einzuflößen--daß der Macht ihrer Reizungen noch dieses Wunder aufbehalten
sei, das einzige welches ihr noch abging--das hätte sich in der Tat
niemand träumen lassen können, ohne sich selbst über einen solchen Einfall
zu belachen."
Hier ging unserm Helden, welcher die boshafte Vergleichung mit der
Corinthischen Lais schon auf die befremdlichste Art ärgerlich gefunden
hatte, die Geduld gänzlich aus. Er setzte den Sophisten mit aller Hitze
eines in dem Gegenstande seiner Anbetung beleidigten Liebhabers wegen des
zweideutigen Tons zu Rede, womit er sich anmaße, von einer Person wie
Danae zu sprechen; und sein Unwille sowohl als seine Verwirrung stieg auf
den äußersten Grad, da ein Satyr-mäßiges Gelächter die ganze Antwort des
Hippias war.
Es ist so leicht voraus zu sehen, was für einen Ausgang diese Szene nehmen
mußte, daß wir nach allem was von den Absichten des Sophisten bereits
gesagt worden ist, den Leser seiner eignen Einbildung überlassen können.
Ungeduldige Fragen auf der einen--Ausflüchte und schalkhafte Wendungen auf
der andern Seite; bis sich Hippias auf vieles Zureden endlich das
Geheimnis des wahren Standes der schönen Danae, und derjenigen Anekdoten,
welche wir (wiewohl aus unschuldigem Absichten) unsern Lesern schon im
dritten Kapitel des vierten Buches verraten haben, mit einer Gewalt,
welcher seine vergebliche Freundschaft für Agathon nicht widerstehen
konnte, abnötigen ließ.
Wir haben schon bemerkt, wie viel es bei Erzählung einer Begebenheit auf
die Absicht des Erzählers ankomme, und wie verschieden die Wendungen seien,
welche sie durch die Verschiedenheit derselben erhält. Danae erzählte
ihre Geschichte mit der unschuldigen Absicht zu gefallen. Sie sah
natürlicher Weise ihre Aufführung, ihre Schwachheiten, ihre Fehltritte
selbst in einem mildern, und (lasset uns die Wahrheit sagen) in einem
wahrern Licht als die Welt; welche auf der einen Seite von allen den
kleinen Umständen, die uns rechtfertigen oder wenigstens unsre Schuld
vermindern könnten, nicht unterrichtet, und auf der andern Seite boshaft
genug ist, um ihres größern Vergnügens willen das Gemälde unsrer Torheiten
mit tausend Zügen zu überladen, um welche es zwar weniger wahr aber desto
komischer wird. Unglücklicher Weise für sie erforderte die Absicht des
Hippias, daß er diese schalkhafte Kunst, eine Begebenheit ins Häßliche zu
malen, so weit treiben mußte, als es die Gesetze der Wahrscheinlichkeit
nur immer erlauben konnten.
Unser Held glich während dieser Entdeckungen mehr einer Bild-Säule oder
einem Toten als sich selbst. Kalte Schauer und fliegende Glut fuhren
wechselsweise durch seine Adern. Seine von den widerwärtigsten
Leidenschaften auf einmal bestürmte Brust atmete so langsam, daß er in
Ohnmacht gefallen wäre, wenn nicht Eine davon plötzlich die Oberhand
behalten, und durch den heftigsten Ausbruch dem gepreßten Herzen Luft
gemacht hätte. Das Licht, worin ihm Hippias seine Göttin zeigte, machte
mit demjenigen, worin er sie zu sehen gewohnt war, einen so beleidigenden
Kontrast; der Gedanke, sich so sehr betrogen zu haben, war so unerträglich,
daß es ihm unmöglich fallen mußte, dem Sophisten Glauben beizumessen.
Der ganze Sturm, der seine Seele schwellte, brach also über den Verräter
aus. Er nannte ihn einen falschen Freund, einen Verleumder, einen
Nichtswürdigen--rief alle rächende Gottheiten gegen ihn auf--schwur,
wofern er die Beschuldigungen, womit er die Tugend der schönen Danae zu
beschmitzen sich erfrechete, nicht bis zur unbetrüglichsten Evidenz
erweisen werde, ihn als ein das Sonnenlicht befleckendes Ungeheuer zu
vertilgen, und seinen verfluchten Rumpf unbegraben den Vögeln des Himmels
preis zu geben.
Der Sophist sah diesem Sturm mit der Gelassenheit eines Menschen zu, der
die Natur der Leidenschaften kennt; so ruhig, wie einer der vom sichern
Ufer dem wilden Aufruhr der Wellen zusieht, dem er glücklich entgangen ist.
Ein mitleidiger Blick, dem ein schalkhaftes Lächeln seinen zweideutigen
Wert vollends benahm, war alles, was er dem Zorn des aufgebrachten
Liebhabers entgegensetzte. Agathon stutzte darüber. Ein schrecklicher
Zweifel warf ihn auf einmal auf die entgegengesetzte Seite. "Rede,
Grausamer", rief er aus, "rede! Beweise deine hassenswürdigen Anklagen so
klar als Sonnenschein; oder bekenne, daß du ein verrätrischer Elender bist,
und vergeh vor Scham!"--"Bist du bei Sinnen, Callias", antwortete der
Sophist mit dieser verruchten Gelassenheit, welche in solchen Umständen
der triumphierenden Bosheit eigen ist--"komm erst zu dir selbst; sobald du
fähig sein wirst, Vernunft anzuhören, will ich reden."
Agathon schwieg; denn was kann derjenige sagen, der nicht weiß was er
denken soll?
"Wahrhaftig", fuhr der Sophist fort, "ich begreife nicht, was für eine
Ursache du zu haben glaubst, den rasenden Ajax mit mir zu spielen. Wer
redet von Beschuldigungen? Wer klagt die schöne Danae an? Ist sie
vielleicht weniger liebenswürdig, weil du weder der erste bist der sie
gesehen, noch der erste, der sie empfindlich gefunden hat? Was für Launen
das sind! Glaube mir, jeder andrer als du hätte nichts weiter nötig gehabt
als sie zu sehen, um meine Nachrichten glaubwürdig zu finden; Ihr bloßer
Anblick ist ein Beweis. Aber du forderst einen stärkern; du sollst ihn
haben, Callias. Was sagtest du, wenn ich selbst einer von denen gewesen
wäre, welche sich rühmen können, die schöne Danae empfindlich gesehen zu
haben?"--"Du?" rief Agathon mit einem ungläubigen Erstaunen, welches eben
nicht schmeichelhaft für die Eitelkeit des Sophisten war. "Ja, Callias;
ich"; erwiderte jener; "ich, wie du mich hier siehest, zehn oder zwölf
Jahre abgerechnet, um welche ich damals geschickter sein mochte, den
Beifall einer schönen Dame zu erhalten. Du glaubest vielleicht ich
scherze; aber ich bin überzeugt, daß deine Göttin selbst zu edel denkt, um
dir wenn du sie mit guter Art fragen wirst, eine Wahrheit verhalten zu
wollen, von welcher ganz Smyrna zeugen könnte."
Hier fuhr der barbarische Mensch fort, ohne das geringste Mitleiden mit
dem Zustande, worein er den armen Agathon durch seine Prahlereien setzte,
die Glückseligkeiten, welche er in den Armen der schönen Danae (der Himmel
weiß mit welchem Grunde) genossen zu haben vorgab, von Stück zu Stück mit
einem Ton von Wahrheit, und mit einer Munterkeit zu beschreiben, welche
seinen Zuhörer beinahe zur Verzweiflung brachte. "Es ist vorbei", fiel er
endlich dem Sophisten mit einer so heftigen Bewegung in die Rede, daß er
in diesem Augenblick mehr als ein Mensch zu sein schien--"Es ist vorbei!
O Tugend, du bist gerochen!--Hippias, du hast mich unter der lächelnden
Maske der Freundschaft mit einem giftigen Dolch durchbohret--aber ich
danke dir--deine Bosheit leistet mir einen wichtigern Dienst als alles was
deine Freundschaft für mich hätte tun können. Sie eröffnet mir die
Augen--zeigt mir auf einmal in den Gegenständen meiner Hochachtung und
meines Zutrauens, in dem Abgott meines Herzens und in meinem vermeinten
Freunde, die zwei verächtlichsten Gegenstände, womit jemals meine Augen
sich besudelt haben. Götter! die Buhlerin eines Hippias! Kann etwas
unter diesem untersten Grade der Entehrung sein?" Mit dieser Apostrophe
warf er den verachtungsvollesten Blick, der jemals aus einem Menschlichen
Auge geblitzt hat, auf den betroffenen Sophisten, und begab sich hinweg.