X.

Der schönste Herbstmorgen blickte vom Himmel. Wie ein duftiger weisser

Schleier umhüllte Nebel die Stadt; je höher die Sonne stieg, desto

glänzender ward er, und endlich traten golden die Thürme, und ferne

Bergwipfel daraus hervor. Immer tiefer sank der Nebel, und wogte und ballte

sich in den Thälern, zwischen den Bergen. Einzelne Massen riß der Wind

loß, und trieb sie, wie luftige Geisterbilder durch den Aether. Bald war er

verschwunden und glänzte in tausend kleinen Sonnen auf den Grashalmen. Laut

schmetternd begrüßte das Hüfthorn den hellen Morgen.

Sein muthiges Roß stampfte und wieherte, Herz und Sinne waren frisch, Geist

und Seele lebendig! Ach und seine Blicke, seine seligen Blicke, sagten sie

nicht mehr als alle Sprache? O dürfte ich sie deuten. --

Heloise : ein kleiner Roman · 第 11 / 48 题