29. ~Konzentrierte~ (35%ige) ~Kalilauge~ 30 ccm. Das Fläschchen muß mit
einem nicht vulkanisierten Kautschukpfropfen, der von einem Glasstabe
durchzogen ist, verschlossen sein. Aus der Apotheke zu beziehen.
30. ~Glyzerin.~ 100 ccm reines Glyzerin vorrätig zu halten, sowie eine
Lösung von 5 ccm reinem Glyzerin in 25 ccm destilliertem Wasser. Zur
Verhütung der rasch in diesem Gemisch auftretenden Pilze kann man 5-10
Tropfen reine 1%ige Karbolsäurelösung oder einen Chloralhydrat-Kristall
zusetzen. Der Kork des Fläschchens muß mit einem Glasstabe versehen
sein.
31. ~Xylol~ ist wegen seiner Empfindlichkeit gegen unvollständig
entwässerte Präparate Anfängern weniger zu empfehlen als
32. ~Karbol-Xylol~, das hergestellt wird durch Zusatz von 22 g
kristall. Karbolsäure zu 100 ccm Xylol; auch nicht völlig wasserfreie
Schnitte lassen sich durch Karbolxylol aufhellen.
33. ~Xylolbalsam~, Lösung von Kanadabalsam in Xylol; am besten ist der
von Merk in Darmstadt oder der von Dr. K. Hollborn in Leipzig käufliche
Balsam. Der Kork der Flasche muß mit einem Glasstabe versehen sein.
34. ~Deckglaskitt.~ Venetianisches Terpentin wird mit so viel
Schwefeläther verdünnt, bis das Ganze eine leicht tropfbare
Flüssigkeit bildet; dann wird warm filtriert (im heizbaren Trichter)
und das Filtrat auf dem Sandbade eingedickt. Die richtige Konsistenz
ist erreicht, wenn ein mit einem Glasstabe auf den Objektträger
übertragener Tropfen sofort soweit erstarrt, daß er ~ganz hart~ wird
und sich mit dem Fingernagel nicht mehr eindrücken läßt. Man lasse
wegen Feuersgefahr den Kitt in der Apotheke anfertigen.
35. ~Hämatoxylin nach Hansen.~ a) 1 g kristallisiertes Hämatoxylin
wird in 10 ccm absolutem Alkohol gelöst und in geschlossener Flasche
aufbewahrt, b) 20 g Kalialaun werden in 200 ccm destilliertem Wasser
warm gelöst und nach dem Erkalten filtriert, c) 1 g übermangansaures
Kali wird in 16 ccm destilliertem Wasser bei Zimmertemperatur gelöst.
Am nächsten Tage werden Lösungen a) und b) in eine Porzellanschale
zusammengegossen, mit 3 ccm der Lösung c) vermischt und unter stetem
Umrühren bis zum Sieden erhitzt (man lasse ca. 1 Minute lang sieden).
Dann kühle man rasch ab, indem man die Porzellanschale auf kaltem
Wasser schwimmen läßt. Nach dem Erkalten wird die Mischung filtriert
und ist von da ab verwendbar. Trübungen, Pilzentwicklung in der
Flüssigkeit beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit derselben nicht im
mindesten. Vorrätig zu halten.
36. ~Hämatoxylin~ nach ~Delafield~. a) 1 g kristallisiertes Hämatoxylin
wird in 6 ccm Alk. absol. gelöst. b) 15 g Ammoniakalaun werden in 100
ccm destilliertem Wasser warm gelöst und nach dem Erkalten filtriert.
Dann werden beide Lösungen zusammengegossen, die Mischung bleibt drei
Tage in weit offenem Gefäß am Lichte stehen, wird dann filtriert und
vermischt mit 25 ccm reinem Glyzerin und 25 ccm Methylalkohol. Nach
drei Tagen wird die Mischung filtriert und ist -- lange haltbar --
vorrätig zu halten.
37. ~Hämatoxylin~ nach ~Weigert~ zur Darstellung der markhaltigen
Nervenfasern des Gehirnes und Rückenmarkes. 1 g kristallisiertes
Hämatoxylin wird in 10 ccm Alkohol abs. + 90 ccm destilliertes Wasser
gebracht, gekocht und nach dem Erkalten filtriert.