Das ~Mikroskop~. Aus eigener Erfahrung kenne ich die aus den optischen
Werkstätten von ~Leitz~ in Wetzlar, ~Seibert~ in Wetzlar, ~R. Winkel~
in Göttingen und ~Zeiß~ in Jena hervorgegangenen Mikroskope, deren
treffliche Leistungen ich schon vielfach erprobt habe. Es ~ist
nicht ratsam, daß der Anfänger sich ein Mikroskop kaufe, ohne zuvor
dasselbe einem Fachmanne zur Prüfung unterstellt zu haben~; vor allem
ist davor zu warnen, von Händlern Mikroskope zu erwerben, die den
Aufdruck ganz unbekannter Firmen tragen. Zur guten Instandhaltung des
Mikroskops ist es nötig, dasselbe vor Staub zu schützen; bei häufigem
Gebrauch ist es am besten, das Mikroskop unter einer Glasglocke an
einer dem Sonnenlichte nicht ausgesetzten Stelle aufzuheben. Der am
Tubus sich bildende Schmutz wird mit einem trockene Stückchen weichen
Filtrierpapiers abgerieben; Verunreinigungen der Linsen betreffen in
der Regel nur die Oberfläche; der Anfänger hüte sich davor, die Linsen
auseinander zu schrauben. Innere Trübungen können nur von sachkundiger
Hand beseitigt werden. Linsen und Spiegel sind mit weichem Leder und,
wenn das nicht zum Ziele führt (z. B. bei Beschmutzung mit Balsam),
mit einem weichen Leinwandläppchen zu reinigen, welches mit einem
Tropfen reinen Spiritus befeuchtet ist. Bei letzterer Prozedur sei
man ~sehr~ vorsichtig, damit nicht etwa der Weingeist in die Fassung
der Linsen eindringe und den Kanadabalsam auflöse, mit welchem
die Linsen verkittet sind. Man wische deshalb ~schnell~ mit der
befeuchteten Stelle des Läppchens den Schmutzfleck weg und trockne die
Linse sorgfältig ab. Das bei Anwendung von Immersionslinsen haftende
Zedernöl entferne man mit einem mit Benzin oder Xylol befeuchteten
Leinwandläppchen; ebenso wird die Deckglasoberfläche der mit
Immersionslinsen betrachteten Präparate gereinigt. Die Schrauben des
Mikroskops sind mit Petroleum zu putzen.
Ein gutes ~Rasiermesser~, dessen Klinge auf der einen Seite flach
geschliffen ist. Das Messer ist immer ~scharf~ schneidend zu erhalten
und muß vor jedesmaligem Gebrauche auf dem ~Streichriemen~, ohne Druck
auszuüben, abgezogen werden. Das Schleifen des Messers auf dem Steine
ist dem Instrumentenmacher zu überlassen. Man benütze das Rasiermesser
~nur~ zum Anfertigen der feinen Schnitte.
Ein feiner ~Schleifstein~.
Eine feine gerade ~Schere~.
Eine feine, leicht schließende ~Pinzette~ mit glatten oder nur wenig
gekerbten Spitzen.
Vier ~Nadeln~ mit ~Holzgriffen~; zwei davon erhitze man, krümme sie
dann leicht, erhitze sie abermals und steche sie in festes Paraffin,
wodurch sie wieder gehärtet werden. Die beiden anderen müssen stets
sauber und fein zugespitzt erhalten bleiben; bei feinen Isolierarbeiten
spitze und poliere man die Nadeln erst auf dem Schleifsteine und dann
auf dem Streichriemen. Sehr brauchbar sind die sogenannten Starnadeln
der Augenärzte.
Nicht absolut notwendig, aber sehr brauchbar ist ein federnder ~Spatel~
aus Neusilber zum Übertragen der Schnitte aus Flüssigkeiten auf den
Objektträger. Man kann statt dessen auch ein mit breiter Klinge
versehenes Messer aus dem anatomischen Präparierbestecke benützen.
~Stecknadeln~, ~Igelstacheln~, ~Korkplatten~[10], ein feiner
~Malerpinsel~.
Ein roter ~Kreidestift~ zum Schreiben auf Glas[11].
~Objektträger~ (eines der gebräuchlichen Formate) sollen von reinem
Glase und nicht zu dick (1-1,5 mm) und an den Kanten geschliffen sein;
~Deckgläschen~ von ca. 15 mm Seite sind für die meisten Fälle groß
genug; ihre Dicke darf zwischen 0,1-0,2 mm schwanken; die an den Kanten
grünlich schimmernden Deckgläschen sind den rein weißen, die sich mit
der Zeit oft trüben, vorzuziehen.
~Glasfläschchen~ (sogen. Pulverflaschen), ein Dutzend, mit weitem Halse
von 30 und mehr ccm Inhalt. Fläschchen mit Glasstöpsel sind zu teuer
und nicht zu empfehlen, da die Stöpsel meist schlecht eingerieben sind.
Einige größere ~Präparatengläser~ mit eingeschliffenem Glasdeckel, Höhe
8-10 cm, Durchmesser 6-10 cm; irdene Töpfe.
Ein ~graduiertes Zylinderglas~, 100-150 ccm enthaltend. Ein
Glastrichter von 8-10 cm oberem Durchmesser.
Eine ~Pipette~; man kann sich kleine Pipetten selbst verfertigen,
indem man sich ein ca. 1 cm dickes, ca. 10 cm langes Glasröhrchen in
der Gasflamme an einem Ende spitz auszieht und am anderen Ende ein ca.
6 cm langes Stückchen Gummirohr aufsetzt, das am oberen Ende mit einem
starken Bindfaden fest zugebunden wird.
Ein Dutzend ~Uhrgläser~ von ca. 5 cm Durchmesser.
Ein Dutzend ~Reagiergläschen~ von ca. 10 cm Länge und ca. 12 mm Weite.
~Glasstäbe~ von ca. 3 mm Dicke, 15 cm Länge, z. T. an einem Ende spitz
ausgezogen.
Für Reagenzien dienen alte Medizingläser, Weinflaschen usw., die man
vorher gut gereinigt hat[12].
Nicht absolut nötig, aber sehr brauchbar sind ~Präparatenschalen~ mit
Glasdeckel von 10-12 cm Durchmesser. Statt derselben lassen sich für
viele Fälle Untertassen, Futternäpfchen für Vögel usw. verwenden.
Ein paar Bogen Filtrierpapier, große und kleine, gummierte Etiketten,
weiche Leinwandlappen (alte Taschentücher), ein Handtuch, eine größere
und eine kleinere Flaschenbürste.
Ein großer Steinguttopf für die Abfälle.