Den Napaul

oder

gehörnten Fasan

setzt +Edwards+ unter die Truthühner, weil er um den Kopf

fleischige Auswüchse hat, nennt ihn aber den gehörnten Fasan. Er

scheint in der That dem Fasan näher, als dem Truthahn, anzugehören:

denn diese fleischige Auswüchse sind nichts weniger, als diesem

letztern, eigen, indeme sie der Hahn, das Perlhuhn, der Kasuar und

andre mehr ebenfalls haben. Man findet sie sogar auch an Fasanen:

denn die Haut um die Augen des weißen Fasans bildet in der That

einen gedoppelten Kamm über dem Schnabel und Backenlappen unter

demselben. Ueberdiß ist der Napaul aus dem Klima der Fasanen, indem ihn

+Mead+ aus Bengalen bekommen hat; er hat auch den Schnabel, die

Füße, die Sporen, die Flügel und die gänzliche Gestalt des Fasans.

Der Napaul wird ein gehörnter Fasan genannt, weil er in der That zwey

Hörner auf dem Kopfe hat. Diese Hörner sind blau, cylindrisch, am

Ende stumpf, liegen rückwärts und kommen in Absicht auf ihre Substanz

mit schwieligem Fleisch überein. Er hat keinen Zirkel von rother und

zuweilen schwarz punktirter Haut, wie die Fasanen, um die Augen,

sondern dieser ganze Raum ist mit schwarzen Haaren in Gestalt der

Federn besetzt; unter diesem Raum und dem Ursprung des Unterschnabels

nim̄t eine Art von Kragen, der aus einer schlappen Haut bestehet,

seinen Anfang, welcher hinab fällt und frey auf der Kehle und dem

Obertheil des Halses hängt. Dieser Kragen ist in der Mitte schwarz,

mit Haaren von eben dieser Farbe besäet und mit mehr oder weniger

tiefen Runzeln gefurcht; und es ist wahrscheinlich, daß ihn der Vogel

aufblasen und zusammen ziehen kann. Die Seitentheile daran sind blau

mit einigen orangefärbigen Flecken und auswärts ohne Haare; die innere

Oberfläche aber, die auf dem Hals anliegt, ist mit kleinen schwarzen

Federn, wie der Theil des Halses, den sie bedecket, besetzt; der

Wirbel des Kopfs ist roth; der Vordertheil des Körpers röthlich; der

Hintertheil mehr schwarzbraun. Ueber den ganzen Körper, Schwanz und

Flügel mitgerechnet, sieht man schwarze weiß eingefaßte Flecken, die

ganz nahe beysammen ziemlich regelmäßig ausgesäet sind. Diese Flecken

sind am Vordertheile rund, am Hintertheil haben sie die Gestalt der

Thränen, und zwar so, daß sich die Spitze gegen den Kopf kehret. Die

Flügel reichen nicht über den Ursprung des Schwanzes.

Man hat zwar in Amerika keine wahre Fasanen gefunden; unter der Menge

verschiedener Vögel aber, die diese weite Gegenden bevölkern, siehet

man einige, die mehr oder weniger Aehnlichkeit mit dem Fasan haben. Von

diesen nähert sich jedoch

Der Katraka,

oder, wie er sonst genannt wird,

der Fasan von Guiana

demselben am meisten. Er kommt mit ihm, in Absicht auf die Gestalt

überhaupt, auf den ein wenig gebogenen Schnabel, die roth eingefaßten

Augen und den langen Schwanz, überein. Schnabel und Füße sind roth und

der ganze Vogel ist dunkelrothbraun, die Seiten des Kopfes, welche

röthlich sind, und den Bauch, welcher aschfarben oder schmutzig weiß

ist, ausgenommen.

Man weiß von seiner Naturgeschichte zur Zeit noch nichts, und der Name

Katraka wird ihm in Mexiko gegeben.

[Illustration]

Anhang.

Viele Reise- und Naturbeschreiber haben noch andern Vögeln den Namen

der Fasanen gegeben, die aber +Büffon+ nicht dafür erkennen will,

ob sie gleich auf seinen gemalten Platten unter Fasanennamen vorkommen.

Diese Vögel sind folgende:

Naturgeschichte des Fasans · 第 10 / 12 题