DIE LAHNAAK UND DER SLOF.

[Sidenote: III 108]

Der völlig offene _Keen_ heisst «Lahnaak», deren Grössenverhältnisse

in letzter Zeit gewachsen sind. Die «Lahnaak» hat dann fast vertikale

Wände, ein stumpfes Vorder- und Hinterteil und glatte Beplankung. Sie

führt den Namen «Slof».

[Sidenote: III 109]

Eine Eigentümlichkeit der «Sloffen» ist, dass sie am Vorderteile stets

mit einer schmalen Kabine ausgestattet sind, die wenig über das Schiff

hervorragt. In den letzten Jahren hat man die «Sloffen» sogar mit

Lukendeckeln versehen und nennt sie dann einfach «Aak». Die Schiffer

nennen die «Slof» manchmal auch «Mulmsche Aak». (Aak von Mühlheim.)

[Sidenote: III 110]

Zur ersten Gruppe ist noch ein sehr festes Schiff zu rechnen, das

erst aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammt. Es ist der

«Bunder». Dies Schiff hat die Form einer «Dorstenschen Aak», hat glatte

Beplankung und ist mit Deckplatten versehen.

[Sidenote: III 102]

[Sidenote: III 104]

Endlich ist für unsere Heimat noch die «’S Gravenmoersche Aak» zu

erwähnen, die in ’S Gravenmoer im 19. Jahrhundert aufgetreten ist; sie

kam vom Oberrhein, um im Biesbosch verwendet zu werden. Obwohl sie

ursprünglich mit «Klaphekken» (besonderem Steuerruder), versehen waren,

hat man mehrere davon abgesägt, entweder weil sie zu lang oder weil

sie nicht fest genug waren; danach hat man sie mit einem gewöhnlichen

Steuerruder versehen. Sie gleichen der «Lahnaak» und werden besonders

zur Beförderung von Heu verwendet. Die Einführung des Eisens wird diese

Schiffe wie so viele andere verschwinden lassen.

Um Verwirrungen zu vermeiden, ist darauf hinzuweisen, dass manche

holländische «Aken» später mit falschen Vordersteven ausgestattet

worden sind, wodurch sie den Eindruck eines «Stevenschips» erweckten,

was sie natürlich nicht waren.

Der Schiffbau seit seiner Entstehung, Band 1 · 第 89 / 142 题