DIE KAAG.

[Sidenote: II 182]

[Sidenote: II 184]

[Sidenote: II 185]

[Sidenote: III 71]

Im 17. Jahrhundert findet man nördlich von Leyden, längs des

Haarlemermeers und in dem Teil von Nordholland, der nördlich der Linie

Aalsmeer-Muiden liegt, ein Schiff, das damals gewöhnlich _Kaag_ (Kage

oder Kaghe) genannt wurde, und von dem ~Witsen~ eine gute Abbildung

bringt. (S. 174.) Dies Schiff unterscheidet sich von den früheren

Typen durch die erheblich stärkere Erhöhung des Vorderteils und das

Aneinanderrücken der oberen Borde, wodurch es einem Fischereifahrzeug,

dem «Hoogaars» ähnlich wird, da es wie dieser ein breites Vorderteil

hat, während das Hinterteil schmaler wird. Der Vordersteven ist gerade,

aber stark geneigt. Der Mast liegt auf einem Drittel der Länge, die

Takelung ist eine solche mit Gabel. Heute gibt es dies Schiff nicht

mehr; man trifft aber andrerseits ein Schiff mit glattem Rumpf, das ihm

ähnelt und jetzt «Snik» oder «Gondel» heisst. Es ist jedoch weniger

eckig und hat einen kleinen «Spiegel» (viereckiges Hinterteil), der wie

wo anders, erst später aufgetreten ist. Ohne Zweifel haben wir es hier

mit der alten «Kaag» zu tun, die man auch unter den heutigen Schiffen

noch trifft. Das Verhältnis der Länge zur Breite ist bei beiden

Schiffen das gleiche.

Auf den Flüssen mit Ebbe und Flut von Holland findet man als kleines

Schiff den «Kinderdijkschen Hoogaars», der völlig der alten «Kaag»

gleicht. Dann trifft man auf den Inseln Südhollands ein Schiff mit

glattem Rumpf, die «Beyerlandsche Schuitje», die eine Aak ist, weil der

Boden sich bis zur äussersten Spitze des Vorderteils erhebt; es handelt

sich wahrscheinlich nicht um einen sehr alten Typ. Ihre Verwandtschaft

mit den vorhergehenden kann noch leicht bemerkt werden.

Dies Schiff hat 9 m Länge, 2,75 m Breite und 1,30 m Tiefe. Der Mast

steht auf ¼ und ⅓ der Länge.

Die «Beyerlandsche Schuit» entspricht völlig dem Fischereifahrzeug:

«Tholensche Schouw».

Der Schiffbau seit seiner Entstehung, Band 1 · 第 74 / 142 题