[Sidenote: III 57]
Der _Bremerkahn_ ist ein schmaler «Ewer». Beide besitzen den Spiegel
(viereckiges Hinterteil), den sie aus dem Süden erhalten haben.
Diese letzteren Schiffe haben einen glatten Rumpf; ehemals hatte der
Rumpf eine Beplankung mit Ueberlappung. Der «Kahn», der grader und
flacher als der «Ever» ist, hat einen weniger schrägen Vordersteven;
beide Schiffe haben eine Takelung mit Besanmast, oft mit einem kleinen
Ergänzungsmast am Hinterteil. Ihre Ladefähigkeit entspricht ungefähr
derjenigen unserer Tjalken.
Der Hamburgische Ewer hat 17 m Länge, 6,40 m Breite und einen Tiefgang
von 0,70 m, wenn er leer, und 1,50 m, wenn er beladen ist. Die
Abmessungen des «Bremerkahns» sind entsprechend 15,50 m, 4,80 m, 0,70 m
und 1,50 m.
Ausser der «Galiot» und der «Galeasse» findet man alle Schiffe, die
zur Gruppe II B. gehören, von Dänemark längs Ostfriesland, Groningen,
Friesland, Nord- und Südholland, Seeland, Nord-West-Brabant, Flandern,
Westutrecht und noch eines kleinen Teiles (des Westens) der Betuwe,
kurz längs der Küste und auf unseren Binnenflüssen und solchen mit Ebbe
und Flut.
Sobald man an die Maas und den Lech kommt, ändert sich der
Charakter; das gilt auch für die Provinzen Over-IJssel und einen
Teil von Drenthe. Der grössere Teil der Provinz Drenthe ist der
Schiffahrt erst zugänglich gewesen nach Herstellung der Kanäle im
19. Jahrhundert. Der Süden dieser Provinz bildet jedoch schon sehr
frühzeitig mit Over-IJssel ein Ganzes hinsichtlich des Schiffbaues,
und die gegenwärtig in Gebrauch befindlichen Type haben sich auch in
Over-IJssel entwickelt.