A) _Für die grosse Fischerei._ -- Als alter holländischer Schiffstyp
zum grossen Fischfang ist zu nennen die _Buys_ (Büse) und der _Hoeker_
(Huker), sowie die _Schollenschute_, die _Bazaanschute_ und der _Zwarte
Waalsche Gaffelaar_.
Die beiden ersteren haben die _Hukerbüse_ und den _Kwee_ hervorgebracht.
Von Frankreich ist zu uns gekommen die «Sloep» (Schaluppe) und der
«Logger» (Lugger), ferner der «Rotter» (Rutter). Unter den Schiffen für
die Grossfischerei sind noch die Walfischfänger zu erwähnen, für die
man früher die _Noortsvaerders_ verwendete, die zum Typ der bei den
Handelsschiffen schon genannten «Fluitschepen» (Flüten) gehören.
Das älteste zu dieser Gruppe gehörige Schiff ist der _Egmonder
Pink_, aus dem der _Bom_ und die _Garnalen-Schuit_ (Krabbenbarke)
von kleinsten Abmessungen entstanden sind. Die drei ersten Type
sind so gebaut, dass sie auf den Strand gezogen werden können. Nach
Fertigstellung des Fischerei-Hafens von Scheveningen ist ein neuer
Typ aus dem Logger und dem Bom entstanden, der Loggerbom oder Lelybom
heisst.
B) _Für die kleine Fischerei._ -- Die ungeheure Mehrzahl der
Fischereifahrzeuge ist für den gewöhnlichen oder kleinen Fischfang
bestimmt. Ihre Masse waren früher viel kleiner als die der vorigen
Gruppe. (Augenblicklich baut man grössere, abgesehen von den
«Garnaalschuitjes».) Ihre Namen sind unzählig und so verschieden, dass
sie durchaus keinen Begriff von der Form und der Art der Schiffe geben.
Die Grundtype sind: _a_) die _Schocker_, d. h. die Schiffstype,
die nach dem Muster der Schocker gebaut sind, zu denen auch die
Wierschuitje und die Steekschuit, der Hengst und der Hoogaars gehören.
Wie wir bei den meisten Schiffstypen «Aken» getroffen haben, z. B.
die «Aaktjalk», so finden wir auch «Aken» in der Klasse, die uns
beschäftigt; sie heisst die _Tholensche Schouw_ (Schauw).
Dies Schiff zeigt auch viel Ähnlichkeit mit der _Beyerlandschen Schute_
und stellt gewissermassen eine Übergangsform zu der _Fischbujeraak_ dar.
_b_) Die _Botters_ und die _Vollendammer Kwak_, die _Ronse_ und die
_Plute_ sowie die _Platje von Maassluis_.
Als dritte Gruppe haben wir ein kleines kurzes und rundes Schiff,
dessen Vorbild _c_) der _Knots von Antwerpen_ ist. Zur selben Gruppe
gehören die «Bolle» und die «Lemmerjacht» oder «Lemmeraak»; endlich
als vierte Gruppe ein Typ mit stark geneigtem Hintersteven und
Vordersteven; das sind _d_) die _Haringschuitjes_ (Heringsschuten), zu
denen auch der sehr verbreitete _Punter_ gehört.
Endlich möchten wir einige Type von kleinen Fischereifahrzeugen nennen,
die ausschliesslich unsere Binnenflüsse und Kanäle befahren und von
denen viele noch mehr oder weniger deutliche Ähnlichkeiten mit den
unter den Buchstaben _a_ bis _d_ aufgeführten haben.
Hier nennen wir die _Fischerschute von Alsmeerj_, die _Gondel_,
den _kleinen Fischerbujer_, die _Woudrichemsche Fischschute_,
die _Prikschute_, die _Steekschute von dem Biesbosch_ und die
_Strooperschute_.
Alle Arten von Ruderbooten der verschiedensten Type sowie die alten
nicht mehr seetüchtigen Botter und die gewöhnlichen Schocker der
Zuidersee finden zum Fischfang auf den schiffbaren Binnenwasserstrassen
Verwendung.
[Illustration]
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[19] Die Schiffe, die Holz vom Norden bringen, laden am meisten, wenn
sie sich der rechteckigen Form nähern; diejenigen, welche
Getreide und Stückgüter befördern, wenn sie abgerundet und
stark gewölbt sind. Die Schiffe des Nordens und von Indien, die
schwere Waren bringen, sind im allgemeinen grösser als die,
welche Stückgüter, Wein u. s. w. befördern, wie übrigens auch
die Schiffe, die Salz befördern.
[20] Berücksichtigt man dagegen, dass wegen der Untiefen und der
besseren Beladung alle Schiffe sich mehr und mehr der
rechteckigen Form nähern, so sieht man, dass man jetzt
nicht mehr so viele Unterschiede zwischen den verschiedenen
Schiffsformen findet wie früher. Denn eine moderne, gutgebaute
Kag wird an Tragfähigkeit dem Schmalschiff wenig nachgeben, das
ihr an Länge, Breite und Tiefgang gleicht. Und die Damschute,
die gut gebaut ist, kann auch mit dem «Damlooper» in Wettbewerb
treten.
[21] Die Wölbung dieser Schiffe vorn und hinten war dem Schiffer
dadurch nützlich, dass er mehr laden konnte, als das Eichmass
angab.
[22] «Wenn eine von einer Kugel unter der Wasserlinie gerissene
Bresche nicht von innen verstopft werden kann, z. B. weil die
Ladung die Arbeiten behindert, so setzt man ausserhalb des
Schiffes einen Mann auf eine Planke, an der ein Schiffshaken
befestigt ist, mit dem er unter Wasser geholt werden kann, um
das Loch zu verstopfen. Man steckt ihm einen ölgetränkten Lappen
in den Mund, damit das Wasser nicht in seinen Körper gelangen
kann.»
[23] Er (der Luierwagen) dient dazu, die Ruderpinne an ihrem vorderen
Teil zu stützen, aber auch der Kraft zu widerstehen, die der
Steuermann auf den Helmstock des Steuerruders ausübt.
[24] Draai-over-boord heisst Dreh-über-Bord, d. h. die Pinne konnte
sich über Bord drehen, wie bei unseren neuzeitlichen
Binnenschiffen.
[Illustration: 4]