Sechster Auftritt

Illo. Vorige.

Illo.

Hat dir der Terzky--

Terzky.

Er weiß alles.

Illo.

Auch daß Maradas, Esterhazy, Götz,

Colalto, Kaunitz dich verlassen?--

Terzky.

Teufel!

Wallenstein. (winkt)

Still!

Gräfin. (hat sie von weitem ängstlich beobachtet, tritt hinzu)

Terzky! Gott! Was gibt's? Was ist geschehen?

Wallenstein. (im Begriff aufzubrechen)

Nichts! Laßt uns gehen.

Terzky. (will ihm folgen)

Es ist nichts, Therese.

Gräfin. (hält ihn).

Nichts? Seh ich nicht, daß alles Lebensblut

Aus euren geisterbleichen Wangen wich,

Daß selbst der Bruder Fassung nur erkünstelt?

Page. (kommt)

Ein Adjutant fragt nach dem Grafen Terzky.

(Ab. Terzky folgt dem Pagen.)

Wallenstein.

Hör, was er bringt--

(Zu Illo.)

Das konnte nicht so heimlich

Geschehen ohne Meuterei--Wer hat

Die Wache an den Toren?

Illo.

Tiefenbach.

Wallenstein.

Laß Tiefenbach ablösen unverzüglich

Und Terzkys Grenadiere aufziehn.--Höre!

Hast du von Buttlern Kundschaft?

Illo.

Buttlern traf ich.

Gleich ist er selber hier. Der hält dir fest.

(Illo geht. Wallenstein will ihm folgen.)

Gräfin.

Laß ihn nicht von dir, Schwester! Halt ihn auf--

Es ist ein Unglück--

Herzogin.

Großer Gott! Was ist's?

(Hängt sich an ihn.)

Wallenstein. (erwehrt sich ihrer).

Seid ruhig! Laßt mich! Schwester! liebes Weib,

Wir sind im Lager! Da ist's nun nicht anders,

Da wechseln Sturm und Sonnenschein geschwind,

Schwer lenken sich die heftigen Gemüter,

Und Ruhe nie beglückt des Führers Haupt--

Wenn ich soll bleiben, geht! Denn übel stimmt

Der Weiber Klage zu dem Tun der Männer.

(Er will gehen. Terzky kömmt zurück.)

Terzky.

Bleib hier. Von diesem Fenster muß man's sehn.

Wallenstein. (zur Gräfin)

Geht, Schwester!

Gräfin.

Nimmermehr!

Wallenstein.

Ich will's.

Terzky. (führt sie beiseite, mit einem bedeutenden Wink auf die Herzogin)

Therese!

Herzogin.

Komm, Schwester, weil er es befiehlt.

(Gehen ab.)

Wallensteins Tod · 第 28 / 74 题