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Die zur schärferen Prüfung der Gesetze *Boyles* und *Gay-Lussacs*

unternommenen Untersuchungen hatten ergeben, daß diese Gesetze keine

absolute Gültigkeit besitzen, sondern Grenz- oder Annäherungsgesetze

sind. Sie gelten genau genommen nur für einen idealen Gaszustand, bei

dem die Moleküle keine Wirkung aufeinander ausüben. Das gleiche gilt

für den gelösten Zustand. Sobald die Konzentration so groß wird, daß

die gegenseitige Wirkung der Moleküle eine Rolle spielt, machen sich

Abweichungen von den für den verdünnten Zustand geltenden Gesetzen

bemerkbar. In diesem Sinne kann man mit *van't Hoff* von einer »idealen

Lösung« als von einem Grenzzustande sprechen, dem sich die Lösungen

beim Verdünnen mehr und mehr nähern, ohne ihn zu erreichen. Beide

Grenzzustände, sowohl der für den gasförmigen als derjenige für den

gelösten Zustand liegen nämlich nach mathematischer Ausdrucksweise im

Unendlichen.

An die Ausdehnung der Gasgesetze auf gelöste Stoffe schloß sich der

Nachweis, daß für letztere auch die *Avogadro*sche Regel gilt, mit

einem Wort, daß zwischen Gasen und Lösungen ein völliger Parallelismus

besteht.

Um die Gültigkeit der *Avogadro*schen Regel für den gelösten Zustand

nachzuweisen, ging *van't Hoff* von der Formel

Die Naturwissenschaften in ihrer Entwicklung und in ihrem Zusammenhange, IV. Band Das Emporblühen der modernen Naturwissenschaften seit der Entdeckung des Energieprinzips · 第 55 / 171 题