_Berlin_, 16ten Juni 1829.
_Hochverehrter Herr Hofrath_.
Wenn mein Verhältniß zur Generalintendantur der hiesigen Königl.
Schauspiele bis jetzt auch zu keinem sichtlichen Erfolg geführt hat,
so brachte es mir doch wiederholt warme Anerkennung und heftigen Tadel
ein; Sie hingehen bleiben theilnahmslos und kalt. Ich bitte also, meine
Stücke, die ich Ihnen zutrauensvoll übersandt, an die Hofintendanz der
Dresdner und Leipziger Bühnen geneigtest abgeben zu lassen mit dem
Hinzufügen meiner Bitte, dieselben behufs der Bühnendarstellung prüfen
zu wollen. So sind Sie der Mühe des Emballirens überhoben und -- meiner
auf gute Art los. Ich fühle die Bitterkeit und Rücksichtslosigkeit
dieser Aeußerung, aber auch ihre Wahrheit, deßhalb bleibe sie denn
stehen. Die &c. Hofintendanz wird mich gewiß schneller bescheiden, als
ich es auf diesem unsäglich langweiligen Wege erwarten darf. Unter
solcher Bedingung war meine Idee von einem persönlichen Verhältnisse
zu Ihnen, worauf es mir bei meinem Verfahren hauptsächlich ankam, ein
Traum. Wie hyperbolisch es hier klingen mag, doch drängt sich mir auch
itzt der Gedanke auf, den ein alter Prophet wo sagt: „verflucht ist der
Mann, der sich auf Menschen verläßt.“