_Düsseldorf_, 30. März 1836.
Sie werden, verehrtester Freund, aus den beygehenden Schreiben schon
ersehen haben, welch ein fataler Streich dem hiesigen Theater in
dieser Nacht durch den Schauspieler J. gespielt worden ist. Die Flucht
desselben droht allerdings das ganze Institut zu Grunde zu richten,
da sich gar nicht absehen läßt, woher, und besonders in der nöthigen
Eile, ein irgend passendes Subject für das ihm übertragne Rollenfach
herbeyzuschaffen seyn dürfte. Mehrere Darstellungen bedeutender Werke,
die uns in nächster Zeit versprochen waren, werden durch seine Flucht
geradezu unmöglich gemacht. Insbesondre schmerzt es mich, daß auch
die Wiederholung Ihres Blaubart aufgegeben werden müßte, wenn man des
Flüchtlinges nicht wieder habhaft werden könnte.
Eine große Anzahl Ihrer Verehrer hatte sich in diesem Winter
vereinigt, den Verwaltungsrath des Theaters, in dem leider einige
Individuen aus dem Publicum des gestiefelten Katers Sitz und Stimme
haben, dringend um diese Wiederholung im Laufe des gegenwärtigen
Winters zu bitten. Im Namen und Interesse derselben, so wie in dem
meinigen, erlaube ich mir daher, Sie auf das inständigste zu bitten,
dem widerrechtlich Entlaufenen keine Aufnahme, auch nur zu Gastspielen,
zu verstatten, ihn vielmehr durch alle Mittel, die Ihnen zu Gebote
stehen, so schnell als möglich zu uns zurückzutreiben.
In größter Eile und mit gewohnter Verehrung, so wie mit der Bitte mich
den theuern Ihrigen und der Frau Gräfin von Finkenstein herzlichst und
angelegentlichst zu empfehlen