_Berlin_, d. 10t. Apr. 1833.
_Lieber Tieck!_
Ich grüße Dich durch den Ueberbringer dieses Briefs, den Herrn Cand.
Kreis aus Strasburg, der erste bedeutende Zuhörer, der sich hier innig
an mich anschloß. Ich trenne mich mit Schmerzen von ihm und er wird,
ich darf es mit Zuversicht erwarten, auch Dir lieb werden.
Es war meine Absicht in diesen Osterferien nach Dresden mit Frau und
Kind zu reisen. Aber leider muß ich es jetzt bis Pfingsten aussetzen.
Dann aber komme ich gewiß, wenn gleich nur auf wenige Tage -- vor Allem
freue ich mich dann Dich, lieber alter Freund zu sehen. -- Du glaubst
-- ich wäre Dir feindlich gesinnt -- glaube es nicht. -- Ich habe mich
nie von einem Freund getrennt, der es einmahl im wahren Sinne war. Ich
kann es nicht, wenn ich auch wollte und die Mißverständnisse, die mir
bis jetzt noch unbegreiflich, uns getrennt haben, werden, ich weiß es
gewiß, verschwinden, wenn wir uns sehen. Grüß Gräfin Henriette, Deine
Frau und Töchter. Ich hoffte immer, wenn auch nicht Euch alle, was
freilich das Schönste wäre, so doch Dorothea hier zu sehen.