ganz ergebenster
_H. Steffens_.
_Nachschrift_.
Lieber Tieck! es war mir unmöglich Dir die Doctorpromotion anders als
feyerlich bekannt zu machen. Es sollte uns aber sehr lieb sein, wenn
Dir dieser kleine Beweis, daß Du unter uns viele Verehrer hast, nicht
ganz unangenehm wäre. --
Wir hoffen täglich auf die Möglichkeit nach Berlin zu reisen. Für Hanne
wäre das etwas sehr Erwünschtes. Sie würde unter ihren Verwandten, in
einem frischen Leben recht eigentlich aufleben. Vor allem wäre es uns
deßwegen äußerst angenehm, weil wir dann, wie sich von selbst versteht,
mehrere Tage in Zibingen zubrächten. Wie sehr ich mich darnach sehne,
kann ich Dir nicht sagen. -- Die geschriebenen Worte können uns, nach
so langer Trennung unmöglich näher bringen. In Halle kamen wir uns gar
nicht nahe. -- Zwei trauliche Stunden sind mehr werth als alles. Es
müßte wunderlich sein, wenn wir die alte Zeit nicht wiederfänden, wenn
Du sie nicht auch in mir erkennen solltest. Etwas dümmer zwar bin ich
wohl, wie das die Leute mit den Jahren immer werden.
Hanne grüßt und erwartet einen Brief. Deine Familie befindet sich doch
wohl? Grüß Deine Frau und Deine Hausgenossen recht herzlich.
_Steffens_.