I.

_Cummerow_, den 8. März 1812.

_Liebster Freund_.

Deine Mittheilungen über meinen Anfang eines Drama: Guiscardo und

Gismonda, sind für mich eben so belehrend wie ermunternd gewesen, und

ich habe die Eröffnung des Stücks nach Deinem Rathe angefangen, leider

aber von meinem ersten Entwurf keine Concepte mehr gefunden, so daß

ich nicht fortfahren kann, ohne die Abschrift zu benutzen, die ich

Dir gelassen habe. Gern bliebe ich in dem Zug, um so mehr, da bald

Unterbrechungen kommen möchten, und deshalb bitte ich Dich, mir recht

bald jene Blätter zu senden. Vielleicht können sie noch Montag Abend in

Ziebingen zur Post kommen.

In der Ode, die mein Schwiegervater so vieler Aufmerksamkeit gewürdigt

hat, habe ich das geändert, was er angestrichen hatte und übersende Dir

eine geänderte Abschrift mit der Bitte, sie ihm zu übergeben und ihn

meiner kindlichen Gesinnungen zu versichern.

Meine Frau grüßt Dich, Deine Frau, ihren Vater und die Geschwister,

bittet Dich auch Heinrich zu sagen, daß sie hier angekommen sey. Bleibe

recht heiter und gesund und behalte lieb

Briefe an Ludwig Tieck (4/4) Vierter Band · 第 54 / 310 题