~Schweizer.~ Sauf zu, Hauptmann -- hier ist Wasser genug, und frisch
wie Eis.
~Schwarz.~ Du blutest ja -- was hast du gemacht?
~Schweizer.~ Narr, einen Spaß, der mich bald zwey Beine und
einen Hals gekostet hätte. Wie ich so auf dem Sandhügel am Fluß
hintrolle, glitsch, so rutscht der Plunder unter mir ab, und ich zehn
rheinländische Schuhe lang hinunter -- da lag ich, und wie ich mir eben
meine fünf Sinne wieder zurecht setze, treff ich dir das klarste Wasser
im Kies. Genug dießmal für den Tanz, dacht' ich, dem Hauptmann wirds
wohl schmecken.
~Moor~ (_gibt ihm den Hut zurück, und wischt ihm sein Gesicht ab._)
Sonst sieht man ja die Narben nicht, die die böhmischen Reuter in deine
Stirne gezeichnet haben -- dein Wasser war gut, Schweizer -- diese
Narben stehen dir schön.
~Schweizer.~ Pah! hat noch Platz genug für ihrer dreyßig.
~Moor.~ Ja, Kinder -- es war ein heißer Nachmittag -- und nur ~Einen~
Mann verloren -- mein Roller starb einen schönen Tod. Man würde einen
Marmor auf seine Gebeine setzen, wenn er nicht mir gestorben wäre.
Nehmet vorlieb mit diesem (_er wischt sich die Augen._) Wie viel warens
doch von den Feinden, die auf dem Platz blieben?
~Schweizer.~ Hundert und sechszig Husaren -- drey und neunzig Dragoner,
gegen vierzig Jäger -- dreyhundert in allem.
~Moor.~ Dreyhundert für Einen! -- Jeder von Euch hat Anspruch an diesen
Scheitel! (_Er entblößt sich das Haupt._) Hier heb ich meinen Dolch
auf! So wahr meine Seele lebt! ~Ich will euch niemals verlassen.~
~Schweizer.~ Schwöre nicht! du weist nicht, ob du nicht noch glücklich
werden, und bereuen wirst.
~Moor.~ ~Bey den Gebeinen meines Rollers! Ich will euch niemals
verlassen.~