Und die Flieger werfen die roten Wimpel ab ...
„Kameraden! Auf Wiedersehen!“
– – –
Der Führer der Schlachtstaffel III ist der Genosse Thomas.
„Na, mein Junge, noch ein Händedruck ... Halt dich gut! ... Wir werden
die Sache schmeißen ... Davon bin ich fest überzeugt ... Glück auf die
Reise ... Ich hoffe: übermorgen! ...“
Und der Genosse Frank umarmte den Genossen Thomas.
Dann küßten sich die Freunde.
Frank bekam es dabei mit dem Schlucken ...
Ein Pfiff ...
Und auch Schlachtstaffel III erhob sich ...
– – –
Frank inspizierte die Gasläger. Die Bestandsaufnahme war fertiggestellt.
„Es genügt, um die ganze Welt einigemale mit Gas zu vergiften ...“
Die Arbeiterschaft der verschiedenen Betriebe war inzwischen versammelt
und besprach einen neuen Produktionsplan.
Die weitere Herstellung der Giftgase konnte bei der großen Menge der
vorhandenen chemischen Kampfstoffe sofort eingestellt werden. Dagegen
waren vom roten Kriegsrat Flugzeuge („Goliath“-Typ) und Kampfwagen in
bedeutender Menge angefordert worden. Ebenfalls wieder einstimmig
erklärten sich die Arbeiter bereit, alles aus sich herausholen zu wollen
und die Arbeitszeit in keiner Weise nach unten hin zu beschränken.
„Für die kapitalistische Wirtschaft war uns jeder Knochen zu schad ...
wenn es für uns ist, für die Diktatur des Proletariats, dann mit Freuden
alle Muskeln, das Herz, das Hirn, das Fleisch, alle Knochen ...“
Auch eine große Anzahl von Chemikern, Technikern, Ingenieuren, die man
im Augenblick der Uebernahme der Macht absondern mußte, stellten sich
jetzt bedingungslos den „Roten“ zur Verfügung.
„Es ist klar, die kapitalistische Produktionsweise ist einfach zu
unrationell, wir können bei weitem produktiver wirtschaften, fünfzigmal
soviel aus der Welt mit Leichtigkeit herausholen ... Ihr Roten seid
einfach die Vertreter einer technisch am modernsten konstruierten
Organisationsform ... Zu blöd, daß man diese Einsicht den Kapitalisten
mit Blut abzapfen muß ...“
– – –
Und zu gleicher Zeit entwickelte sich jene erste Phase gewaltiger
Luftschlachten, die den weiteren Verlauf der Geschichte Amerikas
entscheidend beeinflussen sollten. Die Flugzeuggeschwader der weißen und
der roten Flugflotte stürzten sich aufeinander, hakten sich ineinander
fest und unlösbar ineinander verbissen schossen sie, ein wirres Stahl-
und Drahtknäueldurcheinander, erdab.
Andere Geschwader nebelten sich ein, blitzten plötzlich völlig
unerwartet aus dem Hinterhalt des Nebelschleims hervor, oder
überstreuten den von den feindlichen Flugzeugen zu passierenden Luftraum
mit einem dichten Netz von Giftgas.
Und unten auf der Erde marschierten die mechanischen Armeen auf: Tanks,
Panzerzüge, Straßenpanzerwagen ... Rauchwellen fluteten übers Land,
quadratkilometergroße Herde von Giftrauchkerzen schwälten ... Ganze
Städte versanken in einem unergründlich tiefen und geheimnisvollen
Gasgrund ... Pflanzen, Wälder, Wiesengründe färbten sich: grün, blau,
violett. Wunderbare und seltsamste Farbenspiele zauberten die
Gasschwaden aus der Erde hervor. Lautlos überzogen ganze Landesteile wie
mit einer Decke sich mit Todesschlaf ...
Die Hochseeflotten liefen aus den Häfen aus: Kreuzer, Dreadnougths,
Unterseeboote, Flugzeugmutterschiffe ... Und auf der Hochseeflotte
meuterte es, ein Kriegsschiff hißt die rote Fahne, noch eines, und die
Forts auf Hawaii und die Küstenwerke im Panamakanal ... Es war der
Beginn einer gewaltigen Seeschlacht.
„Die Japaner kommen! ...“ funkte es dazwischen. Aber trotzdem die beiden
Flottengruppen sich immer vergrößerten: es waren nur rote Flaggen zu
sehen und weiße: die Nationalfarben hatten keine Bedeutung mehr.
In der Luft, auf der Erde, über Wasser und unter Wasser: stürzt es sich
übereinander her, würgt sich zutod, es gibt kein Erbarmen.
Heldentaten, die unbeschreiblich sind, Qualen ohne Maß, Krämpfe und
Zuckungen, wie sie die Erde seit ihrem Anbeginn noch nicht gesehen hat,
Schmerzensschreie, Hilfeschreie, Todesgebrüll ...
Jedes Lebewesen trug schon einen gespenstischen Flecken an sich, zum
Zeichen: angeätzt von der Gaslauge ...