Es geht nicht anders.
Darüber kommt man nur mit Schwindel hinweg ...
Ich habe nun alle Möglichkeiten, nicht nur in meinem Gehirn, sondern
auch in meinem Blut durchprüft. Erlebnis an Erlebnis durchkontrolliert,
Erfahrung durch Erfahrung. Es sickerte hindurch durch die vielen Jahre
wie durch einen Filter.
Bitter zwar und herb, aber die lauterste, durch kein Surrogat künstlich
verputzte Wahrheit: das ist das Grundresultat, der Extrakt.
„Bitte schön“, nun werden wir sagen, „Bitte schön, meine Herrschaften,
Essenz gefällig!?“ Denn wir sind weder ein Kuriositäten-Kabinett noch
ein Album, darin man abstrakte Lebensweisheit sammelt ...
Ich habe die Welt gründlich ausgeschmeckt. Nie und nirgends begnügte ich
mich nur mit einer Kostprobe. Ich habe alle Menschenarten dieser Welt
geschmeckt ...
Und ich komme heim von meiner Irrfahrt, still, sehr still geworden, ohne
große Worte. Mein eigenes innerstes Wesen empfängt mich, mich umarmend,
wie eine Mutter, bei meiner Heimkehr. Weiter: entdecke! erobere! Und ich
reihe mich vorbehaltlos der proletarischen Front ein. Alles, was ist,
alles, was je gewesen war, alle Erwägungen, die ich anstelle darüber,
was je einst noch sein wird: alles Vergangene, Zukünftige, Gegenwärtige
drängt mich schlicht, völlig naturgemäß zu dieser Entscheidung.
Sie hat mich organisch zersetzt, dann war es plötzlich abrupt,
sprunghaft – und die Entscheidung war, lange bevor ich es eigentlich
selbst bemerkte, gefallen ...
Klassenkrieg ...
Rache juckt mich nicht.
Auch sachlich, kühl wie ein Stein kann ich sein. Nüchtern, wie nur der
Nüchternsten einer, den Weltgang betrachten. Ich bin heute von keinem
Fasching der Illusionen mehr gefoppt.
So sehe ich das unausweichbare Gegeneinandervorrücken, das
Gegeneinander-mit-den-Spitzen-Zusammenstoßen, das explosionsartig
Gegeneinander-Aufprallen zweier Welten, zweier Weltgruppen, zweier
Weltgewalten, und in der Weltmulde offen lagernd das gewaltigste Dynamit
unseres Zeitalters: