Keiner ist so blind, daß er letzten Endes nicht doch noch sehend werden
könnte. Auch die Verblendetsten sind nicht verloren.
Die gepanzerte Faust der Geschichte meißelt auch die verstocktesten
Schädel noch auf.
Auch hier rinnen, über und über verschüttet, Quellen unheimlicher Rache,
Quellen lebensspendender Kraft.
Ein magnetischer Streif donnert dahin der Rote Strom.
Wenn er durch die Städte treibt: die Städte brechen auf, die Fabriken
ziehen mit, die Werften hämmern sich herein, die Schiffssirenen
aufruhrtrillern, die Krane neigen sich, die Ufer bröckeln: der Strom,
der Strom: uferlos, immer uferloser wird er ...
Was ist dieser Strom anderes als befreiungsschmetternd aus den alten
Welträumen sich ergießendes, alle Dämme niederreißendes,
jahrtausendelang gemartertes Herzblut!?
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Schlag um Schlag in ihr Angesicht:
Auch die Kleinbürger werden eines Tages noch gezwungen werden, ihrem
Feind ins Auge zu sehen.
Herunter mit den Scheuklappen, aus ists mit dem Sichherumdrücken, Schluß
mit jedem Dem-Kampf-Ausweichen, Farbe bekennen heißt es, Brust an Brust,
Brust an Brust gekettet: so beginnt auch hier das Ringen um die
Entscheidung ...
Langsam, zögernd, mißtrauisch rücken die Kleinbürger in die
proletarische Front ein: mancher auch im letzten Augenblick noch bereit,
seine Kameraden, seine Mitkämpfer, sich selbst zu verraten.
Aber die Erde kracht, die Risse reißen immer tiefer sich ein, und sie,
die Erde, sie ist mit keiner noch so ausgeklügelten Phrase auf die Dauer
mehr ganz zu leimen.
Der Kleinbürger kann sich vorerst sein Vaterland bis in alle Ewigkeit
hinein nur schwarzweißrot vorstellen.
Es wird nicht schwarzweißrot sein.
Es wird nicht schwarzrotgold sein.
Es wird rot sein.
Die Kleinbürger täten klug daran, sich beizeiten damit abzufinden.
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