Hurra! ...
Kein Zweifel: diese Herren wollen – das Wohl der Volksgemeinschaft
scharf im treudeutschen Auge – alle nur das Beste.
Und da verschwindet eben so ein großer Schieber der Weltgeschichte, die
Aktentasche mit genialen Spekulationsprojekten unter dem Arm, im Auto;
vierzehn Stunden jeden Tag ist er zu Konferenzen unterwegs, und jetzt,
spät schon über Mitternacht, noch mit einem ausländischen Vertreter eine
Verhandlung –
Und hier der Reichstag: eine stürmische Sitzung zwar: aber wirklich nur
ein ganz bösartiger kann da bei der Betrachtung dieser Ehrwürdigen, von
Volkes Gnaden Gesalbten, auf den Gedanken kommen: Schafstall ... Das
Schicksal des Volkes wird hier entschieden: darum, bist du katholisch:
bekreuzige dich! ...
Blechmusik, Trommeln, Pauken, ein gellendes Trara – Bajonett
aufgepflanzt! Andacht! Bravo, die Reichswehr! Prächtige Jungens, hieb-
und stichfest ... Verwendbar zwar vorerst, aber das ist ja grad kein
Nationalunglück, nur im Bürgerkrieg. Da kann man sich denn auch nicht
wundern, daß die Sympathie breitester Volkskreise auf ihrer Seite ist,
besonders, na besonders, wenn man den Kommunisten dort als Gegenstück
betrachtet: unordentlich, die Hose in Fetzen, kein Hemd, nur ein
blutbeflecktes Wollsweater, tief in seiner Kellerwohnung, wie er dort
bei Kerzenlicht an seinem Schraubstock Handgranaten aus alten
Konservenbüchsen fabriziert, und man außerdem noch gerade zufällig
mitanzusehen freundlicherweise Gelegenheit nimmt, wie eben ein anderer
Genosse mit gewichtiger Miene, durch eine Geheimfalltüre natürlich,
eintritt, und ihm dann glückstrahlend eine Handvoll Cholerabazillen
überreicht ... Nach dieser gewitterschwangeren Stimmung strahlt selbst
der im Kreis seiner Opfer extra für das verehrte Publikum
photographierte berühmte Massenmörder heiter wie ein Sommertag ...
Und nun noch zum Schluß:
Badeszene am Lido: bewimpelte Strandflächen, neueste Badetoiletten,
blitzende Meerwellen – –