Im Anfang war die Arbeit

„Es sind nun schon einige Jahre her, daß ich das bürgerliche Leben

verließ, in dem ich bisher, wenn vielleicht auch absonderlich und

phantastisch, lebte. Daß eine Brücke nach der anderen ich hinter mir

abbrach, bis endlich auch die Konturen dieses alten Lebens immer mehr

schwanden, ich auf der neuen Erde Tag für Tag fester Fuß faßte, neue

Menschen fand, neue Kameraden gewann, und ich mit meinem Vorleben, das

ja auch nur ein bescheidenes Plätzchen innerhalb der allgemeinen

bürgerlichen Verworfenheit darstellte, mich nurmehr dergestalt

beschäftigte: den eisklaren revolutionären Vernichtungsplan im Gehirn;

konkreten Willens, exakt und zweckmäßig gearbeitet wie ein modernes

Brechwerkzeug; ein unerschütterliches Bollwerk von Haß gegen jede Form

von Menschenausbeutung im Herzen; die Waffe in der Hand.

Die Realität dieses vergangenen Lebens ist notwendigerweise eine

gespenstische.

Dieses Abschiednehmen, dieses Zurückweichen der Uferlinie mag, wie mir

bekannt ist, am besten, wenn auch auf typisch kleinbürgerliche und

idyllische Art und Weise, seinen Ausdruck gefunden haben in jenen Worten

aus Strindbergs „Entzweit“ wo es am Schluß heißt:

„Und so fuhr er wieder in die Welt hinaus. Als der Dampfer an dem

schönen Herbstabend sich den Strom hinaufarbeitete, sah er noch einmal

das Häuschen, dessen Fenster jetzt leuchteten. Alles Böse und Häßliche,

das er dort gesehen hatte, war jetzt verschwunden; er empfand kaum eine

flüchtige Freude, diesem Gefängnis, in dem er so unerhört gelitten

hatte, entronnen zu sein. Nur Gefühle der Dankbarkeit und der Wehmut

ergriffen ihn. Einen Augenblick zog das Band, das ihn an Weib und Kind

fesselte, so stark an, daß er sich ins Wasser stürzen wollte. Dann aber

drehten die Schaufelräder den Dampfer einige Male kräftig vorwärts, das

Band dehnte sich, streckte sich – und riß.“

(CHCl=CH)3As (Levisite); oder, Der einzig gerechte Krieg · 第 129 / 229 题