Da lagen sie auf den Bäuchen, auf dem Rücken, auf der Seite, in allen
Stellungen, allein und zu zweit, ausgespreizt und zusammengedrückt,
nackt, namenlos. In allen Stellungen aber wie Plastiken aus jener
Galerie, die genannt ist: „Die Verdammnis des Menschendaseins“ ...
* * * * *
Andere wieder banden sich die Nacht wie eine Maske vor.
Rudelweis zogen Menschen auf Raub.
Andere auf Menschenjagd.
Einer stößt jetzt vielleicht dem anderen das Messer in die Brust. Einer
knüpft sich jetzt den Strick zurecht, seift ihn irrsinnig-grinsend ein.
Nebenan hört man jetzt ein Geräusch, dumpf, wie das Fallen eines
Gegenstandes: er hat den Stuhl unter seinen Füßen weggezogen. Zwei, drei
Schlingerbewegungen macht der Körper noch: dehnt sich, ein Muskelspiel
zuckt, ein Speichelfaden sabbert lang aus dem Mundwinkel ... Schluß ...
Kauerten da nicht welche in Knäueln, drei, vier Leiber in einem Bett;
fünf auf dem Fußboden; lagen sie nicht da, als ob sie sitzen würden,
schliefen nicht welche an den Straßenecken im Stehn, und was schnarcht
hier oder lehnt sich mit weit aufgerissenen Augen des Nachts in
Parkanlagen auf den Bänken!? ...
* * * * *
Das höllische Tagestempo zitterte noch in der auf Leerlauf abgestellten
Menschenmaschine nach. Die Gesichter von Lebensangstschweiß und
Todesschweiß überzogen wie von einem geheimnisvollen Firnis.