XIV

Man hörte die Atemzüge der schlafenden Menschen durch die Wände

hindurch.

Flackernd ging der Atem, oben und unten und nebenan, von Röcheln,

Seufzern und holprigen Hustenanfällen unterbrochen.

Viele Uhren tickten immer dazwischen.

Wieder warf sich einer im Bett, einer schlich den Gang entlang, jetzt

tastete es nach einer Klinke; eine Tür knarrte.

Schritte kamen von der Straße hoch, fern, dann nah, wie tropfenweis.

Stimmen, das Tappen eines Betrunkenen, Autohupen; Klingeln, die

plötzlich schrillten. Und man konnte nur schwer unterscheiden zwischen

dem ewigen selbsttätigen Knirschen der morschen Diele und dem

Menschenstöhnen und Menschenächzen.

Katzen kreischten. Hunde winselten.

Auf ein Fenster drückte der Wind. Ein Schrank krachte.

Traum-Schreie ...

Ein Mensch hatte seinen Anfall. Das Schaumweiß brodelte ihm um den Mund.

Da zündete jemand eine Kerze an, warf sich über ihn und hielt ihn im

Bett fest.

Monoton lallte jetzt einer vor sich hin. Einer räusperte sich ...

Das Wasser im Kanal gluckste. Fernzüge pfiffen. Die Räder stießen auf

den Schienen einen dumpfen rauschenden Takt ...

In einem Kübel plätscherte es. Einer wusch sich. Die Vorposten des bei

Tagesgrauen aufmarschierenden Arbeiterheers standen schon wieder auf und

machten sich kampfbereit. Auch die Milchfuhrwerke schepperten schon

wieder in der Straße. An den Litfaßsäulen arbeiteten in weißen Kitteln

die Plakatankleber ...

Zähne knirschten, Fäuste krampften sich, Kniee zogen sich an, Hände

glitten über Decken und strichen sie glatt.

(CHCl=CH)3As (Levisite); oder, Der einzig gerechte Krieg · 第 60 / 229 题