Man hörte die Atemzüge der schlafenden Menschen durch die Wände
hindurch.
Flackernd ging der Atem, oben und unten und nebenan, von Röcheln,
Seufzern und holprigen Hustenanfällen unterbrochen.
Viele Uhren tickten immer dazwischen.
Wieder warf sich einer im Bett, einer schlich den Gang entlang, jetzt
tastete es nach einer Klinke; eine Tür knarrte.
Schritte kamen von der Straße hoch, fern, dann nah, wie tropfenweis.
Stimmen, das Tappen eines Betrunkenen, Autohupen; Klingeln, die
plötzlich schrillten. Und man konnte nur schwer unterscheiden zwischen
dem ewigen selbsttätigen Knirschen der morschen Diele und dem
Menschenstöhnen und Menschenächzen.
Katzen kreischten. Hunde winselten.
Auf ein Fenster drückte der Wind. Ein Schrank krachte.
Traum-Schreie ...
Ein Mensch hatte seinen Anfall. Das Schaumweiß brodelte ihm um den Mund.
Da zündete jemand eine Kerze an, warf sich über ihn und hielt ihn im
Bett fest.
Monoton lallte jetzt einer vor sich hin. Einer räusperte sich ...
Das Wasser im Kanal gluckste. Fernzüge pfiffen. Die Räder stießen auf
den Schienen einen dumpfen rauschenden Takt ...
In einem Kübel plätscherte es. Einer wusch sich. Die Vorposten des bei
Tagesgrauen aufmarschierenden Arbeiterheers standen schon wieder auf und
machten sich kampfbereit. Auch die Milchfuhrwerke schepperten schon
wieder in der Straße. An den Litfaßsäulen arbeiteten in weißen Kitteln
die Plakatankleber ...
Zähne knirschten, Fäuste krampften sich, Kniee zogen sich an, Hände
glitten über Decken und strichen sie glatt.