XIII

„Restbautrieb – reaktionäre Masse – fahnenflüchtig!“

So kollerte es noch lang in Maxens Schädel herum.

„_Fahnenflüchtig!?_“

Und diese Frage nahm plötzlich Gestalt an, wurde wie zu einem Menschen,

der lang und tief in ihn hineinschaute.

Dieser Mensch war seinesgleichen.

Blut von seinem Blut.

Ganz seiner Art.

Hieß auch Max Herse. Trat jetzt vor ihn hin wie sein leibhaftiger

Steckbrief.

Dieser Max Herse fragte ihn:

„Max, stimmt das: fahnenflüchtig!? Ist da nicht doch vielleicht etwas

wahr daran!? ... Wie war das nur neulich bei der Grubenkatastrophe?

Erinnerst du dich nicht mehr, was du unter dem unmittelbaren Eindruck

dieses Unglücks alles gesagt hast!? ... Versprochen hast eigentlich?!

... Fahnenflüchtig ... Desertiert aus der Klassenkampfreihe ...

Verlassen das proletarische Banner!? ... Das Banner, für das dein Vater

gekämpft und gelitten hat, für das deine Mutter sich so manchen Bissen

vom Munde abgespart hat!? Die rote wehende Hoffnung deiner Millionen

Arbeitsbrüder! Der Stolz deiner Arbeiterinnen-Schwestern, für das sie in

manchen Nächten ihre Finger sich wund genäht haben ... Max Herse! Willst

du nicht wieder ehrlich, proletarisch ehrlich werden!? ... Stimmt das

nicht, was der Wilhelm sagte: „Ja, für euch bleibts halt ewig beim

Alten, ihr wißt schon, was ich meine: Kaisergeburtstagsfeier und erster

Mai ...“

„Wieder ehrlich, proletarisch ehrlich werden ...!?“

Max Herse sprach im Halbtraum schon, diese Frage nach.

(CHCl=CH)3As (Levisite); oder, Der einzig gerechte Krieg · 第 58 / 229 题