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7: _Arêka-Palme_ (malayisch arik). Eine Abart, Arêca câtechu, die

Betelpalme, trägt orangerote, hühnereigroße Früchte, deren Kern, mit den

Blättern des Betelpfeffers umwickelt, gekaut wird.

_Kokos-Palme_ (von spanisch coca »Nuß« oder portugiesisch coco »Popanz«

wegen der gesichtsähnlichen, daher schreckhaften Früchte). Die Kokosnuß

gehört in Indien zu den heiligsten Früchten, die der Göttin der

Wohlfahrt, Sriphâla, geweiht sind.

_Brotfruchtbaum_ (englisch jack-fruit aus malayisch chakka; sanskrit

pânasa). Die kopfgroßen Früchte werden roh und geröstet genossen. 2 bis

3 Bäume versorgen einen Menschen ein Jahr mit Nahrung.

20: _Feigenbaum_ (englisch banyan tree, sanskrit vata; ficus indica).

Die Luftwurzeln der Äste greifen in den Boden ein und werden zu neuen

Stämmen. So wächst der Baum nach allen Seiten hin durch Jahrtausende und

bildet einen Wald, der Tausende von Menschen aufnimmt. Er ist der Zeit,

Kâla, heilig und gilt als Sinnbild der Unsterblichkeit. Beim Pflanzen

des Baumes wird gewöhnlich das Gebet gesprochen: »Möchte ich so viele

Jahre im Himmel weilen als dieser Baum auf Erden wächst.«

_Mango_ (malayisch mângây, sanskrit âmra; magnifera indica).

Gelbblühender Baum mit gelblichen, bis zu einem Kilo schweren Früchten,

die ein beliebtes Obst sind. Der Ârmra gilt als Inkarnation der

Liebesgöttin. Nach einer Legende übte die Göttin Pârvati unter einem

Mangobaum Buße, dort, wo jetzt der Saiva-Tempel steht. Hier erschien ihr

ihr Gatte Siva, der als Ekâmranâtha »der unvergleichliche Herr des

Mangobaums« verehrt wird.

21: _Bakula_ (mimusops elengi), Baum mit wohlriechenden Blättern und

Blüten, die ein ätherisches Öl liefern. Die süßen Früchte sind eßbar.

35: _Kadam_ (sanskrit Kadamba; nauclea cadamba), Liane mit

orangefarbener duftender Blüte.

_Dâdâ_ (Hindustani), Großvater väterlicherseits, dann auf jede ältere

Person angewendet, hier: der ältere Bruder.

40: _Champa_ (sanskrit champaka; michelia champaka), den Magnolien

ähnliche Holzgewächse mit duftenden, zarten, weißen und gelben Blüten,

die Götzenbildern dargebracht werden, besonders am 14. Iyeshth (ungefähr

unserm Juni entsprechend). Das wohlriechende Champakaöl ist sehr

beliebt.

41: _Râmâyana_ (sanskrit ayana = gehend, vonay = gehen), »Die Taten des

Rama«. Das große Sanskrit-Epos, das dem Vâlmiki zugeschrieben wird und

im 5. Jahrh. v. Chr. entstanden sein dürfte. Vgl. Alex. Baumgartner, das

Râmâyana und die Râma-Literatur der Inder. Freiburg 1894.

43: _Tulsi_ (sanskrit tulasi; ocimum sanctum), heiliges Basilikum. In

Ostindien berühmteste Arzneipflanze, der Legende nach aus dem Haar einer

Nymphe erzeugt, die Vishnu in seiner Inkarnation als Krishna liebte.

Vaisnawa-Rosenkränze bestehen aus 108 Perlen von diesem Holz.

Alljährlich wird in Indien eine Art Vermählungszeremonie zwischen dieser

Pflanze und einem Salagramammoniten (versteinerte, ausgestorbene

Tintenschneckenart, Symbol des Vishnu und als Amulett weiblicher

Fruchtbarkeit) als Sinnbild der Muschelinkarnation Vishnus vollzogen.

50: _Tamarinde_ (arabisch tamr hindi, indische Dattel; tamarindus

indica), bis zu 25 Metern hoher, immergrüner Baum mit gelblichen,

purpurgeäderten Blüten. Die Frucht wird als Obst, Nahrungs- und

Arzneimittel verwendet.

53: _Shiuli_ (bengali; nyctanthes arbor tristis), Gattung der Oleaceen.

Bis zu 9 Metern hoher Baum oder Strauch, vom Jasmin hauptsächlich durch

Blütenfarbe (Röhre und Schlund orange, sonst weiß) und Fruchtform

verschieden. Tropische Zierpflanze mit wohlriechenden, nur nachts

geöffneten Blüten, die zum Färben von Speisen und zur Bereitung von

ätherischem Öl dienen.

55: _Indischer Flachs_ (englisch jute, bengali jûto »die Haarflechte«;

corchorus olitorius). Die Faser wird zur Erzeugung von Matten und groben

Sackleinen, Jute, verwendet.

56: _Râmachandra._ Das Wort chandra wird oft an Namen angefügt, um die

Schönheit auszudrücken. Der Retter der Welt, der triumphierende

Dämonentöter, der rührendste Dulder, in den sich Vishnu bei seiner

siebenten Herabkunft verwandelte. Râmas vierzehnjährige Verbannung mit

seiner Gattin Sitâ wird im zweiten und dritten Gesange des Râmâyana

geschildert.

71: _Ganesh_ (Sanskrit Ganeça »der Anführer des Gefolges« Shivas, als

dessen Sohn er gilt). Er wird oft mit seinem Bruder, dem Kriegsgott

Skanda verehrt. Er ist der Entferner von Hindernissen, die Verkörperung

allen Erfolges. Indische Handschriften pflegen mit einer an ihn sich

richtenden Verehrungsformel zu beginnen, damit er den hindernden Einfluß

böser Dämonen vom Schreiben abwehre: so ist der Schein entstanden, als

sei Ganesha eigentlich ein Gott der Wissenschaft. Sein in Indien

unendlich verbreitetes Bild zeigt ihn mit einem Elefantenkopf, oft auf

einer Ratte reitend.

75: _Madar_ (sanskrit mandâra; erythrina indica), Dadapbaum, als Stütze

in Pfeffer-, als Schattenbaum in Kaffeeplantagen verwendet. Mit meist

scharlachroten Blütentrauben, zur Gattung der Korallenbäume gehörig.

83: _Palankin_ Tragsänfte.

89: _Puja_ (sanskrit) bedeutet Verehrung überhaupt. Als Fest ist das

Durgâpûjâ oder Navarâtra gemeint, die »Neun Nächte«, beginnt am ersten

und endet am zehnten Tag der lichten Hälfte von Âsvina (September-Oktober).

Es wird namentlich in Bengal gefeiert als Erinnerung an

den Sieg von Durgâ, Shivas Frau, über einen büffelköpfigen

Dämon. Ihr Bild wird mit zehn bewaffneten Armen dargestellt, ihr rechter

Fuß auf einem Löwen ruhend, ihr linker auf dem Büffeldämon. Nach

neuntägiger Verehrung wird dieses Götzenbild am zehnten Tage ins Wasser

gestürzt.

Näheres vgl. Monier-Williams, Brâmanism and Hindûism or Religious

Thought and Life in India. London, 1891.

* * * * *

Die Gedichte 2, 3 und 9 sind mit den Gedichten 60-62 der Sammlung

»Gitanjali« identisch.

Es scheint mir wichtig, zu betonen, daß die englische, von Tagore selbst

geschaffene Form als die beste europäische Mittlerin seiner Gedanken und

Gefühle zu gelten hat. Selbst die Kunst eines Rückert könnte uns die

Umdichtung aus dem bengalischen Urtext nicht so nahebringen, wie eine

möglichste Nachbildung der englischen Umdichtung uns rühren kann.

Bei den Anmerkungen danke ich wieder vieles der Freundlichkeit des

Berliner Sanskritisten, Herrn Professor Heinrich Lüders.

Der zunehmende Mond · 第 61 / 63 题