DER ENGEL

Sie schreien und kämpfen, sie zweifeln und verzweifeln, sie wissen kein

Ende ihren Zänken.

Laß' Dein Leben unter sie kommen wie eine Flamme Licht, mein Kind, ohne

Flackern und rein, und entzücke sie zum Schweigen.

Sie sind grausam in ihrer Gier und ihrem Neid; ihre Worte sind wie

verborgene Messer, dürstend nach Blut.

Geh' und stelle Dich unter ihre schelen Herzen, mein Kind, und laß'

Deine milden Augen auf sie fallen wie der verzeihende Abendfriede über

den Streit des Tags.

Laß' sie Dein Antlitz sehn, mein Kind, und so den Sinn aller Dinge

erkennen; laß' sie Dich lieben und so einander lieben.

Komm' und wohne im Busen der Unendlichkeit, mein Kind. Mit Sonnenaufgang

öffne und erhebe Dein Herz wie eine blühende Blume, und zum Untergang

neige Dein Haupt und vollende im Schweigen des Tages Gottesdienst.

Der zunehmende Mond · 第 56 / 63 题