DER FEIGENBAUM

O Du zottelköpfiger Feigenbaum am Ufer des Teichs, hast Du den kleinen

Jungen vergessen wie die Vögel, die in Deinen Zweigen genistet haben und

Dich verließen?

Erinnerst Du Dich nicht, wie er am Fenster saß und sich wunderte über

das Gewirr Deiner Wurzeln, die unter die Erde tauchten?

Die Frauen kamen immer, ihre Krüge zu füllen am Teich, und Dein

riesiger, schwarzer Schatten räkelte sich über das Wasser wie Schlaf,

der sich anstrengt, aufzuwachen.

Sonnenlicht tanzte auf den Wasserwirbeln wie ruhlose, winzige

Weberschiffchen, die eine goldne Tapete wirken.

Zwei Enten schwammen am verwilderten Rande über ihren Schatten und der

Junge saß still und sann.

Er wollte der Wind sein und durch Deine rauschenden Zweige blasen, Dein

Schatten sein und mit dem Tage länger werden auf dem Wasser, ein Vogel

sein und auf Deinem höchsten Wipfel sitzen, und wie jene Enten unter

Unkraut und Schatten schwimmen.

Der zunehmende Mond · 第 52 / 63 题