+Ratefreund+:
Mich wundert, wo der Bote weilt,
Der zu den Sterblichen gegangen.
Ob er wohl nimmer heimwärts eilt?
+Herold+ (mit einem goldenen Kranz hereinstürzend):
O Ratefreund, du seliger Held!
Ruhmreichster du, weisheitumfangen!
Geriebenster der ganzen Welt!
Du Glorienschein!
Dreifach Beglückter!
(atemlos gegen das Publikum):
Blast doch ein!
+Ratefreund+:
Was bringst du?
+Herold+:
Hier den Kranz von Gold,
Den dir, der Weisheit feinster Blume,
Die Ehrfurcht aller Völker zollt!
+Ratefreund+:
Wie käme ich zu solchem Ruhme?
+Herold+:
O du, der in der Luft die Stadt,
Weithin berühmt, begründet hat!
Weißt nicht, wie sie die Menschen ehren
Und wie sie sich nach ihr verzehren?
Eh’ daß sie stund, tät ihnen allen
Bloß +lakedämonische+ Art gefallen:
Da hätt’ sich keiner die Haare gestutzt,
Litten Hunger, waren verschmutzt,
Trieben’s wie Sokrates aller Enden
Mit dicken Stöcken in den Händen.
Jetzt ist das anders: wir +Vögel+ hier
Sind ihr Exempel und einzig Pläsier.
Beginnt die Sonne ihren Lauf,
Fliegen sie aus den Nestern auf,
Lassen sich all auf den Buchmarkt herab
Und weiden, wie wir, die Blätter ab.
Ja, sie treiben die Vogelei
So öffentlich und ohne Scheu,
Daß viele darob Vogelnamen,
Je nach Wesen und Art, bekamen.
Vor lauter Vogelschwarm hinwieder
Singen sie nur noch +Vogel+lieder,
Darin etwan ein Schwälbchen schwirrt,
Ein Gänsrich, eine Ente wackelt
Oder die Turteltaube girrt.
Selbst bloß von +Flügeln+ wird gefackelt,
Oder wie zierlich ein +Fläumlein+ flirrt!
So steht das dort ... Bald kommen mehr
Denn zehentausend zu uns her.
Die wollen Schwingen und krumme Klauen.
Du magst nur flugs nach Federn schauen!
+Ratefreund+ (zu einem Sklaven):
Da heißt es, hurtig drauf und dran!
So eile dich, hol’ Körbe, Züber,
Und füll sie all mit Federn an!
(zu einem zweiten Sklaven)
Du aber, Manes, brings herüber!
Ich will die Kommenden empfahn.