1 folgt in der natürlichen Zahlenreihe unmittelbar auf 0.

Es ist vielleicht nicht überflüssig zu bemerken, dass die Definition

der 1 zu ihrer objectiven Rechtmässigkeit keine beobachtete

Thatsache[93] voraussetzt; denn man verwechselt leicht damit, dass

gewisse subjective Bedingungen erfüllt sein müssen, um uns die

Definition möglich zu machen, und dass uns Sinneswahrnehmungen

dazu veranlassen[94]. Dies kann immerhin zutreffen, ohne dass die

abgeleiteten Sätze aufhören, a priori zu sein. Zu solchen Bedingungen

gehört z. B. auch, dass Blut in hinreichender Fülle und richtiger

Beschaffenheit das Gehirn durchströme -- wenigstens soviel wir wissen;

-- aber die Wahrheit unseres letzten Satzes ist davon unabhängig; sie

bleibt bestehen, auch wenn dies nicht mehr stattfindet; und selbst,

wenn alle Vernunftwesen einmal gleichzeitig in einen Winterschlaf

verfallen sollten, so würde sie nicht etwa so lange aufgehoben sein,

sondern ganz ungestört bleiben. Die Wahrheit eines Satzes ist eben

nicht sein Gedachtwerden.

§ 78. Ich lasse hier einige Sätze folgen, die mittels unserer

Definitionen zu beweisen sind. Der Leser wird leicht aber sehen, wie

dies geschehen kann.

1. Wenn a in der natürlichen Zahlenreihe unmittelbar auf 0 folgt, so

ist a = 1.

2. Wenn 1 die Anzahl ist, welche einem Begriffe zukommt, so giebt es

einen Gegenstand, der unter den Begriff fällt.

3. Wenn 1 die Anzahl ist, welche einem Begriffe F zukommt; wenn

der Gegenstand x unter den Begriff F fällt, und wenn y unter den

Begriff F fällt, so ist x = y; d. h. x ist dasselbe wie y.

4. Wenn unter einen Begriff F ein Gegenstand fällt, und wenn

allgemein daraus, dass x unter den Begriff F fällt, und dass y

unter den Begriff F fällt, geschlossen werden kann, dass x = y ist,

so ist 1 die Anzahl, welche dem Begriffe F zukommt.

Die Grundlagen der Arithmetik Eine logische mathematische Untersuchung über den Begriff der Zahl · 第 19 / 26 题