10. Capitel.

Eine verhängnißvolle Botschaft. -- Eine Audienz beim »Herrn«. --

Die Production wird eingestellt. -- Der Sturm bricht los. -- Des

Urahnen Hochzeitsreise. -- Das Ende der capitalistischen

Wirthschaft.

Zu später Abendstunde langte ich bei Elly wieder an. Meine Braut kam mir

schon im Vorflur entgegen und eine Centnerlast fiel mir vom Herzen, als

ich sah, daß sie gesund und blühend vor mir stand, wie sonst.

»Wo ist der Vater, Elly?« fragte ich nach der ersten zärtlichen

Begrüßung. »Er hat mich telephonisch zurückberufen!«

»Er wartet auf Dich in seinem Schreibzimmer,« entgegnete Elly. »Ich weiß

nicht, was vorgefallen ist, aber es muß etwas Schlimmes sein, denn Vater

macht ein furchtbar ernstes Gesicht. Es liegt wie ein Alp auf uns

Allen!«

Als ich das angedeutete Gemach betrat, erhob sich mein Schwiegervater

von dem Schreibtisch, an dem er saß und streckte mir die Hand entgegen.

Sein Antlitz war außergewöhnlich blaß und ernst.

»Gut, daß Du kommst,« sagte er und lud mich ein, Platz zu nehmen. »Ich

bedarf Deiner Hülfe, denn es gehen Dinge vor, für die meine Kraft nicht

ausreicht.«

Er holte tief Athem und fuhr nach einer Pause fort:

»Heute Nachmittag war ein Geheimsecretär des >Herrn< bei mir.«

»Des Herrn?« frug ich erstaunt. »Welchen Herrn meinst Du?«

»Ah so, Du weißt nicht!« -- seine Stimme sank unwillkürlich zu einem

Flüstern herab und sein Blick schweifte scheu durch's Gemach, als

fürchte er, daß irgend ein geheimnißvoller Dritter unser Gespräch

belauschen könne. »Wir Alle nennen ihn nie anders, als nur den >Herrn<.

Die Wenigsten wissen überhaupt seinen Namen. Er ist der oberste Leiter

unserer Gesellschaft, wohl die mächtigste Persönlichkeit auf der Erde.

Sein Reichthum ist unermeßlich, der Kaiser selbst, im Vergleich mit ihm,

ein armer Schlucker.«

»Und was will er also von Dir?«

»Von mir will er eigentlich nichts. Er läßt mir nur mittheilen, daß die

Gesellschaft morgen mit dem Schlag 12 Uhr die Production einstellen

werde.«

Ich fuhr entsetzt empor.

»Die Production einstellen? Ist der Mensch wahnsinnig?«

»Oh, nein! Der Secretär hat mir Alles auseinandergesetzt. Das Ganze ist

nichts, als ein Rechenexempel. Die Production verlohnt sich nicht mehr.

Neunzig Procent der Bevölkerung sind Bettler, Vagabunden, wegen deren es

nicht mehr der Mühe werth ist, das Geschäft weiter zu führen und der

Rest kann, trotz allen Aufwandes, nicht den zehnten Theil von dem

verbrauchen, was unsere Maschinen herstellen.«

»Aber dann steht das Chaos vor der Thür, eine entsetzliche Umwälzung!«

»Das weiß der >Herr< ganz gut, aber es kümmert ihn nicht. Die

Gesellschaft hat ihr Schäflein längst in's Trockene gebracht. Schon seit

Jahren hat man, ganz im Geheimen, riesige Capitalien aus dem

Geschäftsverkehr gezogen und im Ausland sicher untergebracht. Vor ein

paar Wochen hat die Gesellschaft für die Summe von zehn Milliarden der

spanischen Regierung die Insel Cuba abgekauft. Die Actionäre haben sich

dorthin zurückgezogen und werden unter Palmen ein idyllisches Dasein

führen, während hier eine Welt in Trümmer geht!«

Ich war sprachlos; der Kopf schwindelte mir.

»Aber um Gotteswillen«, stieß ich endlich hervor, »giebt es denn kein

Mittel, um das abzuwenden, um die Catastrophe zu verhüten?«

»Doch, es giebt noch eines! Der Staat muß die Production vorläufig in

die Hand nehmen. Höre, was ich Dir sagen will und weshalb ich Dich rufen

ließ. Du mußt mit dem Frühzug nach Hamburg fahren. An Bord seines

Privatdampfers findest Du dort den >Herrn<. Biete alle Deine

Beredsamkeit auf, um von ihm zum mindesten acht Tage Aufschub zu

erlangen. In der Zwischenzeit unterhandle ich hier mit der Regierung.

Die Production darf nicht einen Moment stillstehen. Unser aller Existenz

hängt davon ab.« Er unterbrach sich einen Moment und fuhr dann, tief

aufseufzend, fort: »Oh, wenn wir jetzt Arbeiter hätten, wie sie unsere

Vorfahren im neunzehnten Jahrhundert hatten! Dann wäre ja Alles gut.

Dann hätten wir diese schwerfällige, eingerostete Staatsmaschine gar

nicht nöthig, um uns über Wasser zu halten. Die Sünden der letzten

hundert Jahre aber haben alles verdorben.« -- -- -- Die wenigen Stunden

der Nacht vergingen mir schlaflos. Die Morgennebel zogen noch über die

unabsehbare Ebene, als ich schon wieder im Zuge saß und gen Norden

dampfte.

In den ersten Vormittagsstunden war ich in Hamburg, und mein Erstes war

natürlich, zum Hafen zu fahren, wo der Lustdampfer des »Herrn« vor Anker

lag. Es gelang mir indessen nicht, sogleich bei dem Mächtigen

vorgelassen zu werden. Von entsetzlicher Unruhe gepeinigt, schritt ich

auf dem Quai auf und ab. Ich beobachtete mit Angst, wie der Zeiger

meiner Uhr langsam vorwärts schlich und jede Minute, die er zurücklegte,

steigerte meine Aufregung. Entsetzliche Bilder von Aufruhr und

Zerstörung erfüllten meine Phantasie. Tausende zogen an mir vorüber,

ihren alltäglichen Geschäften oder Vergnügungen nach, aber Keiner unter

ihnen hatte eine Ahnung von dem drohenden Unheil, das mit jedem

Augenblicke näher kam. Nur ich allein sah es, und sah auch die

dampfenden Schutthaufen an Stelle der glänzenden Paläste, die

verstümmelten Leichen auf dem blutüberströmten Pflaster. Entsetzliches

Geheimnis, das auf mir lastete!

Die zehnte Stunde war schon längst vorüber, als ich endlich an Bord des

Dampfers Einlaß fand. Es war ein kleines, lauschiges Cabinet, in das man

mich führte. Die Wände waren bis zur Brusthöhe mit hellfarbigem Holze

getäfelt und oberhalb desselben mit violettem Sammt ausgeschlagen. Ein

kostbarer Teppich bedeckte den ganzen Boden, schwere Seidengardinen

verhüllten die Eingänge. Auf einem Divan, vor sich ein elegantes

Rauchtischchen, lag ein Herr in schwarzem Salonanzug, einen Fez auf dem

spärlich behaarten Scheitel. Er mochte etwa Mitte der vierziger Jahre

stehen, hatte aber einen eigenthümlichen, milden, abgespannten Zug im

Gesicht, der ihn weit älter erscheinen ließ.

Es war der »Herr«, vor dem ich stand. In diesem Moment fiel mein Blick

auf einen Chronometer, der zu Häupten des Divans hing; er zeigte auf

zehn Minuten vor elf Uhr. Ein Schauer flog über meinen Körper, als ich

diese Wahrnehmung machte. Wenn es mir im Laufe der nächsten halben

Stunde nicht gelang, den Mächtigen umzustimmen, so war Alles verloren.

Alle Kraft zusammennehmend, begann ich meinen Vortrag.

Der »Herr« hörte mich schweigend, den Dampf einer Cigarette von sich

blasend, an; nur von Zeit zu Zeit flog ein nervöses Zucken über sein

Antlitz. Ich hatte meine ganze Beredsamkeit aufgeboten und Worte

gefunden, so eindringlich, so herzerschütternd, daß sie einen Stein

hätten bewegen müssen. Als ich geendet, blieb es einige Augenblicke ganz

still im Gemach; ich glaubte, mein eigenes Herz schlagen zu hören.

Der »Herr« erhob sich aus seiner liegenden Stellung und stand dicht vor

mir, die eine Hand in der Tasche seines Beinkleides, in der anderen die

Cigarette haltend, von der die schmalen, weißen Finger die Asche

nachlässig abstreiften.

»Ich bedaure, Ihren Wunsch nicht erfüllen zu können; es ist Alles wohl

überlegt und vorbereitet. Den Befehl jetzt rückgängig machen, hieße

unseren ganzen Plan vernichten.«

Seine Stimme war trocken, klanglos, ohne jede Bewegung.

»Kann es in Ihrem Plane liegen, unabsehbares Unheil über das Vaterland

heraufzubeschwören?« frug ich erregt.

»Vaterland? Wer Geld hat, braucht kein Vaterland!« erwiderte er mit

leichtem Achselzucken.

»Aber die Catastrophe wird an den Grenzen Deutschlands nicht Halt

machen. Ganz Europa wird der Brand erfassen, sobald er einmal

ausgebrochen ist und alle Cultur wird in Trümmer gehen.«

»Das kümmert uns nicht. Bis nach Cuba werden die Flammen nicht schlagen

und übrigens, je toller es zugeht, desto besser.«

»Wie so? Das verstehe ich nicht.«

»Sie sind ein schlechter Geschäftsmann, mein Lieber, wenn Sie das nicht

einsehen,« meinte der »Herr« mit jovialem Lächeln. »Nun gut, ich will es

Ihnen erklären, weil wir noch etwas Zeit haben, ehe mein Dampfer

abfährt. In der bisherigen Weise läßt sich die Production nicht mehr

fortführen; wir verdienen nichts mehr dabei und sind keinen Augenblick

vor einer Catastrophe sicher. Wir müssen einmal _tabula rasa_ machen mit

dem großen Heere überzähliger Menschen, um dann mit frischen Kräften

wieder anzufangen. Also stellen wir den Betrieb freiwillig ein, und

warten in sicherer Entfernung ab, bis sich die Wogen wieder beruhigt

haben. Wenn der richtige Moment gekommen ist, erscheinen wir wieder auf

der Bildfläche und man wird uns als Retter der Gesellschaft freudig

aufnehmen. Verstehen Sie nun, weshalb es nicht in unserem Interesse

liegen kann, den Betrieb in die Hände des Staates übergehen zu lassen?

Sollen wir uns selbst das Geschäft für alle Zukunft verderben? Nein, wir

wissen recht wohl, daß die Regierung mit ihrem zusammengeschmolzenen

Heere, in dem sich ohnehin schon viel unsichere Elemente befinden, der

Bewegung nicht Herr werden wird, die sie ganz unvorbereitet trifft. Aber

gerade das wollen wir. Es muß Alles zu Grunde gehen, damit wir von Neuem

Geschäfte machen können.«

Ich stand wie erstarrt und war keines Wortes fähig. Erst nach längerer

Pause vermochte ich mich soweit zu sammeln, um ihn an die unzähligen

Menschenleben zu erinnern, die diesem Geschäftskniff zum Opfer fallen

würden.

Er zuckte die Achseln und zündete sich eine frische Cigarette an. »Das

ist schlimm für die, welche es trifft, aber im Geschäftsleben darf man

nicht sentimental sein. Uebrigens ist es immer besser, die Leute büßen

ihr Leben schnell ein, als daß sie verhungern.«

Er sah auf die Uhr. Der Zeiger wies auf 20 Minuten nach 11 Uhr.

»Wenn Sie den nächsten Zug nach Berlin erreichen wollen, müssen Sie sich

sputen. Auch fährt mein Schiff Punkt 12 Uhr ab und es giebt für mich

noch vorher einige Geschäfte zu erledigen.«

Er geleitete mich in verbindlichster Weise bis zur Thür. Meine Mission

war zu Ende.

Unfähig, einen klaren Gedanken zu fassen, suchte ich auf schnellstem

Wege den Bahnhof zu erreichen. Als ich die Freitreppe zur Bahnhofshalle

emporstieg, erklang die Mittagsstunde von den Thürmen Hamburgs.

In diesem Augenblick, das wußte ich, flog auf dem Telegraphendraht der

gleiche verhängnißvolle Befehl durch das ganze Reich von Stadt zu Stadt,

von Fabrik zu Fabrik und Millionen arbeitsgewohnter Hände begannen in

diesem Augenblick für immer zu feiern. Wie lange konnte es dauern und

diese Hände griffen zur Mordwaffe, zum Feuerbrand?

Mit Windeseile trug mich der Zug durch die Winterlandschaft der

Hauptstadt zu. Meine Mitpassagiere plauderten ahnungslos mit einander,

nur ich saß, mit einem Herzen, das sich angstvoll zusammenkrampfte, in

meiner Ecke und wagte kaum, den Anderen in's Gesicht zu sehen.

Ohne Zwischenfall kamen wir bis in die Nähe der Hauptstadt. Auf freiem

Felde hielt plötzlich der Zug. Es entstand ein hastiges, angstvolles

Hin- und Herlaufen, die Passagiere begannen unruhig zu werden. Einzelne

öffneten die Waggonthüren und stiegen hinab, um die Ursache des

unerwarteten Aufenthalts zu erfragen. Unbestimmte Gerüchte wurden laut.

Arbeiterunruhen seien wieder einmal in Berlin ausgebrochen, hieß es,

aber das Militär werde der Bewegung in Kürze Herr werden.

Nach einer Viertelstunde etwa fuhren wir in langsamem Tempo weiter. Den

Bahnhof fanden wir von einem Füsilierbataillon besetzt; in voller

Feldausrüstung campirten die Mannschaften längs des Perrons und in der

Vorhalle. Ich eilte auf die Straße. Alles war menschenleer. Kein Wagen

weit und breit. So schnell ich es vermochte, eilte ich dem Hause meiner

Schwiegereltern zu. An einer Straßenkreuzung mußte ich Halt machen. In

scharfem Trabe kam die Gardeartillerie vorübergesaust, dahinter im

Laufschritt Bataillon auf Bataillon, die Kerntruppen der deutschen

Armee. Ohne mich umzusehen rannte ich weiter. Als ich bei Elly anlangte,

fand ich die ganze Familie schon in höchster Aufregung, Vorbereitungen

zur Flucht treffend.

»Und morgen soll Elly's Trauung sein!« klagte die Mutter meiner Braut.

»Ihr armen Kinder, Ihr habt eine traurige Hochzeit.«

»Was morgen sein wird, kann Niemand sagen,« entgegnete mein

Schwiegervater. »Ich habe mir schon überlegt, was geschehen muß. Ihr

müßt sofort getraut werden; der Geistliche wird in einigen Minuten hier

sein, unterdessen packt Ihr das Nothwendigste ein und sobald die

Ceremonie vorüber ist, fahrt Ihr zum Bahnhof.«

»Nein, Mutter, Vater, ich lasse Euch nicht allein zurück hier in dieser

schrecklichen Zeit,« rief Elly. »Ihr müßt mit uns fliehen!«

»Das geht nicht so schnell, Elly,« entgegnete der alte Herr; »es ist ja

auch augenblicklich noch keine Gefahr. Noch immer ist Hoffnung, daß die

Truppen den Aufstand niederschlagen. Sollte dies aber bis morgen nicht

der Fall sein, so folgen wir Euch nach. In Euerem stillen Thüringen wird

man ja wohl noch einen sicheren Zufluchtsort finden.«

Bei diesen Worten -- ich weiß nicht, wie es kam -- fielen mir plötzlich

die finsteren Gesichter, die abgezehrten Gestalten der Arbeiter ein, mit

denen ich in Weimar täglich zu thun hatte, und mit _einem_ Male wurde

mir klar, welch' furchtbarer Zündstoff auch dort aufgehäuft war.

Der Geistliche kam; in Reisekleidern wurden wir getraut; fernes

Gewehrfeuer, einzelne Kanonenschüsse und das unaufhörliche Dröhnen der

Sturmglocken begleitete die Ceremonie. Die feierliche Handlung war kaum

vollendet, als von der verödeten Straße herauf lautes Stimmengewirr und

der schwere Tritt einer großen Menschenmenge zu uns empordrang. Ich

eilte an's Fenster. In ganzer Straßenbreite wälzte sich, der inneren

Stadt zu, ein ungeheuerer Knäuel bewaffneter Männer und Weiber.

In der Masse, die nach Tausenden zählte, blitzte hie und da eine

Pickelhaube, ein Bayonnet auf. Einzelne Soldaten marschirten inmitten

der Aufständischen; schließlich kam, umringt von der tosenden Menge, ein

ganzes Bataillon, Trommler und Pfeifer an der Spitze, daher marschirt.

Als ich aufsah, blickte ich in das Antlitz meines Schwiegervaters. Es

war todtenbleich.

»Es sind die Arbeiter von Spandau und Charlottenburg,« sagte er mit

tonloser Stimme, »die Garnison geht mit ihnen.«

Wir nahmen Abschied von den Eltern und ahnten nicht, daß es ein Abschied

für immer war. Ich habe die Beiden nie wiedergesehen und nie erfahren,

was ihr Schicksal gewesen. Auf einer Hintertreppe, durch den Hofraum,

gelangten wir an einen Seitenausgang des großen Gebäudes, der in einer

stillen Sackgasse gelegen. Hier erwartete uns der Wagen, der uns zum

Bahnhof führte. Von dem zahlreichen Dienstpersonal ließ sich Niemand

blicken; wir trugen unser Gepäck selbst zum Wagen hinab. Ich war fast

erstaunt, als ich sah, daß der Kutscher noch wie sonst seinen Dienst

versah, und wie sonst, den Hut in der Hand, uns den Schlag öffnete.

Durch menschenleere Straßen, wo alle Schaufenster geschlossen waren,

fuhren wir zum Bahnhof. Es war alles still und düster, wie auf einem

Friedhofe. Elly lehnte an meiner Schulter und weinte still für sich hin.

Mein Gott, wie ganz anders hatte ich mir diesen Tag vorgestellt!

Am Bahnhof fanden wir ein Treiben, für das mir die Worte fehlen.

Die riesige Halle war in allen ihren Theilen mit Flüchtenden

vollgestopft. Ein wahnsinniger Tumult herrschte; es war, als sei man mit

einem Male in ein Tollhaus gerathen. In Intervallen von zehn Minuten

verließ Zug auf Zug die Halle.

Sobald eine neue Wagenreihe bereit stand, stürzte sich die Menge darauf;

im Nu waren die Coupé's gefüllt, die Dächer erklettert; auf den

Trittbrettern stand, wer sonst keinen Platz fand; um jeden Fuß breit

wurde mit wahnsinnigem Ingrimm gekämpft, Weiber und Kinder zu Boden

getreten, oder unter die Räder geschleudert. Wenn der Zug die Halle

verlassen hatte, lagen da und dort zuckende Leichname auf den Schienen,

und der Todesschrei der Verstümmelten, um die sich kein Mensch mehr

kümmerte, gellte in das allgemeine Toben.

Wir standen in einen Winkel gepreßt, uns fest umschlungen haltend. Ich

dachte an den Tod.

Von Zeit zu Zeit drang irgend eine neue Schreckenskunde in die

verzweifelnde Menge und fachte die Todesangst immer von Neuem wieder an.

Nur einiges vermochte ich aus abgerissenen Worten zusammenzufassen.

Offenbar machte der Aufstand rapide Fortschritte; ein großer Theil der

Truppen war offen zu den Insurgenten übergegangen; der Rest kämpfte

matt, widerwillig, ganze Regimenter weigerten sich zu schießen, und

sahen, Gewehr bei Fuß, gleichgültig der allgemeinen Zerstörung zu.

Als eines der ersten Opfer des Aufstandes war der »Herr« gefallen. Im

Moment, als sein Schiff die Anker lichten wollte, zeigte es sich, daß an

der Maschine etwas in Unordnung gerathen sei. Noch ehe der Schaden gut

gemacht werden konnte, stürmten schon die ersten Arbeiterschaaren aus

den geschlossenen Fabriken daher und stürzten sich wie Hyänen auf ihre

Beute. Ein wüthender Kampf entspann sich, in welchem der »Herr« und die

ganze Mannschaft seines Schiffes ihren Untergang fand.

Der Abend war bereits hereingebrochen, als es mir endlich gelang, Elly

in ein Coupé zu schieben, in dem sich schon zwölf Menschen befanden. Ich

selbst blieb auf dem Trittbrett stehen. So fuhren wir in die Nacht

hinaus. In meinen Träumen hatte ich mir meine Hochzeitsreise anders

vorgestellt. Stunde auf Stunde verrann; meine Finger, welche sich an den

metallnen Handgriff klammerten, drohten, erstarrt von der eisigen

Zugluft, zu erlahmen. So schnell wir aber auch dahinfuhren, die

Revolution schien mit uns gleichen Schritt zu halten. Mehr als einmal

sahen wir weit draußen in der endlosen Ebene die Feuersäulen brennender

Fabriksgebäude aufflammen.

Jeden Augenblick fürchtete ich, daß unsere Reise ein gewaltsames Ende

finden werde. Eine Zerstörung der Bahnlinie durch ein Streifcorps der

Aufständischen lag ja im Bereiche der Möglichkeit. Wir erreichten

indessen unangefochten Wittenberg, wo eine größere Zahl Flüchtlinge den

Zug verließ; es wurde mir dadurch ermöglicht, meinen sehr unangenehmen

Standpunkt mit einem Sitz an Elly's Seite vertauschen zu können,

woselbst ich verblieb, bis wir in den ersten Morgenstunden Weimar

erreichten. Hier herrschte noch volle Ruhe und nichts Außergewöhnliches

schien sich ereignet zu haben. Wir konnten ungehindert unsere Wohnung

aufsuchen und zum ersten Male aufathmen nach der Todesangst der letzten

schrecklichen Stunden. Elly jammerte um die Eltern und machte sich

selbst die bittersten Vorwürfe, Berlin ohne die Ihrigen verlassen zu

haben. Nur schwer gelang es mir, meine junge Frau zu beruhigen, glaubte

ich doch selbst nicht an die Trostesworte, von denen mir jedes wie eine

Lüge vorkam. Die Nachrichten des nächsten Tages bestätigten meine

schlimmsten Erwartungen. Die große Volkserzieherin, die

Socialdemokratie, hatte man vor hundert Jahren zertreten und zermalmt,

aber die wirthschaftliche Entwicklung war nicht in andere Bahnen gelenkt

worden.

Ruhig, mit unfehlbarer Sicherheit, hatte sich das Ende vorbereitet.

Die kurzsichtige Menschheit war selbst schuld daran, daß es nicht

zugleich der Anfang einer neuen, vernunftgemäßen Weltordnung werden

konnte. In unbegreiflicher Verblendung hatte man die kraftvollen Triebe

einer sich mächtig emporringenden Neugestaltung vernichtet. Das einzige

Mittel, die altersschwache Gesellschaft neu zu verjüngen, existirte

nicht mehr. _Die Gesellschaft hatte den Ast, auf dem sie saß, selbst

abgesägt._ So konnte es also nicht anders kommen, als es thatsächlich

gekommen ist. Eine gebildete, politisch und wirthschaftlich reife

Arbeiterschaft hatte man nicht gewollt; nun mußte man fertig zu werden

suchen mit dem, was die Gesellschaft selbst aus den Arbeitern gemacht

hatte: eine ungeheure Masse gänzlich verwilderter, physisch und geistig

auf tiefster Stufe stehender Menschen, die, zur Herrschaft gelangt,

nichts Neues zu schaffen, sondern nur noch zu zerstören wußten. Und

diese Zerstörung besorgten sie gründlich! Berlin war in Flammen

aufgegangen, in einen Trümmerhaufen verwandelt worden. Von dort aus

pflanzte sich der Aufstand über das ganze Reich, über alle

capitalistisch organisirten Staaten fort. Zwei Tage nach unserer Ankunft

in Weimar befanden wir uns wieder auf der Flucht. Die Flammen brennender

und ausgeplünderter Städte beleuchteten unseren Weg, wenn wir zur

Nachtzeit auf Seitenpfaden durch die Berge wanderten. Ueberall, wohin

wir auch kamen, wo wir auch zu rasten versuchten, fanden wir dasselbe.

Von jedem Orte verjagte uns wieder die immer weiter um sich greifende

Bewegung. Unbeschreibbar sind die Schreckensscenen, die wir erlebten und

wie ein Wunder erscheint es mir, daß wir all' diesen Gefahren entrannen.

Der stolze Bau des deutschen Reiches sank vor unseren Augen in Trümmer

und nach langen Irrfahrten fanden wir endlich an den Ufern dieses Sees,

wo es nichts mehr zu zerstören gab, eine Zufluchtsstätte. Möchte eine

nachfolgende Generation, wenn ihr diese Aufzeichnungen zu Gesichte

kommen, die furchtbare Lehre beherzigen, welche sie verkünden und möchte

einst diesem, durch die Unvernunft der Menschen zu Grunde gerichteten

Erdtheil eine neue, schönere Zukunft erblühen.«

Erschüttert, lautlos saßen die Drei da, als Waltraut geendet hatte. Vor

Kurt's geistigem Auge zog das Schreckensbild einer zusammenbrechenden

Culturepoche vorüber -- dann aber sprang er auf:

»Die schönere Zukunft ist nahe, weit näher, als ihr glaubt!« rief er

lebhaft. »Die socialen Ideen sind nicht untergegangen; hier in Europa

haben die Sünden des Capitalismus sie wohl mit allem Uebrigen

vernichtet, aber in Afrika drüben leben sie noch und haben die

herrlichsten Früchte gezeitigt. Wir wissen dort nichts von Reichthum und

Armuth, nichts von Standesunterschieden; bei uns genießt Jeder, was

seine Arbeit schafft, und Niemand kann ihm die Früchte seines Fleißes

durch Gewalt oder List entwinden. Von Afrika wird neues Licht über

diesen dunklen Erdtheil ausströmen und ihn der Cultur wiederum

zurückgeben!«

Er hatte mit Feuer gesprochen und unwillkürlich das Buch, welches so

werthvolle Aufschlüsse enthielt, zu sich herangezogen. Da fielen seine

Blicke auf jene Stelle, wo Waltraut's Urahn mit fester Hand seinen

Namenszug unter die Schrift gesetzt hatte, und wie electrisirt fuhr er

auf.

»Dieser Name, Waltraut, der hier steht, ist ja auch der meine. Oh, jetzt

gehen mir erst die Augen auf. Auch die Stadt, in der dieser Mann lebte,

ist ja die nämliche, wo sich meine Vorfahren aufhielten. Kannst Du's

glauben, Waltraut, wir sind von gleichem Stamme?« Und mit komischer

Würde sich verneigend, sprach er: »Waltraut, ich habe die Ehre, mich Dir

als Vetter aus Afrika vorzustellen.« Waltraut lachte herzlich und

duldete ohne Widerrede, daß der neugefundene Verwandte ihr galant die

Hand küßte. Auch der alte Günther lächelte vergnügt ob der unerwarteten

Entdeckung. Der ernste Eindruck, den die Aufzeichnungen des Urahn

hinterlassen hatten, wich einer behaglicheren Stimmung und noch lange

saßen die Drei plaudernd zusammen, sich des seltsamen Zufalls freuend,

der sie auf so wunderbare Weise zusammengeführt hatte.

Seit jenem Abend war wieder eine geraume Zeit in's Land gezogen. Der

Frühlingswind hatte schon längst die Eisdecke des Sees gesprengt und die

uralten Buchen am Seestrande bedeckten sich mit zartem Grün. Auch in den

Herzen der beiden jungen Leute war der Frühling eingezogen, und als die

ersten Schwalben die Hütte zwitschernd umkreisten, legte Vater Günther

die Hände der Liebenden zum ewigen Bunde in einander. Eines Abends, als

Kurt mit seinem jungen Weibe im Nachen über den See fuhr, gewahrte er

auf einer Waldblöße ein seltsames Schauspiel.

Eine große Schaar bewaffneter Männer näherte sich, aus dem Dickicht

tretend, dem Ufer, Hornsignale ertönten und eine Fahne flatterte in der

Luft.

Im ersten Moment hatte Kurt erschrocken die Ruder eingezogen, als aber

sein Ohr die Trompetenrufe vernahm, und sein Blick die Flagge gewahrte,

jauchzte er vor Freuden laut auf und begann aus Leibeskräften auf die

bezeichnete Stelle loszurudern. Er hatte die Farben des Freilandstaates

erkannt; einige Minuten später standen er und Waltraut am Ufer, umringt

von den Mitgliedern der neuen vom Süden heraufgezogenen Expedition, und

des Fragens und Händedrückens wollte kein Ende nehmen. Da drängte sich

ein junger, sonnverbrannter Afrikaner durch den Kreis: »Alle Wetter,

Kurt, werden die Todten wieder lebendig?« rief er, nahm den

Ueberraschten ohne weiteres beim Kopf und küßte ihn herzhaft, zwei,

dreimal.

»Willy!«

Die Freunde umarmten sich lange und innig.

»Hast Du am Ende doch ein Bäschen gefunden, alter Junge?« meinte Willy,

als er Waltraut bemerkte, die verwirrt und scheu im Kreise der fremden

Männer stand.

»Errathen, lieber Freund,« lachte Kurt, »die aber kann ich Dir nicht

abtreten, die behalte ich für mich selbst.«

»Das ist zwar gegen die Verabredung, und ich sollte böse Miene zu Deinem

guten Spiele machen! Na, warte nur, wenigstens werde ich ihr Alles

erzählen, was wir Beide ausgemacht haben,« erwiderte Willy und bot der

jungen Frau treuherzig die Rechte, in die Waltraut herzhaft einschlug.

* * * * *

So manches Jahr ist seitdem verflossen.

Der alte Günther schläft am Gestade des Victoria-Nyanza schon längst den

letzten Schlaf; Waltraut aber hat an der Seite ihres Gatten das Heimweh

nach den deutschen Wäldern überwunden, und bildet sich ein, die

glücklichste Frau und Mutter von ganz Afrika zu sein.

Auf dem Boden des verwüsteten deutschen Reiches und der anderen

europäischen Staaten aber erblühen von Jahr zu Jahr immer mehr

Ansiedlungen, die ihre Bewohner aus Afrika erhalten; eine neue

Culturepoche, auf gesunder und vernunftgemäßer Grundlage in's Werk

gesetzt, beginnt für das in tiefe Barbarei versunkene Europa. In diesem

neuen Staate, der hier beginnt, wird es weder Reiche, noch Arme, weder

Hoch noch Nieder, weder Deutsche noch Franzosen, sondern nur Menschen,

und zwar glückliche, zufriedene Menschen geben.

Der jüngste Tag.

Wenn die Menschheit einer Krisis entgegen geht, richten sich alle

Blicke mehr denn je in die Zukunft, regt sich mit Macht das

Bestreben, den Schleier der kommenden Zeit zu lüften. Während

Politiker und Gelehrte an der Hand der Thatsachen, die ihnen die

Jetztzeit liefert, die Gestaltung zukünftiger Verhältnisse zu

ergründen suchen, schweift die Phantasie des Dichters noch weit

über die ihnen gesteckten Grenzen hinaus in eine nebelhafte

Ferne, ja bis an's Ende der Tage. Auf diesem Wege hat der

Verfasser des vor mir liegenden Buches[1] schon den äußersten

Markstein überschritten, der das Gebiet des Realen vom Reiche des

phantastischen Märchens abgrenzt. Der »jüngste Tag«, jenes

Schreckgebilde kirchlichen Uebereifers, das so wenig harmonirt

mit der milden Lehre Christi, tritt uns hier im verklärenden und

versöhnenden Gewande der Poesie entgegen. Das Ganze mit seiner

dichterisch schönen Sprache und seinem überwältigenden

Bilderreichthum ist eigentlich ein Epos in Prosa, ein Stoff, der

so gebieterisch nach Vers und Reim verlangt, daß sich der

Verfasser diesem Drange selbst nicht entziehen konnte und den

Schluß deshalb wenigstens in Stabreimen ausklingen läßt.

[Fußnote 1: »_Der jüngste Tag_«. Von Rud. Heinr. Greinz. Preis 1

Mark. Erfurt und Leipzig, Bacmeister's Verlag.]

»In der Welt tobte und brauste es von Streit. Es gab keine Bande

der Achtung mehr und keine Bande der Liebe. Der Sohn wüthete

gegen den Vater, Bruder gegen Bruder. Die Mutterliebe war zu

einem längst entschwundenen Märchen geworden. Ein Märchen war

auch der Glaube an Jesus Christus. Nur alte Leute erzählten sich

noch, daß sie von ihren Voreltern erfahren, es sei die Sage, auf

einem einsamen Eiland im weiten Weltmeer hausten die letzten

Christen.«

In diese letzte Christengemeinde wird Helgrimur, der letzte

Dichter, verschlagen. Draußen in der Welt hatten sie ihn verstoßen

und verhöhnt, da er ihnen vom Schönsten und Hehrsten gesungen.

Sie traten ihn mit Füßen und schalten ihn einen Thoren, da er

sich mit Liedern in ihre Klugheit zu mischen wagte. Da zog er

denn verzweifelnd fort in's Weite.

Hirt und Hüter der letzten Christengemeinde ist Anakletus, der,

einem finsteren Wahn verfallen, durch Zauberkünste einem

unerreichbaren Ziele nachstrebt. Die alte Welt will er zertrümmern,

eine neue schaffen und selbst als Gott über ihr walten. In diesem

Wahnwitze bestärkt und unterstützt ihn Ahasver, der ewige Jude,

der verflucht ward zu wandern, »so lange noch zwei Menschen

glücklich sind auf Erden, so lange noch eine Liebe keimt zwischen

zwei reinen Herzen«.

Und so sehen wir die gespenstige Erscheinung Ahasver's überall

auftauchen und hindernd dazwischen treten, wo reines Liebesglück

emporkeimen möchte. Seine eigene Tochter Siona, die den schönen

Fremdling liebt, stößt der ewige Jude von der Klippe in's Meer

und erlöst sie zugleich, denn der Herr hatte ihr auf ihre Bitte

gewährt, ewig mit Ahasver leben zu dürfen, bis der eigene Vater

zum Tode die Hand gegen die Tochter erheben werde. Aber Helgrimur

und Ismelda, die junge Verwandte des Anakletus, vermag auch

Ahasver nicht zu trennen. Ein weißer Vogel schwebt über den

Häuptern der Liebenden und folgt ihnen auf ihren Wegen. Das war

die ewige Liebe, die am jüngsten Tage über das Meer geflogen kam.

Anakletus gesteht den Aeltesten der Gemeinde seinen Gottesfrevel

ein und wird an's Kreuz geschlagen.

»Die Kuppel des Domes schwand. Mitten in den fliegenden Wolken,

umzuckt vom feurigen Schein der Blitze, hing der Gerichtete.

Immer höher und höher strebte das Kreuz empor. Und immer höher

wuchs mit ihm der ewige Jude. Zuletzt schienen sie Beide in

Lüften zu schweben.

Das Volk lag auf den Knieen und wagte es kaum, emporzuschauen;

denn in unendlicher Höhe schwebte der Gekreuzigte. Und der

gespenstige Alte hatte sich an's Kreuz geklammert.

Aus der Höhe aber kam es wie mächtiger Gesang von vielen

Tausenden ...

Libera de infernorum

Poenis carnem fragilem,

Infimoque peccatorum

Da aeternam requiem!

Verschwunden war der Dom. Keine Altäre waren mehr zu sehen.

Weite, graue Nebelmassen dehnten sich allwärts.

Helgrimur und Ismelda hielten sich umschlungen und standen

aufrecht unter der knieenden Menge. Sie waren keines Lautes fähig

und keiner Bewegung.

Und immer dichter und erstickender wallten die Nebelmassen. Ein

fahler Schein glitt über sie hin und schien Gestalten aus ihnen

zu weben, wie sie nie gewohnt auf Erden ... seltsame Gestalten.

Und die Gestalten erfüllten die ganze Welt mit ihren riesigen

Leibern. Aus der Höhe ertönten dumpfe Hammerschläge und gaben

gewaltigen Widerhall durch die Welt.

Es schrie das Volk. Der Grund der Erde bebte. Durch die Nebel

leuchteten feurige Zungen. Von ferne brauste es. Es war das

Weltmeer, das aus seinen Gründen gewichen.

Und es schien sich zu bilden ein feuriger Arm, der weithin ragte

durch die Welt. Helgrimur war es, als ob dieser Arm ihm winke.

Da löste sich ihm die Sprache. Noch einmal drückte der letzte

Dichter sein Lieb an's Herz.

>Der _Herr_ sei uns gnädig am jüngsten Tage!< rief er.«

Und als der jüngste Tag vorüber und herrliche Wesen in

überirdischem Schimmer ob dem Wasser schweben, wird Ahasver von

Neuem verflucht und versinkt lautlos in den Wellen, auf deren

Grunde er einsam wandern soll mit seiner Qual, damit sein Anblick

nicht das Glück der reinen, ewigen Wesen störe.

Einen überraschenden Reichthum an tiefen Gedanken birgt das

kleine Werk, das den Triumph der reinen über die sinnliche Liebe,

über den öden Materialismus der hinsterbenden Welt in einer Weise

schildert, deren nur ein echter Dichter fähig ist.

Bacmeister's Verlag in Erfurt und Leipzig.

Bismarck

und der

Staats-Socialismus.

Darstellung der socialen

und wirthschaftlichen Gesetzgebung Deutschlands

seit 1870

von

William Harbutt Dawson,

Verf. von »Der Socialismus in Deutschland und Ferdinand

Lassalle« &c.

Aus dem Englischen übersetzt

vom

Bibliographischen Bureau zu Berlin.

Autorisirte deutsche Ausgabe.

Preis 2 Mark.

Zum Verständniß der brennendsten Fragen der Gegenwart ist dieses

durchaus objektiv gehaltene Werk unbedingt nothwendig. Die Presse

aller Parteien bezeichnet es einstimmig als eine Arbeit, die nur

ein Ausländer, der fern vom deutschen Parteigetriebe steht, in

dieser Klarheit schaffen konnte.

Bacmeister's Verlag in Erfurt und Leipzig.

Tiroler Leut.

Mene tekel! Eine Entdeckungsreise nach Europa · 第 11 / 20 题