Eine verhängnißvolle Botschaft. -- Eine Audienz beim »Herrn«. --
Die Production wird eingestellt. -- Der Sturm bricht los. -- Des
Urahnen Hochzeitsreise. -- Das Ende der capitalistischen
Wirthschaft.
Zu später Abendstunde langte ich bei Elly wieder an. Meine Braut kam mir
schon im Vorflur entgegen und eine Centnerlast fiel mir vom Herzen, als
ich sah, daß sie gesund und blühend vor mir stand, wie sonst.
»Wo ist der Vater, Elly?« fragte ich nach der ersten zärtlichen
Begrüßung. »Er hat mich telephonisch zurückberufen!«
»Er wartet auf Dich in seinem Schreibzimmer,« entgegnete Elly. »Ich weiß
nicht, was vorgefallen ist, aber es muß etwas Schlimmes sein, denn Vater
macht ein furchtbar ernstes Gesicht. Es liegt wie ein Alp auf uns
Allen!«
Als ich das angedeutete Gemach betrat, erhob sich mein Schwiegervater
von dem Schreibtisch, an dem er saß und streckte mir die Hand entgegen.
Sein Antlitz war außergewöhnlich blaß und ernst.
»Gut, daß Du kommst,« sagte er und lud mich ein, Platz zu nehmen. »Ich
bedarf Deiner Hülfe, denn es gehen Dinge vor, für die meine Kraft nicht
ausreicht.«
Er holte tief Athem und fuhr nach einer Pause fort:
»Heute Nachmittag war ein Geheimsecretär des >Herrn< bei mir.«
»Des Herrn?« frug ich erstaunt. »Welchen Herrn meinst Du?«
»Ah so, Du weißt nicht!« -- seine Stimme sank unwillkürlich zu einem
Flüstern herab und sein Blick schweifte scheu durch's Gemach, als
fürchte er, daß irgend ein geheimnißvoller Dritter unser Gespräch
belauschen könne. »Wir Alle nennen ihn nie anders, als nur den >Herrn<.
Die Wenigsten wissen überhaupt seinen Namen. Er ist der oberste Leiter
unserer Gesellschaft, wohl die mächtigste Persönlichkeit auf der Erde.
Sein Reichthum ist unermeßlich, der Kaiser selbst, im Vergleich mit ihm,
ein armer Schlucker.«
»Und was will er also von Dir?«
»Von mir will er eigentlich nichts. Er läßt mir nur mittheilen, daß die
Gesellschaft morgen mit dem Schlag 12 Uhr die Production einstellen
werde.«
Ich fuhr entsetzt empor.
»Die Production einstellen? Ist der Mensch wahnsinnig?«
»Oh, nein! Der Secretär hat mir Alles auseinandergesetzt. Das Ganze ist
nichts, als ein Rechenexempel. Die Production verlohnt sich nicht mehr.
Neunzig Procent der Bevölkerung sind Bettler, Vagabunden, wegen deren es
nicht mehr der Mühe werth ist, das Geschäft weiter zu führen und der
Rest kann, trotz allen Aufwandes, nicht den zehnten Theil von dem
verbrauchen, was unsere Maschinen herstellen.«
»Aber dann steht das Chaos vor der Thür, eine entsetzliche Umwälzung!«
»Das weiß der >Herr< ganz gut, aber es kümmert ihn nicht. Die
Gesellschaft hat ihr Schäflein längst in's Trockene gebracht. Schon seit
Jahren hat man, ganz im Geheimen, riesige Capitalien aus dem
Geschäftsverkehr gezogen und im Ausland sicher untergebracht. Vor ein
paar Wochen hat die Gesellschaft für die Summe von zehn Milliarden der
spanischen Regierung die Insel Cuba abgekauft. Die Actionäre haben sich
dorthin zurückgezogen und werden unter Palmen ein idyllisches Dasein
führen, während hier eine Welt in Trümmer geht!«
Ich war sprachlos; der Kopf schwindelte mir.
»Aber um Gotteswillen«, stieß ich endlich hervor, »giebt es denn kein
Mittel, um das abzuwenden, um die Catastrophe zu verhüten?«
»Doch, es giebt noch eines! Der Staat muß die Production vorläufig in
die Hand nehmen. Höre, was ich Dir sagen will und weshalb ich Dich rufen
ließ. Du mußt mit dem Frühzug nach Hamburg fahren. An Bord seines
Privatdampfers findest Du dort den >Herrn<. Biete alle Deine
Beredsamkeit auf, um von ihm zum mindesten acht Tage Aufschub zu
erlangen. In der Zwischenzeit unterhandle ich hier mit der Regierung.
Die Production darf nicht einen Moment stillstehen. Unser aller Existenz
hängt davon ab.« Er unterbrach sich einen Moment und fuhr dann, tief
aufseufzend, fort: »Oh, wenn wir jetzt Arbeiter hätten, wie sie unsere
Vorfahren im neunzehnten Jahrhundert hatten! Dann wäre ja Alles gut.
Dann hätten wir diese schwerfällige, eingerostete Staatsmaschine gar
nicht nöthig, um uns über Wasser zu halten. Die Sünden der letzten
hundert Jahre aber haben alles verdorben.« -- -- -- Die wenigen Stunden
der Nacht vergingen mir schlaflos. Die Morgennebel zogen noch über die
unabsehbare Ebene, als ich schon wieder im Zuge saß und gen Norden
dampfte.
In den ersten Vormittagsstunden war ich in Hamburg, und mein Erstes war
natürlich, zum Hafen zu fahren, wo der Lustdampfer des »Herrn« vor Anker
lag. Es gelang mir indessen nicht, sogleich bei dem Mächtigen
vorgelassen zu werden. Von entsetzlicher Unruhe gepeinigt, schritt ich
auf dem Quai auf und ab. Ich beobachtete mit Angst, wie der Zeiger
meiner Uhr langsam vorwärts schlich und jede Minute, die er zurücklegte,
steigerte meine Aufregung. Entsetzliche Bilder von Aufruhr und
Zerstörung erfüllten meine Phantasie. Tausende zogen an mir vorüber,
ihren alltäglichen Geschäften oder Vergnügungen nach, aber Keiner unter
ihnen hatte eine Ahnung von dem drohenden Unheil, das mit jedem
Augenblicke näher kam. Nur ich allein sah es, und sah auch die
dampfenden Schutthaufen an Stelle der glänzenden Paläste, die
verstümmelten Leichen auf dem blutüberströmten Pflaster. Entsetzliches
Geheimnis, das auf mir lastete!
Die zehnte Stunde war schon längst vorüber, als ich endlich an Bord des
Dampfers Einlaß fand. Es war ein kleines, lauschiges Cabinet, in das man
mich führte. Die Wände waren bis zur Brusthöhe mit hellfarbigem Holze
getäfelt und oberhalb desselben mit violettem Sammt ausgeschlagen. Ein
kostbarer Teppich bedeckte den ganzen Boden, schwere Seidengardinen
verhüllten die Eingänge. Auf einem Divan, vor sich ein elegantes
Rauchtischchen, lag ein Herr in schwarzem Salonanzug, einen Fez auf dem
spärlich behaarten Scheitel. Er mochte etwa Mitte der vierziger Jahre
stehen, hatte aber einen eigenthümlichen, milden, abgespannten Zug im
Gesicht, der ihn weit älter erscheinen ließ.
Es war der »Herr«, vor dem ich stand. In diesem Moment fiel mein Blick
auf einen Chronometer, der zu Häupten des Divans hing; er zeigte auf
zehn Minuten vor elf Uhr. Ein Schauer flog über meinen Körper, als ich
diese Wahrnehmung machte. Wenn es mir im Laufe der nächsten halben
Stunde nicht gelang, den Mächtigen umzustimmen, so war Alles verloren.
Alle Kraft zusammennehmend, begann ich meinen Vortrag.
Der »Herr« hörte mich schweigend, den Dampf einer Cigarette von sich
blasend, an; nur von Zeit zu Zeit flog ein nervöses Zucken über sein
Antlitz. Ich hatte meine ganze Beredsamkeit aufgeboten und Worte
gefunden, so eindringlich, so herzerschütternd, daß sie einen Stein
hätten bewegen müssen. Als ich geendet, blieb es einige Augenblicke ganz
still im Gemach; ich glaubte, mein eigenes Herz schlagen zu hören.
Der »Herr« erhob sich aus seiner liegenden Stellung und stand dicht vor
mir, die eine Hand in der Tasche seines Beinkleides, in der anderen die
Cigarette haltend, von der die schmalen, weißen Finger die Asche
nachlässig abstreiften.
»Ich bedaure, Ihren Wunsch nicht erfüllen zu können; es ist Alles wohl
überlegt und vorbereitet. Den Befehl jetzt rückgängig machen, hieße
unseren ganzen Plan vernichten.«
Seine Stimme war trocken, klanglos, ohne jede Bewegung.
»Kann es in Ihrem Plane liegen, unabsehbares Unheil über das Vaterland
heraufzubeschwören?« frug ich erregt.
»Vaterland? Wer Geld hat, braucht kein Vaterland!« erwiderte er mit
leichtem Achselzucken.
»Aber die Catastrophe wird an den Grenzen Deutschlands nicht Halt
machen. Ganz Europa wird der Brand erfassen, sobald er einmal
ausgebrochen ist und alle Cultur wird in Trümmer gehen.«
»Das kümmert uns nicht. Bis nach Cuba werden die Flammen nicht schlagen
und übrigens, je toller es zugeht, desto besser.«
»Wie so? Das verstehe ich nicht.«
»Sie sind ein schlechter Geschäftsmann, mein Lieber, wenn Sie das nicht
einsehen,« meinte der »Herr« mit jovialem Lächeln. »Nun gut, ich will es
Ihnen erklären, weil wir noch etwas Zeit haben, ehe mein Dampfer
abfährt. In der bisherigen Weise läßt sich die Production nicht mehr
fortführen; wir verdienen nichts mehr dabei und sind keinen Augenblick
vor einer Catastrophe sicher. Wir müssen einmal _tabula rasa_ machen mit
dem großen Heere überzähliger Menschen, um dann mit frischen Kräften
wieder anzufangen. Also stellen wir den Betrieb freiwillig ein, und
warten in sicherer Entfernung ab, bis sich die Wogen wieder beruhigt
haben. Wenn der richtige Moment gekommen ist, erscheinen wir wieder auf
der Bildfläche und man wird uns als Retter der Gesellschaft freudig
aufnehmen. Verstehen Sie nun, weshalb es nicht in unserem Interesse
liegen kann, den Betrieb in die Hände des Staates übergehen zu lassen?
Sollen wir uns selbst das Geschäft für alle Zukunft verderben? Nein, wir
wissen recht wohl, daß die Regierung mit ihrem zusammengeschmolzenen
Heere, in dem sich ohnehin schon viel unsichere Elemente befinden, der
Bewegung nicht Herr werden wird, die sie ganz unvorbereitet trifft. Aber
gerade das wollen wir. Es muß Alles zu Grunde gehen, damit wir von Neuem
Geschäfte machen können.«
Ich stand wie erstarrt und war keines Wortes fähig. Erst nach längerer
Pause vermochte ich mich soweit zu sammeln, um ihn an die unzähligen
Menschenleben zu erinnern, die diesem Geschäftskniff zum Opfer fallen
würden.
Er zuckte die Achseln und zündete sich eine frische Cigarette an. »Das
ist schlimm für die, welche es trifft, aber im Geschäftsleben darf man
nicht sentimental sein. Uebrigens ist es immer besser, die Leute büßen
ihr Leben schnell ein, als daß sie verhungern.«
Er sah auf die Uhr. Der Zeiger wies auf 20 Minuten nach 11 Uhr.
»Wenn Sie den nächsten Zug nach Berlin erreichen wollen, müssen Sie sich
sputen. Auch fährt mein Schiff Punkt 12 Uhr ab und es giebt für mich
noch vorher einige Geschäfte zu erledigen.«
Er geleitete mich in verbindlichster Weise bis zur Thür. Meine Mission
war zu Ende.
Unfähig, einen klaren Gedanken zu fassen, suchte ich auf schnellstem
Wege den Bahnhof zu erreichen. Als ich die Freitreppe zur Bahnhofshalle
emporstieg, erklang die Mittagsstunde von den Thürmen Hamburgs.
In diesem Augenblick, das wußte ich, flog auf dem Telegraphendraht der
gleiche verhängnißvolle Befehl durch das ganze Reich von Stadt zu Stadt,
von Fabrik zu Fabrik und Millionen arbeitsgewohnter Hände begannen in
diesem Augenblick für immer zu feiern. Wie lange konnte es dauern und
diese Hände griffen zur Mordwaffe, zum Feuerbrand?
Mit Windeseile trug mich der Zug durch die Winterlandschaft der
Hauptstadt zu. Meine Mitpassagiere plauderten ahnungslos mit einander,
nur ich saß, mit einem Herzen, das sich angstvoll zusammenkrampfte, in
meiner Ecke und wagte kaum, den Anderen in's Gesicht zu sehen.
Ohne Zwischenfall kamen wir bis in die Nähe der Hauptstadt. Auf freiem
Felde hielt plötzlich der Zug. Es entstand ein hastiges, angstvolles
Hin- und Herlaufen, die Passagiere begannen unruhig zu werden. Einzelne
öffneten die Waggonthüren und stiegen hinab, um die Ursache des
unerwarteten Aufenthalts zu erfragen. Unbestimmte Gerüchte wurden laut.
Arbeiterunruhen seien wieder einmal in Berlin ausgebrochen, hieß es,
aber das Militär werde der Bewegung in Kürze Herr werden.
Nach einer Viertelstunde etwa fuhren wir in langsamem Tempo weiter. Den
Bahnhof fanden wir von einem Füsilierbataillon besetzt; in voller
Feldausrüstung campirten die Mannschaften längs des Perrons und in der
Vorhalle. Ich eilte auf die Straße. Alles war menschenleer. Kein Wagen
weit und breit. So schnell ich es vermochte, eilte ich dem Hause meiner
Schwiegereltern zu. An einer Straßenkreuzung mußte ich Halt machen. In
scharfem Trabe kam die Gardeartillerie vorübergesaust, dahinter im
Laufschritt Bataillon auf Bataillon, die Kerntruppen der deutschen
Armee. Ohne mich umzusehen rannte ich weiter. Als ich bei Elly anlangte,
fand ich die ganze Familie schon in höchster Aufregung, Vorbereitungen
zur Flucht treffend.
»Und morgen soll Elly's Trauung sein!« klagte die Mutter meiner Braut.
»Ihr armen Kinder, Ihr habt eine traurige Hochzeit.«
»Was morgen sein wird, kann Niemand sagen,« entgegnete mein
Schwiegervater. »Ich habe mir schon überlegt, was geschehen muß. Ihr
müßt sofort getraut werden; der Geistliche wird in einigen Minuten hier
sein, unterdessen packt Ihr das Nothwendigste ein und sobald die
Ceremonie vorüber ist, fahrt Ihr zum Bahnhof.«
»Nein, Mutter, Vater, ich lasse Euch nicht allein zurück hier in dieser
schrecklichen Zeit,« rief Elly. »Ihr müßt mit uns fliehen!«
»Das geht nicht so schnell, Elly,« entgegnete der alte Herr; »es ist ja
auch augenblicklich noch keine Gefahr. Noch immer ist Hoffnung, daß die
Truppen den Aufstand niederschlagen. Sollte dies aber bis morgen nicht
der Fall sein, so folgen wir Euch nach. In Euerem stillen Thüringen wird
man ja wohl noch einen sicheren Zufluchtsort finden.«
Bei diesen Worten -- ich weiß nicht, wie es kam -- fielen mir plötzlich
die finsteren Gesichter, die abgezehrten Gestalten der Arbeiter ein, mit
denen ich in Weimar täglich zu thun hatte, und mit _einem_ Male wurde
mir klar, welch' furchtbarer Zündstoff auch dort aufgehäuft war.
Der Geistliche kam; in Reisekleidern wurden wir getraut; fernes
Gewehrfeuer, einzelne Kanonenschüsse und das unaufhörliche Dröhnen der
Sturmglocken begleitete die Ceremonie. Die feierliche Handlung war kaum
vollendet, als von der verödeten Straße herauf lautes Stimmengewirr und
der schwere Tritt einer großen Menschenmenge zu uns empordrang. Ich
eilte an's Fenster. In ganzer Straßenbreite wälzte sich, der inneren
Stadt zu, ein ungeheuerer Knäuel bewaffneter Männer und Weiber.
In der Masse, die nach Tausenden zählte, blitzte hie und da eine
Pickelhaube, ein Bayonnet auf. Einzelne Soldaten marschirten inmitten
der Aufständischen; schließlich kam, umringt von der tosenden Menge, ein
ganzes Bataillon, Trommler und Pfeifer an der Spitze, daher marschirt.
Als ich aufsah, blickte ich in das Antlitz meines Schwiegervaters. Es
war todtenbleich.
»Es sind die Arbeiter von Spandau und Charlottenburg,« sagte er mit
tonloser Stimme, »die Garnison geht mit ihnen.«
Wir nahmen Abschied von den Eltern und ahnten nicht, daß es ein Abschied
für immer war. Ich habe die Beiden nie wiedergesehen und nie erfahren,
was ihr Schicksal gewesen. Auf einer Hintertreppe, durch den Hofraum,
gelangten wir an einen Seitenausgang des großen Gebäudes, der in einer
stillen Sackgasse gelegen. Hier erwartete uns der Wagen, der uns zum
Bahnhof führte. Von dem zahlreichen Dienstpersonal ließ sich Niemand
blicken; wir trugen unser Gepäck selbst zum Wagen hinab. Ich war fast
erstaunt, als ich sah, daß der Kutscher noch wie sonst seinen Dienst
versah, und wie sonst, den Hut in der Hand, uns den Schlag öffnete.
Durch menschenleere Straßen, wo alle Schaufenster geschlossen waren,
fuhren wir zum Bahnhof. Es war alles still und düster, wie auf einem
Friedhofe. Elly lehnte an meiner Schulter und weinte still für sich hin.
Mein Gott, wie ganz anders hatte ich mir diesen Tag vorgestellt!
Am Bahnhof fanden wir ein Treiben, für das mir die Worte fehlen.
Die riesige Halle war in allen ihren Theilen mit Flüchtenden
vollgestopft. Ein wahnsinniger Tumult herrschte; es war, als sei man mit
einem Male in ein Tollhaus gerathen. In Intervallen von zehn Minuten
verließ Zug auf Zug die Halle.
Sobald eine neue Wagenreihe bereit stand, stürzte sich die Menge darauf;
im Nu waren die Coupé's gefüllt, die Dächer erklettert; auf den
Trittbrettern stand, wer sonst keinen Platz fand; um jeden Fuß breit
wurde mit wahnsinnigem Ingrimm gekämpft, Weiber und Kinder zu Boden
getreten, oder unter die Räder geschleudert. Wenn der Zug die Halle
verlassen hatte, lagen da und dort zuckende Leichname auf den Schienen,
und der Todesschrei der Verstümmelten, um die sich kein Mensch mehr
kümmerte, gellte in das allgemeine Toben.
Wir standen in einen Winkel gepreßt, uns fest umschlungen haltend. Ich
dachte an den Tod.
Von Zeit zu Zeit drang irgend eine neue Schreckenskunde in die
verzweifelnde Menge und fachte die Todesangst immer von Neuem wieder an.
Nur einiges vermochte ich aus abgerissenen Worten zusammenzufassen.
Offenbar machte der Aufstand rapide Fortschritte; ein großer Theil der
Truppen war offen zu den Insurgenten übergegangen; der Rest kämpfte
matt, widerwillig, ganze Regimenter weigerten sich zu schießen, und
sahen, Gewehr bei Fuß, gleichgültig der allgemeinen Zerstörung zu.
Als eines der ersten Opfer des Aufstandes war der »Herr« gefallen. Im
Moment, als sein Schiff die Anker lichten wollte, zeigte es sich, daß an
der Maschine etwas in Unordnung gerathen sei. Noch ehe der Schaden gut
gemacht werden konnte, stürmten schon die ersten Arbeiterschaaren aus
den geschlossenen Fabriken daher und stürzten sich wie Hyänen auf ihre
Beute. Ein wüthender Kampf entspann sich, in welchem der »Herr« und die
ganze Mannschaft seines Schiffes ihren Untergang fand.
Der Abend war bereits hereingebrochen, als es mir endlich gelang, Elly
in ein Coupé zu schieben, in dem sich schon zwölf Menschen befanden. Ich
selbst blieb auf dem Trittbrett stehen. So fuhren wir in die Nacht
hinaus. In meinen Träumen hatte ich mir meine Hochzeitsreise anders
vorgestellt. Stunde auf Stunde verrann; meine Finger, welche sich an den
metallnen Handgriff klammerten, drohten, erstarrt von der eisigen
Zugluft, zu erlahmen. So schnell wir aber auch dahinfuhren, die
Revolution schien mit uns gleichen Schritt zu halten. Mehr als einmal
sahen wir weit draußen in der endlosen Ebene die Feuersäulen brennender
Fabriksgebäude aufflammen.
Jeden Augenblick fürchtete ich, daß unsere Reise ein gewaltsames Ende
finden werde. Eine Zerstörung der Bahnlinie durch ein Streifcorps der
Aufständischen lag ja im Bereiche der Möglichkeit. Wir erreichten
indessen unangefochten Wittenberg, wo eine größere Zahl Flüchtlinge den
Zug verließ; es wurde mir dadurch ermöglicht, meinen sehr unangenehmen
Standpunkt mit einem Sitz an Elly's Seite vertauschen zu können,
woselbst ich verblieb, bis wir in den ersten Morgenstunden Weimar
erreichten. Hier herrschte noch volle Ruhe und nichts Außergewöhnliches
schien sich ereignet zu haben. Wir konnten ungehindert unsere Wohnung
aufsuchen und zum ersten Male aufathmen nach der Todesangst der letzten
schrecklichen Stunden. Elly jammerte um die Eltern und machte sich
selbst die bittersten Vorwürfe, Berlin ohne die Ihrigen verlassen zu
haben. Nur schwer gelang es mir, meine junge Frau zu beruhigen, glaubte
ich doch selbst nicht an die Trostesworte, von denen mir jedes wie eine
Lüge vorkam. Die Nachrichten des nächsten Tages bestätigten meine
schlimmsten Erwartungen. Die große Volkserzieherin, die
Socialdemokratie, hatte man vor hundert Jahren zertreten und zermalmt,
aber die wirthschaftliche Entwicklung war nicht in andere Bahnen gelenkt
worden.
Ruhig, mit unfehlbarer Sicherheit, hatte sich das Ende vorbereitet.
Die kurzsichtige Menschheit war selbst schuld daran, daß es nicht
zugleich der Anfang einer neuen, vernunftgemäßen Weltordnung werden
konnte. In unbegreiflicher Verblendung hatte man die kraftvollen Triebe
einer sich mächtig emporringenden Neugestaltung vernichtet. Das einzige
Mittel, die altersschwache Gesellschaft neu zu verjüngen, existirte
nicht mehr. _Die Gesellschaft hatte den Ast, auf dem sie saß, selbst
abgesägt._ So konnte es also nicht anders kommen, als es thatsächlich
gekommen ist. Eine gebildete, politisch und wirthschaftlich reife
Arbeiterschaft hatte man nicht gewollt; nun mußte man fertig zu werden
suchen mit dem, was die Gesellschaft selbst aus den Arbeitern gemacht
hatte: eine ungeheure Masse gänzlich verwilderter, physisch und geistig
auf tiefster Stufe stehender Menschen, die, zur Herrschaft gelangt,
nichts Neues zu schaffen, sondern nur noch zu zerstören wußten. Und
diese Zerstörung besorgten sie gründlich! Berlin war in Flammen
aufgegangen, in einen Trümmerhaufen verwandelt worden. Von dort aus
pflanzte sich der Aufstand über das ganze Reich, über alle
capitalistisch organisirten Staaten fort. Zwei Tage nach unserer Ankunft
in Weimar befanden wir uns wieder auf der Flucht. Die Flammen brennender
und ausgeplünderter Städte beleuchteten unseren Weg, wenn wir zur
Nachtzeit auf Seitenpfaden durch die Berge wanderten. Ueberall, wohin
wir auch kamen, wo wir auch zu rasten versuchten, fanden wir dasselbe.
Von jedem Orte verjagte uns wieder die immer weiter um sich greifende
Bewegung. Unbeschreibbar sind die Schreckensscenen, die wir erlebten und
wie ein Wunder erscheint es mir, daß wir all' diesen Gefahren entrannen.
Der stolze Bau des deutschen Reiches sank vor unseren Augen in Trümmer
und nach langen Irrfahrten fanden wir endlich an den Ufern dieses Sees,
wo es nichts mehr zu zerstören gab, eine Zufluchtsstätte. Möchte eine
nachfolgende Generation, wenn ihr diese Aufzeichnungen zu Gesichte
kommen, die furchtbare Lehre beherzigen, welche sie verkünden und möchte
einst diesem, durch die Unvernunft der Menschen zu Grunde gerichteten
Erdtheil eine neue, schönere Zukunft erblühen.«
Erschüttert, lautlos saßen die Drei da, als Waltraut geendet hatte. Vor
Kurt's geistigem Auge zog das Schreckensbild einer zusammenbrechenden
Culturepoche vorüber -- dann aber sprang er auf:
»Die schönere Zukunft ist nahe, weit näher, als ihr glaubt!« rief er
lebhaft. »Die socialen Ideen sind nicht untergegangen; hier in Europa
haben die Sünden des Capitalismus sie wohl mit allem Uebrigen
vernichtet, aber in Afrika drüben leben sie noch und haben die
herrlichsten Früchte gezeitigt. Wir wissen dort nichts von Reichthum und
Armuth, nichts von Standesunterschieden; bei uns genießt Jeder, was
seine Arbeit schafft, und Niemand kann ihm die Früchte seines Fleißes
durch Gewalt oder List entwinden. Von Afrika wird neues Licht über
diesen dunklen Erdtheil ausströmen und ihn der Cultur wiederum
zurückgeben!«
Er hatte mit Feuer gesprochen und unwillkürlich das Buch, welches so
werthvolle Aufschlüsse enthielt, zu sich herangezogen. Da fielen seine
Blicke auf jene Stelle, wo Waltraut's Urahn mit fester Hand seinen
Namenszug unter die Schrift gesetzt hatte, und wie electrisirt fuhr er
auf.
»Dieser Name, Waltraut, der hier steht, ist ja auch der meine. Oh, jetzt
gehen mir erst die Augen auf. Auch die Stadt, in der dieser Mann lebte,
ist ja die nämliche, wo sich meine Vorfahren aufhielten. Kannst Du's
glauben, Waltraut, wir sind von gleichem Stamme?« Und mit komischer
Würde sich verneigend, sprach er: »Waltraut, ich habe die Ehre, mich Dir
als Vetter aus Afrika vorzustellen.« Waltraut lachte herzlich und
duldete ohne Widerrede, daß der neugefundene Verwandte ihr galant die
Hand küßte. Auch der alte Günther lächelte vergnügt ob der unerwarteten
Entdeckung. Der ernste Eindruck, den die Aufzeichnungen des Urahn
hinterlassen hatten, wich einer behaglicheren Stimmung und noch lange
saßen die Drei plaudernd zusammen, sich des seltsamen Zufalls freuend,
der sie auf so wunderbare Weise zusammengeführt hatte.
Seit jenem Abend war wieder eine geraume Zeit in's Land gezogen. Der
Frühlingswind hatte schon längst die Eisdecke des Sees gesprengt und die
uralten Buchen am Seestrande bedeckten sich mit zartem Grün. Auch in den
Herzen der beiden jungen Leute war der Frühling eingezogen, und als die
ersten Schwalben die Hütte zwitschernd umkreisten, legte Vater Günther
die Hände der Liebenden zum ewigen Bunde in einander. Eines Abends, als
Kurt mit seinem jungen Weibe im Nachen über den See fuhr, gewahrte er
auf einer Waldblöße ein seltsames Schauspiel.
Eine große Schaar bewaffneter Männer näherte sich, aus dem Dickicht
tretend, dem Ufer, Hornsignale ertönten und eine Fahne flatterte in der
Luft.
Im ersten Moment hatte Kurt erschrocken die Ruder eingezogen, als aber
sein Ohr die Trompetenrufe vernahm, und sein Blick die Flagge gewahrte,
jauchzte er vor Freuden laut auf und begann aus Leibeskräften auf die
bezeichnete Stelle loszurudern. Er hatte die Farben des Freilandstaates
erkannt; einige Minuten später standen er und Waltraut am Ufer, umringt
von den Mitgliedern der neuen vom Süden heraufgezogenen Expedition, und
des Fragens und Händedrückens wollte kein Ende nehmen. Da drängte sich
ein junger, sonnverbrannter Afrikaner durch den Kreis: »Alle Wetter,
Kurt, werden die Todten wieder lebendig?« rief er, nahm den
Ueberraschten ohne weiteres beim Kopf und küßte ihn herzhaft, zwei,
dreimal.
»Willy!«
Die Freunde umarmten sich lange und innig.
»Hast Du am Ende doch ein Bäschen gefunden, alter Junge?« meinte Willy,
als er Waltraut bemerkte, die verwirrt und scheu im Kreise der fremden
Männer stand.
»Errathen, lieber Freund,« lachte Kurt, »die aber kann ich Dir nicht
abtreten, die behalte ich für mich selbst.«
»Das ist zwar gegen die Verabredung, und ich sollte böse Miene zu Deinem
guten Spiele machen! Na, warte nur, wenigstens werde ich ihr Alles
erzählen, was wir Beide ausgemacht haben,« erwiderte Willy und bot der
jungen Frau treuherzig die Rechte, in die Waltraut herzhaft einschlug.
* * * * *
So manches Jahr ist seitdem verflossen.
Der alte Günther schläft am Gestade des Victoria-Nyanza schon längst den
letzten Schlaf; Waltraut aber hat an der Seite ihres Gatten das Heimweh
nach den deutschen Wäldern überwunden, und bildet sich ein, die
glücklichste Frau und Mutter von ganz Afrika zu sein.
Auf dem Boden des verwüsteten deutschen Reiches und der anderen
europäischen Staaten aber erblühen von Jahr zu Jahr immer mehr
Ansiedlungen, die ihre Bewohner aus Afrika erhalten; eine neue
Culturepoche, auf gesunder und vernunftgemäßer Grundlage in's Werk
gesetzt, beginnt für das in tiefe Barbarei versunkene Europa. In diesem
neuen Staate, der hier beginnt, wird es weder Reiche, noch Arme, weder
Hoch noch Nieder, weder Deutsche noch Franzosen, sondern nur Menschen,
und zwar glückliche, zufriedene Menschen geben.
Der jüngste Tag.
Wenn die Menschheit einer Krisis entgegen geht, richten sich alle
Blicke mehr denn je in die Zukunft, regt sich mit Macht das
Bestreben, den Schleier der kommenden Zeit zu lüften. Während
Politiker und Gelehrte an der Hand der Thatsachen, die ihnen die
Jetztzeit liefert, die Gestaltung zukünftiger Verhältnisse zu
ergründen suchen, schweift die Phantasie des Dichters noch weit
über die ihnen gesteckten Grenzen hinaus in eine nebelhafte
Ferne, ja bis an's Ende der Tage. Auf diesem Wege hat der
Verfasser des vor mir liegenden Buches[1] schon den äußersten
Markstein überschritten, der das Gebiet des Realen vom Reiche des
phantastischen Märchens abgrenzt. Der »jüngste Tag«, jenes
Schreckgebilde kirchlichen Uebereifers, das so wenig harmonirt
mit der milden Lehre Christi, tritt uns hier im verklärenden und
versöhnenden Gewande der Poesie entgegen. Das Ganze mit seiner
dichterisch schönen Sprache und seinem überwältigenden
Bilderreichthum ist eigentlich ein Epos in Prosa, ein Stoff, der
so gebieterisch nach Vers und Reim verlangt, daß sich der
Verfasser diesem Drange selbst nicht entziehen konnte und den
Schluß deshalb wenigstens in Stabreimen ausklingen läßt.
[Fußnote 1: »_Der jüngste Tag_«. Von Rud. Heinr. Greinz. Preis 1
Mark. Erfurt und Leipzig, Bacmeister's Verlag.]
»In der Welt tobte und brauste es von Streit. Es gab keine Bande
der Achtung mehr und keine Bande der Liebe. Der Sohn wüthete
gegen den Vater, Bruder gegen Bruder. Die Mutterliebe war zu
einem längst entschwundenen Märchen geworden. Ein Märchen war
auch der Glaube an Jesus Christus. Nur alte Leute erzählten sich
noch, daß sie von ihren Voreltern erfahren, es sei die Sage, auf
einem einsamen Eiland im weiten Weltmeer hausten die letzten
Christen.«
In diese letzte Christengemeinde wird Helgrimur, der letzte
Dichter, verschlagen. Draußen in der Welt hatten sie ihn verstoßen
und verhöhnt, da er ihnen vom Schönsten und Hehrsten gesungen.
Sie traten ihn mit Füßen und schalten ihn einen Thoren, da er
sich mit Liedern in ihre Klugheit zu mischen wagte. Da zog er
denn verzweifelnd fort in's Weite.
Hirt und Hüter der letzten Christengemeinde ist Anakletus, der,
einem finsteren Wahn verfallen, durch Zauberkünste einem
unerreichbaren Ziele nachstrebt. Die alte Welt will er zertrümmern,
eine neue schaffen und selbst als Gott über ihr walten. In diesem
Wahnwitze bestärkt und unterstützt ihn Ahasver, der ewige Jude,
der verflucht ward zu wandern, »so lange noch zwei Menschen
glücklich sind auf Erden, so lange noch eine Liebe keimt zwischen
zwei reinen Herzen«.
Und so sehen wir die gespenstige Erscheinung Ahasver's überall
auftauchen und hindernd dazwischen treten, wo reines Liebesglück
emporkeimen möchte. Seine eigene Tochter Siona, die den schönen
Fremdling liebt, stößt der ewige Jude von der Klippe in's Meer
und erlöst sie zugleich, denn der Herr hatte ihr auf ihre Bitte
gewährt, ewig mit Ahasver leben zu dürfen, bis der eigene Vater
zum Tode die Hand gegen die Tochter erheben werde. Aber Helgrimur
und Ismelda, die junge Verwandte des Anakletus, vermag auch
Ahasver nicht zu trennen. Ein weißer Vogel schwebt über den
Häuptern der Liebenden und folgt ihnen auf ihren Wegen. Das war
die ewige Liebe, die am jüngsten Tage über das Meer geflogen kam.
Anakletus gesteht den Aeltesten der Gemeinde seinen Gottesfrevel
ein und wird an's Kreuz geschlagen.
»Die Kuppel des Domes schwand. Mitten in den fliegenden Wolken,
umzuckt vom feurigen Schein der Blitze, hing der Gerichtete.
Immer höher und höher strebte das Kreuz empor. Und immer höher
wuchs mit ihm der ewige Jude. Zuletzt schienen sie Beide in
Lüften zu schweben.
Das Volk lag auf den Knieen und wagte es kaum, emporzuschauen;
denn in unendlicher Höhe schwebte der Gekreuzigte. Und der
gespenstige Alte hatte sich an's Kreuz geklammert.
Aus der Höhe aber kam es wie mächtiger Gesang von vielen
Tausenden ...
Libera de infernorum
Poenis carnem fragilem,
Infimoque peccatorum
Da aeternam requiem!
Verschwunden war der Dom. Keine Altäre waren mehr zu sehen.
Weite, graue Nebelmassen dehnten sich allwärts.
Helgrimur und Ismelda hielten sich umschlungen und standen
aufrecht unter der knieenden Menge. Sie waren keines Lautes fähig
und keiner Bewegung.
Und immer dichter und erstickender wallten die Nebelmassen. Ein
fahler Schein glitt über sie hin und schien Gestalten aus ihnen
zu weben, wie sie nie gewohnt auf Erden ... seltsame Gestalten.
Und die Gestalten erfüllten die ganze Welt mit ihren riesigen
Leibern. Aus der Höhe ertönten dumpfe Hammerschläge und gaben
gewaltigen Widerhall durch die Welt.
Es schrie das Volk. Der Grund der Erde bebte. Durch die Nebel
leuchteten feurige Zungen. Von ferne brauste es. Es war das
Weltmeer, das aus seinen Gründen gewichen.
Und es schien sich zu bilden ein feuriger Arm, der weithin ragte
durch die Welt. Helgrimur war es, als ob dieser Arm ihm winke.
Da löste sich ihm die Sprache. Noch einmal drückte der letzte
Dichter sein Lieb an's Herz.
>Der _Herr_ sei uns gnädig am jüngsten Tage!< rief er.«
Und als der jüngste Tag vorüber und herrliche Wesen in
überirdischem Schimmer ob dem Wasser schweben, wird Ahasver von
Neuem verflucht und versinkt lautlos in den Wellen, auf deren
Grunde er einsam wandern soll mit seiner Qual, damit sein Anblick
nicht das Glück der reinen, ewigen Wesen störe.
Einen überraschenden Reichthum an tiefen Gedanken birgt das
kleine Werk, das den Triumph der reinen über die sinnliche Liebe,
über den öden Materialismus der hinsterbenden Welt in einer Weise
schildert, deren nur ein echter Dichter fähig ist.
Bacmeister's Verlag in Erfurt und Leipzig.
Bismarck
und der
Staats-Socialismus.
Darstellung der socialen
und wirthschaftlichen Gesetzgebung Deutschlands
seit 1870
von
William Harbutt Dawson,
Verf. von »Der Socialismus in Deutschland und Ferdinand
Lassalle« &c.
Aus dem Englischen übersetzt
vom
Bibliographischen Bureau zu Berlin.
Autorisirte deutsche Ausgabe.
Preis 2 Mark.
Zum Verständniß der brennendsten Fragen der Gegenwart ist dieses
durchaus objektiv gehaltene Werk unbedingt nothwendig. Die Presse
aller Parteien bezeichnet es einstimmig als eine Arbeit, die nur
ein Ausländer, der fern vom deutschen Parteigetriebe steht, in
dieser Klarheit schaffen konnte.
Bacmeister's Verlag in Erfurt und Leipzig.
Tiroler Leut.