Denn, nehmet an, die zusammengesetzten Substanzen beständen nicht
aus einfachen Teilen; so würde wenn alle Zusammensetzung in Gedanken
aufgehoben würde, kein zusammengesetzter Teil, und (da es keine
einfachen Teile gibt) auch kein einfacher, mithin gar nichts
übrigbleiben, folglich keine Substanz sein gegeben worden. Entweder
also läßt sich unmöglich alle Zusammensetzung in Gedanken aufheben,
oder es muß nach deren Aufhebung etwas ohne alle Zusammensetzung
Bestehendes, d.i. das Einfache, übrigbleiben. Im ersteren Falle aber
würde das Zusammengesetzte wiederum nicht aus Substanzen bestehen
(weil bei diesen die Zusammensetzung nur eine zufällige Relation der
Substanzen ist, ohne welche diese, als für sich beharrliche Wesen,
bestehen müssen). Da nun dieser Fall der Voraussetzung widerspricht,
so bleibt nur der zweite übrig: daß nämlich das substantielle
Zusammengesetzte in der Welt aus einfachen Teilen bestehe.
Hieraus folgt unmittelbar, daß die Dinge der Welt insgesamt einfache
Wesen sind, daß die Zusammensetzung nur ein äußerer Zustand derselben
sei, und daß, wenn wir die Elementarsubstanzen gleich niemals völlig
aus diesem Zustande der Verbindung setzen und isolieren können, doch
die Vernunft sie als die ersten Subjekte aller Komposition, und
mithin, vor derselben, als einfache Wesen denken müsse.