Heilbronn, im Turn

Götz. Elisabeth.

Elisabeth. Ich bitte dich, lieber Mann, rede mit mir. Dein

Stillschweigen ängstet mich. Du verglühst in dir selbst. Komm, laß

uns nach deinen Wunden sehen; sie bessern sich um vieles. In der

mutlosen Finsternis erkenn ich dich nicht mehr.

Götz. Suchtest du den Götz? Der ist lang hin. Sie haben mich nach

und nach verstümmelt, meine Hand, meine Freiheit, Güter und guten

Namen. Mein Kopf, was ist an dem?--Was hört Ihr von Georgen? Ist

Lerse nach Georgen?

Elisabeth. Ja, Lieber! Richtet Euch auf, es kann sich vieles wenden.

Götz. Wen Gott niederschlägt, der richtet sich selbst nicht auf. Ich

weiß am besten, was auf meinen Schultern liegt. Unglück bin ich

gewohnt zu dulden. Und jetzt ist's nicht Weislingen allein, nicht die

Bauern allein, nicht der Tod des Kaisers und meine Wunden--Es ist

alles zusammen. Meine Stunde ist kommen. Ich hoffte, sie sollte sein

wie mein Leben. Sein Wille geschehe.

Elisabeth. Willt du nicht was essen?

Götz. Nichts, meine Frau. Sieh, wie die Sonne draußen scheint.

Elisabeth. Ein schöner Frühlingstag.

Götz. Meine Liebe, wenn du den Wächter bereden könntest, mich in sein

klein Gärtchen zu lassen auf eine halbe Stunde, daß ich der lieben

Sonne genösse, des heitern Himmels und der reinen Luft.

Elisabeth. Gleich! und er wird's wohl tun.

Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand: Ein Schauspiel · 第 97 / 98 题