Zigeunermutter am Feuer.
Mutter. Flick das Strohdach über der Grube, Tochter, gibt hint nacht
noch Regen genug.
(Knab kommt.)
Knab. Ein Hamster, Mutter. Da! Zwei Feldmäus.
Mutter. Will sie dir abziehen und braten, und sollst eine Kapp haben
von den Fellchen.--Du blutst?
Knab. Hamster hat mich bissen.
Mutter. Hol mir dürr Holz, daß das Feuer loh brennt wenn dein Vater
kommt, wird naß sein durch und durch.
(Andre Zigeunerin, ein Kind auf dem Rücken.)
Erste Zigeunerin. Hast du brav geheischen?
Zweite Zigeunerin. Wenig genug. Das Land ist voll Tumult herum, daß
man seins Lebens nicht sicher ist. Brennen zwei Dörfer lichterloh.
Erste Zigeunerin. Ist das dort drunten Brand, der Schein? Seh ihm
schon lang zu. Man ist die Feuerzeichen am Himmel zeither so gewohnt
worden.
(Zigeunerhauptmann, drei Gesellen kommen.)
Hauptmann. Hört ihr den wilden Jäger?
Erster Zigeuner. Er zieht grad über uns hin.
Hauptmann. Wie die Hunde bellen! Wau! Wau!
Zweiter Zigeuner. Die Peitschen knallen.
Dritter Zigeuner. Die Jäger jauchzen holla ho!
Mutter. Bringt ja des Teufels sein Gepäck!
Hauptmann. Haben im Trüben gefischt. Die Bauern rauben selbst, ist's
uns wohl vergönnt.
Zweite Zigeunerin. Was hast du, Wolf?
Wolf. Einen Hasen, da, und einen Hahn; ein Bratspieß; ein Bündel
Leinwand; drei Kochlöffel und ein Pferdzaum.
Sticks. Ein wullen Deck hab ich, ein Paar Stiefeln, und Zunder und
Schwefel.
Mutter. Ist alles pudelnaß, wollen's trocknen, gebt her.