Götz.
Götz. Ich komme mir vor wie der böse Geist, den der Kapuziner in
einen Sack beschwur. Ich arbeite mich ab und fruchte mir nichts. Die
Meineidigen!
(Elisabeth kommt.)
Götz. Was für Nachrichten, Elisabeth, von meinen lieben Getreuen?
Elisabeth. Nichts Gewisses. Einige sind erstochen, einige liegen im
Turn. Es konnte oder wollte niemand mir sie näher bezeichnen.
Götz. Ist das Belohnung der Treue? des kindlichen Gehorsams?--Auf daß
dir's wohl gehe und du lange lebest auf Erden!
Elisabeth. Lieber Mann, schilt unsern himmlischen Vater nicht. Sie
haben ihren Lohn, er ward mit ihnen geboren, ein freies edles Herz.
Laß sie gefangen sein, sie sind frei! Gib auf die deputierten Räte
acht, die großen goldnen Ketten stehen ihnen zu Gesicht-Götz. Wie dem
Schwein das Halsband. Ich möchte Georgen und Franzen geschlossen sehn!
Elisabeth. Es wäre ein Anblick, um Engel weinen zu machen.
Götz. Ich wollt nicht weinen. Ich wollte die Zähne zusammenbeißen
und an meinem Grimm kauen. In Ketten meine Augäpfel! Ihr lieben
Jungen, hättet ihr mich nicht geliebt!--Ich würde mich nicht satt an
ihnen sehen können.--Im Namen des Kaisers ihr Wort nicht zu halten!
Elisabeth. Entschlagt Euch dieser Gedanken. Bedenkt, daß Ihr vor den
Räten erscheinen sollt. Ihr seid nicht gestellt, ihnen wohl zu
begegnen, und ich fürchte alles.
Götz. Was wollen sie mir anhaben?
Elisabeth. Der Gerichtsbote!
Götz. Esel der Gerechtigkeit! Schleppt ihre Säcke zur Mühle, und
ihren Kehrig aufs Feld. Was gibt's?
(Gerichtsdiener kommt.)
Gerichtsdiener. Die Herren Kommissarii sind auf dem Rathause
versammelt und schicken nach Euch.
Götz. Ich komme.
Gerichtsdiener. Ich werde Euch begleiten.
Götz. Viel Ehre.
Elisabeth. Mäßigt Euch.