Zwei Reichsknechte begegnen einander.
Erster Knecht. Was machst du hier?
Zweiter Knecht. Ich hab Urlaub gebeten, meine Notdurft zu verrichten.
Seit dem blinden Lärmen gestern abends ist mir's in die Gedärme
geschlagen, daß ich alle Augenblicke vom Pferd muß.
Erster Knecht. Hält der Trupp hier in der Nähe?
Zweiter Knecht. Wohl eine Stunde den Wald hinauf.
Erster Knecht. Wie verläufst du dich denn hieher?
Zweiter Knecht. Ich bitte dich, verrat mich nicht. Ich will aufs
nächste Dorf und sehn, ob ich nit mit warmen überschlägen meinem übel
abhelfen kann. Wo kommst du her?
Erster Knecht. Vom nächsten Dorf. Ich hab unserm Offizier Wein und
Brot geholt.
Zweiter Knecht. So, er tut sich was zugut vor unserm Angesicht, und
wir sollen fasten! Schön Exempel!
Erster Knecht. Komm mit zurück, Schurke.
Zweiter Knecht. Wär ich ein Narr! Es sind noch viele unterm Haufen,
die gern fasteten, wenn sie so weit davon wären als ich.
Erster Knecht. Hörst du! Pferde!
Zweiter Knecht. O weh!
Erster Knecht. Ich klettere auf den Baum.
Zweiter Knecht. Ich steck mich ins Rohr.
(Götz, Lerse, Georg, Knechte zu Pferde.)
Götz. Hier am Teich weg und linker Hand in den Wald, so kommen wir
ihnen in Rücken.
(Sie ziehen vorbei.)
Erster Knecht (steigt vom Baum). Da ist nicht gut sein. Michel! Er
antwortet nicht? Michel, sie sind fort! (Er geht nach dem Sumpf.)
Michel! O weh, er ist versunken. Michel! Er hört mich nicht, er ist
erstickt. Bist doch krepiert, du Memme.--Wir sind geschlagen. Feinde,
überall Feinde!
(Götz, Georg zu Pferde.)
Götz. Halt, Kerl, oder du bist des Todes!
Knecht. Schont meines Lebens!
Götz. Dein Schwert! Georg, führ ihn zu den andern Gefangenen, die
Lerse dort unten am Wald hat. Ich muß ihren flüchtigen Führer
erreichen. (Ab.)
Knecht. Was ist aus unserm Ritter geworden, der uns führte?
Georg. Unterst zu oberst stürzt' ihn mein Herr vom Pferd, daß der
Federbusch im Kot stak. Seine Reiter huben ihn aufs Pferd und fort,
wie besessen. (Ab.)