Bischof. Du willst dich nicht länger halten lassen!
Weislingen. Ihr werdet nicht verlangen, daß ich meinen Eid brechen
soll.
Bischof. Ich hätte verlangen können, du solltest ihn nicht schwören.
Was für ein Geist regierte dich? Konnt ich dich ohne das nicht
befreien? Gelt ich so wenig am Kaiserlichen Hofe?
Weislingen. Es ist geschehen; verzeiht mir, wenn Ihr könnt.
Bischof. Ich begreif nicht, was nur im geringsten dich nötigte, den
Schritt zu tun! Mir zu entsagen? Waren denn nicht hundert andere
Bedingungen, loszukommen? Haben wir nicht seinen Buben? Hätt ich
nicht Gelds genug gegeben und ihn wieder beruhigt? Unsere Anschläge
auf ihn und seine Gesellen wären fortgegangen--Ach ich denke nicht,
daß ich mit seinem Freunde rede, der nun wider mich arbeitet und die
Minen leicht entkräften kann, die er selbst gegraben hat.
Weislingen. Gnädiger Herr!
Bischof. Und doch--wenn ich wieder dein Angesicht sehe, deine Stimme
höre. Es ist nicht möglich, nicht möglich.
Weislingen. Lebt wohl, gnädiger Herr.
Bischof. Ich gebe dir meinen Segen. Sonst, wenn du gingst, sagt ich:
"Auf Wiedersehn!" Jetzt--Wollte Gott, wir sähen einander nie wieder!
Weislingen. Es kann sich vieles ändern.
Bischof. Vielleicht seh ich dich noch einmal, als Feind vor meinen
Mauern, die Felder verheeren, die ihren blühenden Zustand dir jetzo
danken.
Weislingen. Nein, gnädiger Herr.
Bischof. Du kannst nicht nein sagen. Die weltlichen Stände, meine
Nachbarn, haben alle einen Zahn auf mich. Solang ich dich hatte--Geht,
Weislingen! Ich habe Euch nichts mehr zu sagen. Ihr habt vieles
zunichte gemacht. Geht!
Weislingen. Und ich weiß nicht, was ich sagen soll.
(Bischof ab.--Franz tritt auf.)
Franz. Adelheid erwartet Euch. Sie ist nicht wohl. Und doch will
sie Euch ohne Abschied nicht lassen.
Weislingen. Komm.
Franz. Gehn wir denn gewiß?
Weislingen. Noch diesen Abend.-Franz. Mir ist, als wenn ich aus der
Welt sollte.
Weislingen. Mir auch, und noch darzu, als wüßt ich nicht wohin.