Freudige Orgeleinleitung; überleitend zum

=Chor=: ~Quem pastores laudavere.~

Den die Hirten lobeten sehre,

und die Engel noch viel mehre,

fürcht euch fürbaß nimmermehre,

euch ist geboren ein König der Ehre.

Fort ihr Sorgen dieser Erden!

Weg, ihr traurigen Gebärden!

Licht soll es im Herzen werden;

Jesus selber bringt das Licht.

Hintere Bühne. Freies Feld, im Hintergrund Bethlehem. Links

ein Felsen, auf dem der Engel erscheint. 3 Hirten. Der 1. Hirt

steht, auf seinem Stab gestützt, als Wachender, der 2. Hirt

sitzt am Boden, der 3. Hirt liegt und schläft.

=Der 1. Hirt.=

Wir armen Schäfersleut sind wohl auf dieser Erden

von der geringsten Art, die kaum genannt mag werden.

Im Sommer über liegen wir wohl auf dem freien Feld,

haben wenig Brot und auch dazu kein Heller Geld,

im Winter aber müssen wir viel Kält und Frost ausstehen,

und dürfen überdies noch keine Nacht zu Bette gehen.

Der Wolf schleicht um die Schafe bald nieder, bald auf.

Drum heißt es, ihr Schäfersleut habt fleißig acht darauf.

=Der 2. Hirt.=

Ich lasse nicht alle Hoffnung schwinden,

dieweil wir nun von unsern Sünden

so Gott uns will durch wahre Buß bekehren

so wird er uns viel Guts bescheren.

(Die Orgel beginnt sehr leise zu spielen: Vom Himmel hoch

da ...)

Halt an, halt an, was hör ich klingen

und fröhlich in den Lüften singen?

=Der 1. Hirt= _(weckt den 3.)_

Auf auf Gespann, die Nacht ist schon vergangen,

wir wolln mit Freuden wieder einen neuen Tag anfangen,

dieweil wir nun die Pflicht der Ruh genossen,

so wolln wir säumen nicht, doch längst schon unverdrossen

des Höchsten Ruhm erhebe sich

mit Danken und mit Beten;

allein, was seh ich doch

von dorther zu uns treten?

Weil dann die Furcht mit Schrecken gar kein Ende nimmt,

schaut her, der helle Glanz, der jetzt herzu uns kimmt!

=Der kleine Engel=, _auf dem Felsen stehend_.

(Die Hirten, in malerischen Stellungen, starren erschrocken zu

ihm auf.)

Hört, ihr Hirten, fürcht euch nicht,

eine große Freud, die ich euch bericht;

denn euch ist heut der Heiland geboren,

welcher ist Christus auserkoren.

Zu Bethlehem in Davids Stadt,

wie Micha es verkündet hat,

in einem Kripplein liegt das Kind

so eilet, daß ihr bald es find't!

=Chor der Engel= _(hinter der Szene.)_

Ehre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden und den Menschen ein

Wohlgefallen!

(Während des Gesanges verschwindet der Engel.)

=Der 1. Hirt.=

Nun, hört doch, ihr lieben Gespann' mein,

zu uns Hirten ist kommen ein Engelein,

hat uns verkündet von einem schönen Kindelein,

welches liegt in einem Krippelein;

dies, dies soll der Heiland sein.

=Der 2. Hirt.=

Nun, wohlan, so laßt uns gahn,

um diese Dinge recht erfahren,

Dieweil uns Gott der Herr hat solches kund getan,

unser Vieh wird er indessen wohl bewahren.

=Der 1. Hirt.=

Ihr Brüder, haben wir auch dem Kindlein etwas mitzubringen?

=Der 3. Hirt.=

Ach, ich wüßte nichts von unserm armen Hirtenleben,

das wir dem Kindlein könnten geben,

doch wollen wir singen ein schönes Liedelein

zu Ehren dem schönen Kindelein!

=Die Hirten= und Chor mit Begleitung

(Gottesgaber Krippenlied.)

=Die Hirten.=

Lieber Bruder geh auch mit mir,

nimm den Dudelsack zu dir,

Pfeifen und Fagott!

Gehen wir nach Bethlehem,

zu der Stadt Jerusalem,

:,: zu dem Jesuskind! :,:

(Die Hirten ab.)

Vorhang fällt.

Chor singt weiter:

Treten wir zum Stall herein

zu dem Jesuskindelein,

singen wir alldort!

Friert denn nicht das kleine Kind?

's geht ja durch und durch der Wind,

's ist wahrhaftig schlecht, 's ist wahrhaftig schlecht.

Wenn ich nur ein Häusel hätt,

das auf Grund und Boden steht

in der Stadt allein;

wollt ich ja dich, kleines Kind,

somt der Mutter nehmen geschwind

in mein Häusel nein.

Wieg und Bett, das hab ich schon,

daß mans Kindlein wiegen kann,

wenn das Kindlein weint;

Mehl und Milch, das hab ich schon,

daß ein Brei man kochen kann,

wenn das Kindlein weint.

Erzgebirgische Christ- und Mettenspiele Ein Versuch zur Rettung alten Volksgutes · 第 59 / 75 题