Aufnahme von P. Georg Schäfer, Dresden

Abb. 5 =Bergaltar mit Kastanie im Weinberg »Johannisberg«,

Naundorf-Kötzschenbroda=]

Diese Massenvermehrung ist vorübergehend zurückgetreten, weil mit dem

immer stärker werdenden Vordringen der Reblaus im Rheinweingebiet

dort alle vorhandenen Aufzuchten für eigene Vermehrung verwendet

werden müssen. Es sind daher in den letzten Jahren nur die den

eigenen Zuchtgärten entnommenen Rebenhölzer zur Veredlung gelangt.

Aber auch nach dieser Richtung ist Neumaterial bezogen und als

Zuchtgarten aufgepflanzt worden, so daß bald wieder in gleichem Ausmaße

herangezüchtet werden kann.

Mit regem Eifer hat sich hier etwas entwickelt, was kein Mensch geahnt

hätte. Noch viel mehr hätte aber geschehen können, wenn die freudige

Arbeit sich auf Hilfe hätte stützen können. Der Krieg mit seinem

Vernichten hat auch diesen Arbeiten den kleinen Jahreszuschuß von 1200

bis 1800 Mark entrissen, so daß seit den Kriegsjahren alle Arbeiten

der neuen Weinbauanstalt aus eigenen Einnahmen bestritten werden

mußten. Dieses Missen hat auch nach neuen Einnahmen geschaut und so ist

daraus die Schaffung eines Kellereibetriebes zur Kelterung der in den

Versuchsweinbergen geernteten Trauben hervorgegangen. Hier soll bei

den Lehrgängen durch das Beispiel Erzeugung von Rebensaft, Verlauf der

Gärung und Erzielung edler Weine gezeigt werden. Auch das ist gelungen,

wie bereits durch die von hier ausgehende Beratung in privaten Kellern

ein Weg gewiesen worden ist, der dem Sachsenwein alle Ehre macht.

[Illustration: Aufnahme von Kurt Nierich, Naundorf-Kötzschenbroda

Landesverein Sächsischer Heimatschutz — Mitteilungen Band XIII, Heft 5-6 · 第 78 / 100 题