Abb. 5 =Bergaltar mit Kastanie im Weinberg »Johannisberg«,
Naundorf-Kötzschenbroda=]
Diese Massenvermehrung ist vorübergehend zurückgetreten, weil mit dem
immer stärker werdenden Vordringen der Reblaus im Rheinweingebiet
dort alle vorhandenen Aufzuchten für eigene Vermehrung verwendet
werden müssen. Es sind daher in den letzten Jahren nur die den
eigenen Zuchtgärten entnommenen Rebenhölzer zur Veredlung gelangt.
Aber auch nach dieser Richtung ist Neumaterial bezogen und als
Zuchtgarten aufgepflanzt worden, so daß bald wieder in gleichem Ausmaße
herangezüchtet werden kann.
Mit regem Eifer hat sich hier etwas entwickelt, was kein Mensch geahnt
hätte. Noch viel mehr hätte aber geschehen können, wenn die freudige
Arbeit sich auf Hilfe hätte stützen können. Der Krieg mit seinem
Vernichten hat auch diesen Arbeiten den kleinen Jahreszuschuß von 1200
bis 1800 Mark entrissen, so daß seit den Kriegsjahren alle Arbeiten
der neuen Weinbauanstalt aus eigenen Einnahmen bestritten werden
mußten. Dieses Missen hat auch nach neuen Einnahmen geschaut und so ist
daraus die Schaffung eines Kellereibetriebes zur Kelterung der in den
Versuchsweinbergen geernteten Trauben hervorgegangen. Hier soll bei
den Lehrgängen durch das Beispiel Erzeugung von Rebensaft, Verlauf der
Gärung und Erzielung edler Weine gezeigt werden. Auch das ist gelungen,
wie bereits durch die von hier ausgehende Beratung in privaten Kellern
ein Weg gewiesen worden ist, der dem Sachsenwein alle Ehre macht.
[Illustration: Aufnahme von Kurt Nierich, Naundorf-Kötzschenbroda