Diese wenigen Proben mögen genügen. Man gehe selbst hin, schaue, lese
und freue sich! Die Gemeinde Oberlößnitz, die das Schlößchen von dem
erwähnten Hoflößnitzverein übernahm, gestattet gern die Besichtigung.
Hat man sich aber an der seltsamen Pracht des Saales, dessen Fenster
einst wie alle andern dieses ersten Stocks, mit grünen Vorhängen
versehen waren, über dessen steinernem Estrich weiche Teppiche lagen
und dessen übrige Einrichtung aus zwei langen, grün überzognen Tafeln,
vierunddreißig Lehnstühlen, einer Standuhr und kleinerem Hausrate
bestand, satt gesehn, so versäume man nicht, auch die vier Nebenräume,
deren Ausstattung zu der des Hauptraums stimmte, zu besichtigen.
Durch die erste Türe rechts gelangen wir in einen kleinen, von zwei
Seiten durch Fenster erhellten Raum, der einst dem _Kurfürsten_ als
_Schlafzimmer_ diente. Auch hier überall unmittelbar in die Decken und
Wände eingelassene Bilder, durch buntbemalte Leisten, Simse, Pilaster
und dergleichen mehr miteinander verbunden als voneinander getrennt.
Die in des Kurfürsten Schlafzimmer stellen allerhand Seegetier und
Seeungeheuer dar oder Meerjungfrauen, die mit solchen Ungetümen im
Kampfe liegen. Leider sind sie nicht mehr vollzählig; es fehlen z. B.
alle bildlichen Darstellungen oberhalb des Simses. Ähnlich liegen
die Verhältnisse in dem anstoßenden _Wohnzimmer des Kurfürsten_.
Diana und ihre neun Jagdgefährtinnen unterhalb des Simses sind noch
erhalten. Dagegen sind die Schildereien über dem Simse samt und sonders
verschwunden. Wir wissen nur aus alten Sachverzeichnissen noch, was sie
darstellten: Landschaften, Schlachten, Fruchtstücke, Tiere, die Festung
Königstein. Besonders beachtenswert ist auch in diesem Raume die Decke.
Sie zeigt außergewöhnliche Jagdbeuten Johann Georgs I. aus den Jahren
1625 bis 1652, meist mit genauer Angabe von Größe, Gewicht, Tag und Ort
der Erlegung (vgl. das Nähere in den »Bau- und Kunstdenkmälern« a. a.
O.).
[Illustration: