Abb. 7 =Der Gartensaal in Wackerbarths Ruhe=]

Wieviel einfacher dagegen, deshalb aber in ihrer Eigenart nicht

minder anziehend wirkt die _Hoflößnitz_, die sich Johann Georg I.

1650 von seinem Landbaumeister Ezechiel _Eckhart_ bauen ließ. Mitten

in die sonnigen Weinberge ist das einfache Fachwerkhaus mit hohem

Walmdach gesetzt, das 1913 auf Veranlassung des leider nur kurze

Zeit bestehenden Hoflößnitzvereins stilgerecht wiederhergestellt

wurde und dabei auch zum größten Leidwesen mancher Lößnitzer und

Lößnitzfreunde das erst 1899 aufgesetzte stilwidrige Blechtürmchen auf

dem Dach und unten herum die störenden Balustraden verlor (vergleiche

hierüber Högg in diesen Mitteilungen III, 1913, Seite 64 bis 66).

Parkanlagen fehlten. Nur Weinberge und zwei Höfe gehörten dazu, der

sogenannte _Holzhof_ an der Grundstraße und oben der _Herrenhof_,

von der Bergverwalterwohnung, dem geräumigen Preßgebäude (mit

schönem Keller) und Schuppen nach dem Lößnitzgrunde zu flankiert (s.

Abbildungen 6 und 7). Auf diesem Hofe, der später mehrfach, wenn auch

nicht in der von August dem Starken geplanten großartigen Weise,

umgestaltet und 1747 bis 1750 durch die große, von Pöpelmann entworfene

dreihundertfünfundzwanzigstufige Treppe mit dem Spitzhause verbunden

wurde, fanden die Aufzüge und ländlichen Lustbarkeiten (Ringelrennen

mit dem Wassermännchen, Bauer-, Damen-Rennen, Hahneschlagen,

Pferderennen nach der Gans, Sack-, Bettelmanns-, Schießkockeltanz und

andere Tänze) statt, wenn der Hof, namentlich zur Weinlese, anwesend

war und sich von dem fröhlichen Winzervölkchen huldigen ließ, wie

dies unter anderem in den Dresdner Geschichtsblättern XIII (1904),

Seite 209 bis 226, 239 bis 247, dazu noch XVIII (1909), Seite 30 bis

35, und in der Wissenschaftlichen Beilage der Leipziger Zeitung 1905

Nummer 142 und 143, Seite 565 bis 567 und 569 f., nach zeitgenössischen

Quellen geschildert ist. Daselbst und in den »Bau- und Kunstdenkmälern

des Königreichs Sachsen« XXVI (1904), Seite 136 bis 149, lese man auch

die Beschreibung des Inneren nach, wie es sich heute noch dem Auge

darbietet und aus alten Sachverzeichnissen vervollständigen läßt.

[Illustration:

Landesverein Sächsischer Heimatschutz — Mitteilungen Band XIII, Heft 5-6 · 第 48 / 100 题