Biegen wir, ins Tal zurückgekehrt, in die _Friedrichstraße_ ein, so
treffen wir dort (Haus Nr. 24) auf einen zwar anspruchslosen, aber um
so anmutigeren Vertreter der Weinbergshäuser, einen Putzbau mit fein
abgewogenen Gliederungen von ausgesprochen bürgerlicher Behäbigkeit mit
breit ausladendem, geschwungenen Straßengiebel vor dem schönumrissenen
Walmdach (Abb. 19).
[Illustration: Abb. 18 =Mätressenhügel, Niederlößnitz=
nach Zeichnung von Regierungsbaumeister Nicolaus, Dresden]
Wir sind nun bereits in den Bereich des ausgedehnten, »_Wackerbarths
Ruhe_« genannten Weinberggrundstücks gelangt, über das im vorliegenden
Heft eingehend berichtet wird. Wenngleich die ursprüngliche
Bauharmonie infolge früherer Umbauten nicht völlig wiederhergestellt
werden konnte, so bewundern wir doch an diesem stattlichsten aller
Lößnitzbauten die großzügige Regie, durch die das gesamte Grundstück
in eine künstlerische Einheit gebracht wurde, die hervorragende
Achsenwirkung zwischen Herrenhaus, Kapelle und terrassenförmigem
Ziergarten und die einzigartige Anordnung des Jakobsturmes auf der
Höhe, der als plastische Lösung einfach hervorragend ist; sein Schöpfer
war Baumeister, Bildner und Maler zugleich.
[Illustration: