Nicht minder reich an wertvollen Baudenkmälern als die Oberlößnitz
ist die _Niederlößnitz_, den Besucher erwartet hier eine Reihe
hervorragender Baujuwele voll intimster Reize. Gleich eingangs liegt
das »Grundhof« genannte malerische Grundstück an der _Paradiesstraße_
(Abb. 13–15), das um 1700 vom Bruder August des Starken für die
Gräfin Neidschütz errichtet wurde, eine Bauanlage, die in einfachsten
Formen, mit allseitigem Walmdach, warmem gelben Putz und fröhlichem
weißen Holzwerk unter malerisch emporrankendem Schlingbewuchs geradezu
bestrickend wirkt, freilich auch mit vieler Liebe vom Architekten
Rometsch baulich instandgesetzt und ausgebaut wurde. In einem
interessanten 1801 entstandenen, wegen seines Dachreiters »Turmhaus«
genannten Nebengebäude hat sich der Genannte ein feinsinniges Atelier
ganz im Stile des Hauses eingerichtet, im vorderen Teil des Parkes
aber ein neues Wohnhaus errichtet, das sich vorbildlich an die
Wesensart des alten Landsitzes anlehnt und doch ganz selbständig
erfunden ist.
[Illustration: