Dort aber an der Wegwende finden wir die prächtige _Hoflößnitz_,
gruppiert um einen behäbigen Binnenhof und bestehend aus dem Mitte
des siebzehnten Jahrhunderts errichteten Wohngebäude mit überaus
reich ausgemalten Obergeschoßsälen und den hufeisenförmig gelagerten
Wirtschaftsgebäuden, in denen nun eine gemütliche Weinstube
eingerichtet ist, die in Sommershitze zum kühlen Trunk und bei
Schneetreiben zum behaglichen Verweilen am breiten Kachelofen einlädt.
Hier ist noch gut träumen vom ruhigen Glück vergangener Tage und der
Beschaulichkeit der Vorfahren; freilich ihre Nöte hatten diese auch,
und gar oft wird es ihnen nicht viel besser zumute gewesen sein als
uns heute. Die Erinnerung an die Vergangenheit wird besonders lebhaft
wachgerufen, kommen einem doch die Festlichkeiten in den Sinn, die
hier veranstaltet wurden, wenn der Hof nach den Anstrengungen der
Regierungsgeschäfte herauskam und ein fröhliches Treiben in der
Hoflößnitz einsetzte (Abb. 12).
[Illustration: Abb. 11 =Turmhaus, Oberlößnitz=