Spruch der Mutter fürs Kind

Sei nicht Führer vieler,

Weiser sei am Weg

Wachsend zwischen Wolken

In den reinsten Himmel.

Suche nicht nach Glück,

Anderen vergönnt

Sei dem Herz kein Sänger,

Wecker sei der Seele.

Sieh nicht ins Gesicht der Welt

Wenn Du schweigst, sind andre stumm,

Und Dein Wort durchstürzt das Fleisch

Un--endlich.

Weich von Elend

Überstürmt von Tod

Halten wir Güte

In geschlossner Faust.

Wir sind so

Wie die Kinder,

Bloß daß wir

Schreiten müssen.

Da steigen uns

Schwere verworrene

Heimlichkeiten

Vor die Sinne.

Die stürzen uns

In Härte,

Sonst frißt uns

Fremde Lockung.

Güte ist kein Weg,

Helfen kann nur Weisung,

Der Führer ist

Geht einsam voran.

Er kennt kein Opfer,

Ihm sticht das Licht

Der eigenen Augen

Erinnerung aus,

Nur im Schlafe

Umrauscht ihn

Eine Ahnung

Kommender Liebe.

»Fleisch hat die Augen geschlagen,

Ich muß darein gehn,

Wie soll ich nun sehn?«

»Fleisch wird Dich aufwärts tragen.«

»Da ist der Leib sehr wund,

Verzehrt, schwach und heiß.

Wie wird mein Leib nun weiß?«

»Liebe macht ihn gesund.«

»Doch wer gelangt zu mir

Und reicht bis an ein Ende.

Wer greift an meine Hände?«

»_Gott_ ist genug in Dir.«

»Wo find ich seine Zeichen

Und weiß sie zu erfüllen?

Wer kann so hohem Willen

Mit seiner Armut gleichen?«

»Feuer begehrt Dich schwer,

Laß Dich erfassen

Außer allen Maßen

Ist der _Geist_ Dein Herr.

Wachse an diesem Berg,

Wie wirst Du glühend sehn,

Wie wird Dir groß geschehn,

Höchste Lust im _Werk_.«

Verkettung: Gedichte · 第 11 / 13 题